26/11/2025
Zweifelhafte Aktualität: Die S3 Leitlinie über Essstörungen wurde 2018 aktualisiert (und ist seit 2023 abgelaufen). 2019 berichtet das Robert Koch Institut über die KiGGS-Studie mit einem Screening von 11- bis 17-Jährigen zu dem Thema. Jede(r) Fünfte ist iwie zumindest teilweise betroffen.
Zeitgleich wird die ICD-11 verabschiedet. Sie tritt 2022 in Kraft, soll aber erst ab 2027 (oder später) zur Berichterstattung an die WHO verwendet werden. Seit 2024 gibt es eine ICD-11 Entwurfsfassung des BfARM (als
Teilübersetzung ohne „Diagnoseanforderungen“)
In diesem Jahr, 2025, schreibt Martina de Zwaan zu „ICD-11: Veränderungen im Bereich der Essstörungen“, in der Zeitschrift Verhaltenstherapie, Volume 34. Ein paar neue Diagnosen sind nun aufgenommen, wie z.B. Binge Eating.
Wir wissen mehr und mehr. Zugleich melden DAK und KKH steigende Zahlen an Essstörungen und die Finanzierung für die Prävention wird zurückgefahren. Laut BIÖG erkranken von 1.000 Mädchen/Frauen (Jungen/Männern) im Laufe ihres Lebens:
• 28 (10) an einer Binge-Eating-Störung,
• 19 (6) an Bulimie und
• 14 (2) an Magersucht (Anorexia nervosa)
Binge Eating in Stichworten:
… häufige, wiederkehrende Episoden von Essanfällen (z.B. einmal pro Woche oder öfter über einen Zeitraum von
mehreren Monaten)
…subjektiv die Kontrolle über das Essen verliert, .. als sehr belastend empfunden
… Schuld oder Ekel.. nicht regelmäßig unangemessene
kompensatorische Verhaltensweisen
… ausgeprägter Leidensdruck oder eine bedeutsame Beeinträchtigung in persönlichen, familiären, sozialen, ausbildungsbezogenen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen.