18/03/2015
Was ist Bluthochdruck ?
Blutdruck ist der Druck, der in den Gefäßen vorherrscht. Bei jedem Herzschlag wird Blut aus dem Herzen in die Blutgefäße des Körpers gepumpt. Dabei übt das Blut, je nach Blutdruck, einen unterschiedlichen Druck auf die Gefäßwand aus.
Der Grenzwert zum Bluthochdruck liegt bei 140/90mmHg.
Natürlich passt sich der Blutdruck unseren Aktivitäten an. Das heißt, dass nicht jeder Wert über 140/90mmHg gleich zum Bluthochdruck wird. Bei körperlicher Anstrengung oder Sport steigt er natürlicherweise z.T. weit über diesen Grenzwert hinaus an. Ebenfalls wird ein einmalig gemessener Blutdruckwert von über 140/90mmHg nicht gleich als Bluthochdruck bezeichnet. Vielmehr sollten erhöhte Werte mehrfach, an unterschiedlichen Tagen, nach einer Ruhezeit vor dem Messen von ca. 3-5 Minuten aufgetreten sein.
Das Gefährliche an dieser Erkrankung ist, dass die Betroffenen zumeist keine Beschwerden verspüren, erste Anzeichen falsch gedeutet oder nicht beachtet werden. Diese können z.B. Kopfschmerzen, Schwindelgefühle, Nasenbluten oder Sehstörungen sein.
Durch den erhöhten Druck im Kreislaufsystem werden besonders die Gefäße geschädigt, vor allem diejenigen an Herz, Nieren, Augen und Gehirn. Die daraus entstehenden Folgeerkrankungen wie die Koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Nierenversagen, Sehstörungen bis zur Erblindung, Schlaganfall, Demenz, Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und Potenzstörungen sind uns mittlerweile leider allzu bekannt.
Jeder sollte sich daher ab und zu den Blutdruck selbst messen und bei Auffälligkeiten den Hausarzt aufsuchen. Dieser wird nach einigen Voruntersuchungen die Therapiebedürftigkeit festlegen. Wird hierbei ein Bluthochdruck festgestellt, sollte zuerst der Lebensstil optimiert werden. Bei beginnendem Bluthochdruck können folgende Änderungen den Übergang zu einer dauerhaften Blutdruckerhöhung verhindern oder verlangsamen:
Gesunde Ernährung: Salz- und cholesterinarme Kost, viel Obst, Gemüse und Getreideprodukte. Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren und häufiger Fisch, statt nur Fleisch.
Mäßiger Alkohol- und Kaffeekonsum.
Rauchen einstellen: Wer dies befolgt kann unter Umständen sein Infarkt- und Schlaganfallrisiko um 50 % senken!
Stress abbauen: Achten Sie auf Pausen, nehmen Sie sich Zeit. Autogenes Training und Yoga können hierbei sehr hilfreich sein.
Bewegung: Moderates Ausdauertraining senkt den Blutdruck! Eine empfehlenswerte Trainingshäufigkeit sind drei bis fünf Einheiten pro Woche, jeweils mit einer Dauer von ca. 30 Minuten. Erfahrungsgemäß ist es für den Anfang allerdings in vielen Fällen sinnvoll, mit eher kurzen Trainingseinheiten zu beginnen – durchaus mit einer Belastungsdauer von nur fünf Minuten – und das Pensum dann über Wochen langsam zu steigern, insbesondere wenn schon seit Jahren kein Sport mehr getrieben wurde.
Gewichtsreduktion: Bereits 5 kg weniger an Gewicht senken den Blutdruck um 10mmHg.
Auch ein bereits bestehender, medikamentös eingestellter Bluthochdruck lässt sich mit diesen Maßnahmen positiv beeinflussen, gegebenenfalls können sogar Medikamente eingespart werden.
Aus der Praxis kenne ich die Ängste der Blutdruckpatienten vor den Blutdrucktabletten. Die Angst, man könne sich durch die „Chemie“ die Organe kaputt machen. Leider ist genau das Gegenteil Hauptbestandteil der täglichen Arbeit in einer Hausarztpraxis. Nicht die Medikamente, sondern ein schlecht oder nicht eingestellter Blutdruck schädigt die Organe nachweislich.
Autorin: Dr. med. Heidi Hölzke
Kontakt: Praxis für Innere Medizin - 2.OG
Tel.: 0621 - 59 581 100