Metasandme

Metasandme Persönlicher Blog von Agnes über das Leben und Denken mit metastasiertem Brustkrebs.

Ihr Lieben, wir alle müssen jetzt ganz stark sein! Obwohl Agnes bereits Pfingstmontag verstorben ist und wir ihre Asche ...
24/07/2020

Ihr Lieben, wir alle müssen jetzt ganz stark sein! Obwohl Agnes bereits Pfingstmontag verstorben ist und wir ihre Asche unter der von ihr ausgewählten Buche im Trostwald beigesetzt haben, so schien sie über ihre vorbereiteten Blogbeiträge doch weiterhin so präsent, als wäre sie noch bei uns. Da wir alle nicht wissen, was nach dem Tod kommt, ist sie ja vielleicht auch wirklich weiterhin noch in einer Form hier, die wir nicht beschreiben können. Und in unseren liebevollen Erinnerungen und unseren Gedanken lebt sie ohnehin weiter. Aber heute lest Ihr hier tatsächlich den allerletzten von ihr vorbereiteten Beitrag.
Hier ist ihre Botschaft an Euch:
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Ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und spricht:
“Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.”
Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“
Der alte Indianer schweigt eine Weile.
Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“

Diese Geschichte über die zwei Wölfe passt m. E. auch sehr gut zum Umgang mit Krebs. Eine Krebserkrankung, noch dazu eine unheilbare, ist eine existenzielle Erfahrung. Sie zeigt uns, wie kostbar das Leben ist. Nichts ist mehr selbstverständlich, alles ist bedroht. Das kann uns vor Angst lähmen oder unsere Lebenslust beflügeln. Beide Seiten existieren, aber wir sollten die Seite füttern, die uns gut tut. Und die Nähe von Menschen suchen, die uns dabei unterstützen, statt uns runterzuziehen, indem sie den falschen Wolf füttern.

Quelle für die Geschichte: https://www.halloklarheit.de/blogs/news/2woelfe

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Liebe Freunde und Freundinnen von Agnes Sturm und metasandme. Vielen Dank von Agnes Familie, dass ihr Agnes und ihrem Blog über all die Zeit die Treue gehalten habt und Euch von Agnes habt beschenken lassen. Es ist ein großer Trost zu wissen, dass sie vielen Menschen etwas geben konnte. Vielen Dank für Eure Rückmeldungen an Agnes, die sie bestärkt haben. Auch Ihr habt ihr viel geschenkt! Agnes Blog endet hier. Aber Ihr schreibt Eure Geschichte des Lebens weiter. Diejenigen von Euch, die wie Agnes Betroffene sind, lasst Euer Leben nicht dauerhaft von der Krankheit bestimmen, sondern sucht nach Euren Freiräumen, nach Wegen, die Eure Lebensqualität erhöhen!
Uns allen wünsche ich, dass wir immer wieder prüfen, welchen Wolf wir da gerade füttern.
Bleibt mutig, zuversichtlich, zugewandt und selbstbestimmt - so wie Agnes es uns vorgemacht hat.
Letztmalig Eure Claudia






Am 5. Mai hatte Agnes diesen Post für uns verfasst.Traurige Grüße von Claudia------------------"Sie haben noch x Monate/...
17/07/2020

Am 5. Mai hatte Agnes diesen Post für uns verfasst.Traurige Grüße von Claudia
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"Sie haben noch x Monate/Jahre." Dieser klassische Satz ist zum Glück aus der Mode gekommen, zumindest habe ich ihn noch nie zu hören bekommen. Das ist auch gut so, denn es kann sich nur um eine statistische Zahl handeln und die hat bekanntermaßen für den Einzelfall null Aussagekraft.

Aber die Frage "WIE LANGE HAB ICH NOCH?", "Wann werde ich sterben?" beschäftigt mich natürlich trotzdem. Nur: Genau wie jeder andere Mensch, auch jeder Gesunde, weiß ich das nicht. Und es wäre auch schrecklich, wenn man die Gewissheit hätte "am 28.10.2020 werde ich sterben". So etwas wie ein Mindesthaltbarkeitsdatum zu haben und zu kennen, wäre allerdings sehr beruhigend. Wenn ich bei der Metastasendiagnose gewusst hätte, dass ich 3 Jahre damit leben werde (diesen Januar geschafft!), hätte mir das schon einige Sorgen erspart. Na ja, zumindest das weiß ich jetzt und bin dankbar dafür. Ansonsten bleibt mir nichts anderes als leise "Que sera sera. Whatever will be will be. The future's not ours to see ..." vor mich her zu trällern.






