30/04/2024
-- Sidewinder-Syndrom Teil 1 --
Bereits zum dritten Mal in meiner Physiotherapielaufbahn, ist mir ein Pferd mit dem sogenannten Sidewinder-Syndrom begegnet.
Hierbei handelt es sich um einen älteren Araberwallach, der vorher freizeitmäßig bewegt/geritten wurde und augenscheinlich fit war - von ein paar Alterswehwechen abgesehen 😉 Ü20 ist eben nicht mehr taufrisch.
Von einem zum anderen Tag, lief er plötzlich traversartig über die Weide. Sobald er stehen blieb, war das ganze Pferd "windschief" und lehnte mit den Hinterbeinen massiv in eine Richtung. Das linke (weiße) Hinterbein, war seltsam nach außen abgewinkelt und ließ sich nicht aktiv vom Boden aufheben. Der gesamte linke Rücken- und Kruppenbereich war sehr schmerzhaft. Im gesamten Bereich der Sattellage, war etwas krampfartiges zu beobachten. Beim Versuch, das abgestellte Hinterbein hoch zu heben, drohte das Pferd zu kippen.
Abgesehen vom muskulären Schmerz, schien das Pferd aber völlig in Ordnung zu sein. Wälzen, fressen, hinlegen war alles möglich. Auch war kein Schmerzgesicht oder Ähnliches zu sehen.
Vor meiner Behandlung war ein Tierarzt gerufen worden, der dem Pferd Schmerzmittel verordnete und von einer Entzündung im Rücken ausging. Natürlich würde ich mich niemals über das Wissen eines Tierarztes hinwegsetzen, allerdings sind die anderen zwei, mir bekannten Fälle nicht gut behandelt worden, da es nicht erkannt wurde!
Ein Pferd wurde deshalb eingeschläfert, mit Aussage, Beckenbruch!!!! Beim ersten Pferd damals hieß es Wirbelinfarkt in der Halswirbelsäule.
Nun aber zum Wie und Warum. Wodurch das Sidewinder-Syndrom ausgelöst wird ,ist leider bisher nicht geklärt. Es gibt sehr wenige Studien zu dem Thema. Da es meistens ältere Pferde trifft, ist ein arthrotisches Geschehen der Wirbelsäule mit ggf Einwirkung auf die Nerven (neurologische Ursache), eine potentielle Vermutung. In wie weit die Knochen oder die Muskulatur dabei eine führende Rolle spielen, ist leider nicht klar.
Weiter in Teil 2....