17/02/2026
Haareis :)
Haareis braucht zur Entstehung totes Laubholz, Temperaturen knapp unter null Grad Celsius, Windstille und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Wenn alles passt, wächst es rasant - bis zu 10 Millimeter in der Stunde. Anders als Eiszapfen, wächst Haareis von der Basis her aus dem Holz heraus, da das Wasser unter bestimmten Bedingungen nur oben im Holz gefriert. Dabei dehnt sich das Wasser aus, während von unten weiter Wasser nachdrückt, das dann an der Oberfläche gefriert.
Bei zu kalten Temperaturen funktioniert das nicht, da dann der Ast schnell durchgehend gefroren ist.
Wie es richtig entsteht, weiß man noch immer nicht genau. Nach einer neueren Studie wird Haareis durch das Myzel winteraktiver Pilze ausgelöst, deren aerober Stoffwechsel Gase produziert, die das im Holz vorhandene Wasser an die Oberfläche verdrängen.
Der Haareisforscher Christian Mätzler hat herausgefunden, dass Haareis nur auf abgestorbenen Ästen von Laubgehölzen wächst, die von dem Baumpilz Rosagetönte Gallertkruste (Exidiopsis effusa) besiedelt sind. Er entdeckte auch, dass in geschmolzenen Eishaaren Reste organischer Substanzen zu finden sind, wie zum Beispiel Lignin. Mätzler vermutet, dass das Lignin (oder ein ähnlicher Stoff) das Eis seine ungewöhnliche Form gibt.
Das Haareis dürfte dem Baumpilz somit als eine Art Frostschutzmittel dienen. So gefriert das Wasser nicht im Ast, wo der Pilz wohnt, sondern außerhalb. Durch die Energie, die beim Vorgang des Gefrierens frei wird, wird der Ast zudem etwas wärmer als seine Umgebung.
👉 Genial für den Pilz.
👉 Und für uns ein wundervolles, seltenes Naturphänomen.
https://www.lwg.bayern.de/landespflege/natur_landschaft/147220/index.php