Ihr Lieben, die Zahl der von Agnes bereits vor ihrem Tod vorbereiteten Beiträge nimmt spürbar ab. Ich bin dankbar, dass ...
10/07/2020

Ihr Lieben, die Zahl der von Agnes bereits vor ihrem Tod vorbereiteten Beiträge nimmt spürbar ab. Ich bin dankbar, dass euch Agnes auch an ihrem Wissen um die psychischen Verarbeitung der Krebserkrankung teilhaben lässt, denn im Therapieplan geht dieser wichtige Aspekt leider oft verloren und Betroffene müssen sich oftmals selbst auf die Suche nach Unterstützung machen. Holt Euch die Unterstützung, die ihr braucht!
Viele Grüße von Claudia
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Unmittelbar nach der Metastasendiagnose fragte mich - löblicherweise - fast jeder Arzt, wie es mir gehe. Wahrheitsgemäß antwortete ich: "Schlecht". Daraufhin zuckte quasi jeder Arzt sofort den Rezeptblock. Das hat mich jedes Mal schockiert. Nach einer niederschmetternden (weil lebenszeitverkürzenden) Diagnose hielt (und halte) ich es für völlig normal, dass es einem nicht gut geht - kein Fall für Psychopharmaka. Aber durchaus ein Fall für Hilfe - und zwar durch Gespräche mit einem Seelenprofi, also mit einem Psychologen, am besten einem PSYCHOONKOLOGEN. Diese Hilfe gibt es, nur leider wird sie einem selten auf dem Silbertablett serviert. Jedes zertifizierte Brustzentrum muss auch über (mindestens) eine Psychoonkologin verfügen. Allerdings können die meisten am Krankenhaus angestellten Psychoonkologen jeder Patientin aus Kapazitätsproblemen nur einige wenige Termine anbieten. Wer dauerhaft psychologisch betreut werden möchte - was ich bei einer chronischen Krankheit wie metastasierten Brustkrebs für durchaus angebracht halte -, sollte sich nach einer niedergelassenden Psychoonkologin umsehen. Finden kann man diese z.B. hier: https://www.krebsinformationsdienst.de/service/adressen/psychoonkologen.php (einfach PLZ und km-Umkreis eingeben).

Im ambulanten Bereich bezahlt die Krankenkasse leider nur gesprächsbasierte Therapien. Rehaeinrichtungen hingegen bieten auch andere Therapierichtungen an, z.B. Kunsttherapie, Tanztherapie und Musiktherapie. Kunsttherapie (s. Bild) und Tanztherapie habe ich selbst schon ausprobiert. Sie bieten interessante, andere Zugänge zur Seele. Gerne mal ausprobieren, wenn sich euch die Gelegenheit bietet!








Auch in dieser Woche gibt es eine Verlosung, die Agnes Wochen vor ihrem Tod vorbereitet hat. Dieser Post bewegt mich bes...
03/07/2020

Auch in dieser Woche gibt es eine Verlosung, die Agnes Wochen vor ihrem Tod vorbereitet hat. Dieser Post bewegt mich besonders, denn ich habe Agnes über die NetzwerkStatt Krebs kennen gelernt und war im gleichen Moderatoren-Kurs wie sie. Ich kann nicht nur den Kurs sehr empfehlen, sondern auch das Engagement in der Selbsthilfe. Ich glaube, Agnes ging es da ähnlich wie mir: Wir haben versucht, durch unser Engagement der Erkrankung einen Sinn zu geben und Betroffenen etwas von der Stärke und der Zuversicht abzugeben, die wir dadurch wiedergewonnen hatten.
Auch bei dieser Verlosung werden Agnes Familie und ich hoffentlich in Agnes' Sinne eine gute Wahl treffen.
Viele Grüße von Claudia
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Ich bin auf den Geschmack gekommen - es gibt wieder was zu gewinnen! :-) 2017 - 2019 war ich zwei Jahre ehrenamtlich für die NetzwerkStatt Krebs tätig, v.a. als Moderatorin der Online-Selbsthilfegruppe. Dafür habe ich auch eine Ausbildung zur Online-Moderatorin bei Anna Caroline Türk absolviert. Um Online- (und Offline-Meetings) noch besser begleiten zu können, habe ich mir einige Utensilien für die holistische (ganzheitliche) Moderation angeschafft. Ziel ist es dabei, nicht nur den Verstand sondern auch den Körper und die Seele anzusprechen und so zu besseren Ergebnissen zu kommen.

Da ich aufgund meiner Hirnmetastasen mein Ehrenamt aufgegeben habe, VERSCHENKE ich jetzt meine MODERATIONSMATERIALIEN. Es handelt sich zum einen um eine schöne Klangschale mit Kissen und Holzklöppel. Außerdem um das Kartenset "Chill-mal-dein-Leben" (gut für den Einstieg in ein Treffen geeignet) sowie um 6 Karten/Sticker mit den Grundsätzen der holistischen Moderation. Last-but-not-least gibt es noch ein "Redeobjekt" (handverlesener Stein von mir ;-)).

Um eine Chance auf diese schönen Dinge zu haben, beantworte bitte die folgenden Fragen:
1. Wo und wie bist du ehrenamtlich tätig?
2. Moderierst du bereits? Wenn ja: Welche Art von Meeting? Wenn nein: Welche Art von Meeting würdest du gerne moderieren?
3. Hast du eine Ausbildung in holistischer Moderation absolviert? (Falls nein, hier ein kleiner Tipp: Die NetzwerkStatt Krebs sowie die Frauenselbsthilfe Krebs bieten solche Schulungen immer mal wieder kostenlos an.)









Liebe Freundinnen und Freunde von Agnes und ihrem Blog metasandme, am vergangenen Samstag, Mittsommer, haben wir Agnes a...
27/06/2020

Liebe Freundinnen und Freunde von Agnes und ihrem Blog metasandme, am vergangenen Samstag, Mittsommer, haben wir Agnes an ihrer Buche im Trostwald Odenthal beigesetzt.
Agnes hatte über ihr – wie sie selbst in ihrer Einladung schrieb – „letztes Fest“ das Motto „Für den gut vorbereiteten Geist ist der Tod nur das nächste Abenteuer“ von Albus Dumbledore aus „Harry Potter“ gesetzt. Auch die Eingangsmusik „My way“ ließ vermuten, dass es keine gewöhnliche Beisetzung werden würde. Ihrem Wunsch entsprechend waren wir in heller und bunter Kleidung erschienen, um zu den Worten der beiden Moderatorinnen, die u.a. die Treffen der NetzwerkStatt Krebs begleiten, wie auch zu Worten ihrer Schwestern und Mutter unter dem sonnendurchleuchteten Blätterzelt Abschied zu nehmen. Wir durften noch einmal den Spuren ihres Lebens folgen bis hin zu ihrer letzten großes Reise. Die Aufforderung „Lebt Euer Leben und verschiebt nichts auf einen fernen Tag!“ gab uns Agnes mit auf den Weg.
Wir hoffen, sie erlebt derzeit ein großes, neues, schönes Abenteuer. Ihre Asche hingegen hat Ruhe gefunden.
Und wenn Du mal im Bergischen Land bist, bist Du herzlich eingeladen, auch ein wenig Ruhe zu finden. Damit Du den Baum Nummer 1293 vor lauter Wald auch findest: suche nach der Bank, von der aus Du ihn gut im Blick hast. Nimm Platz, lausche den Vö**ln und dem Blätterrauschen, wenn sie Dir von dieser Feier erzählen, und erinnere Dich an Agnes und Eure gemeinsamen Abenteuer auf Erden.

Ihr Lieben, vor ihrem Tod wollte sich Agnes noch von einem Buch trennen, in dem ein Foto von ihr veröffentlicht ist. Eig...
26/06/2020

Ihr Lieben, vor ihrem Tod wollte sich Agnes noch von einem Buch trennen, in dem ein Foto von ihr veröffentlicht ist. Eigentlich wollte sie die Gelegenheit nutzen, um über die Gewinnspielfragen auch mehr darüber zu erfahren, wie Euch ihr Blog gefällt. Wir haben uns entschieden, den Fokus der Verlosung nun ausschließlich auf den Nutzen des Buches, den dieses für dich haben könnte, zu fokussieren. Schau mal! Agnes Familie und ich werden hoffentlich in Agnes Sinne eine gute Wahl treffen. Viele Grüße von Claudia
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Ich weiß, dass einige meiner Leserinnen und Abonnentinnen vom Fach sind, d.h. sich beruflich mit dem Thema "Brustkrebs" beschäftigen. Für sie habe ich einen Leckerbissen: Und zwar die brandneue, vollständig überarbeitete Auflage des Standardwerks für (angehende) Breast Care Nurses: "Brustkrebs. Lehrbuch für Breast Care Nurses und Fachpersonen in der Onkologie". https://www.amazon.de/dp/3456859481/ref=cm_sw_em_r_mt_dp_U_eBWOEbX8APXNG

Herausgegeben wurde das Buch u.a. von Sara Marquard, die mich anschrieb, ob sie ein Foto aus meinem Blog für das Buch nutzen durfte. Das habe ich gerne erlaubt. Das Bild findet ihr übrigens im Buch auf S. 273 - oder in diesem Post vom 1.2.2019: https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=332557387592761&id=268394904009010

Als Dankeschön für die Abdruckgenehmigung gab es u.a. ein Belegexemplar des Buches. Ich habe in das Buch reingeschnuppert und es als seriös und empfehlenswert eingestuft. Allerdings handelt es sich ein Fachbuch und deshalb denke ich, dass alle, die in dem Bereich beruflich tätig sind oder werden wollen, mehr davon haben.

Darum verlose ich das Buch unter Interessenten. Falls du das Buch von mir geschenkt bekommen möchtest, antworte bitte in den Kommentaren auf die folgende Frage:

Warum sollte ich dir das Buch schenken?

Du darfst dich auch als "engagierte Laie" (z.B. Selbstgruppenleiterin o.ä) auf die Interessentenliste setzen lassen - das Buch ist mit gut 400 Seiten sehr umfangreich und bietet zu jedem relevanten Bereich des Themas etwas.

Bin gespannt, wer sich meldet (hoffentlich überhaupt jemand, ist das 1. Mal, dass ich auf diesem Wege etwas verschenke)!



;-)





Für diesen Freitag habe ich für Euch die posthume Veröffentlichung der Gedanken von Agnes zum Thema Übelkeit unter Chemo...
19/06/2020

Für diesen Freitag habe ich für Euch die posthume Veröffentlichung der Gedanken von Agnes zum Thema Übelkeit unter Chemo ausgewählt, die sie bereits im April für spätere Zeiten in Worte gefasst hat. Liebe Grüße von Claudia

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-- Unbeauftragte und unbezahlte Werbung wegen Produktnennung --

Neben dem Klischee von der Glatze (s. Post der letzten Woche) pflegt die Filmindustrie noch fleißig die Mär vom Krebspatienten über der Kloschüssel / Kotzschale. In den 1960er Jahren entsprach das der Realität. Meine Mutter absolvierte damals ihre Schwesternausbildung und erzählte mir, dass jeder Patient im Chemoraum eine Brechschale oder gar einen Eimer brauchte. Inzwischen gibt es zum Glück aber sehr wirksame Antikotzmittel (Fachbegriff: ANTIEMETIKA). Ich habe noch nie erlebt, dass jemand im Chemoraum erbrechen musste - und ich war schon sehr oft da (ca. 50 Mal). (Ich kann allerdings nur von Brustkrebs und gynäkologischen Krebsarten sprechen, andere Krebsarten werden von meinen Chemoärzten nicht behandelt.)

Die Antibrechmittel wurden auch in den 5 Jahren seit meiner Erstdiagnose noch weiter verbessert. 2015 bekam ich insgesamt 4 Medikamente, um die Übelkeit sicher fern zu halten: Emend, Zofran (Ondasetron), Cortison (im Vorlauf der Chemoinfusion aber auch als Tablette) und MCP. Bei Bedarf hätte ich noch Vomex nehmen können. Jetzt (2020) bekomme ich eine Chemotherapie, die eigentlich mit hoher Wahrscheinlichkeit Erbrechen auslöst (Carboplatin). Neben dem Cortison im Vorlauf der Infusion benötige ich aber nur eine einzige (!) Tablette (Akynzeo), um die Übelkeit über den gesamten "gefährlichen" Zeitraum von 5 (!) Tagen zu bannen.

Den meisten Brustkrebspatientinnen, mit denen ich gesprochen habe, geht es wie mir: Flaues Gefühl, Widerwille gegen bestimmte Speisen/Getränke: ja. Erbrechen: nein.

Wenn ihr als Brustkrebspatientin trotzdem unter Erbrechen leidet, hat das vermutlich eine der zwei folgenden Ursachen:
1. Euer Onkologe / Brustzentrum hat (noch) nicht die richtigen Antiemetika für euch zusammen gestellt. (Manche Ärzte sparen da auch an der falschen Stelle.) Dann wechselt die Medikamente, notfalls den Arzt.
2. Die Übelkeit ist keine Nebenwirkung der Chemo sondern durch den Krebs selbst verursacht. Dann ist ein Palliativarzt der richtige Ansprechpartner für euch.

Allen Übelkeitsgeplagten wünsche ich gute Besserung, denn das muss heute nicht mehr sein. Allen anderen: Keine Angst. Falls ihr jemals Chemo brauchen solltet, müsst ihr vor Übelkeit keine Angst haben, die ist inzwischen beherrschbar.








Foto: https://unsplash.com/photos/ROQz4eE2kzs

Aus der Reihe der Posts, die Agnes vorbereitet hatte, bevor Sie am Pfingstmontag starb, habe ich für diese Woche diesen ...
12/06/2020

Aus der Reihe der Posts, die Agnes vorbereitet hatte, bevor Sie am Pfingstmontag starb, habe ich für diese Woche diesen für Euch ausgewählt. Ich denke, etliche von Euch haben beim Thema "Krebs und Haare" ähnliche Erfahrungen gemacht. Viele Grüße von Claudia
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Kaum etwas steht in Filmen für Krebs wie Chemo und Glatze. Im echten Leben führt das zu Annahmen wie "Du hast Haare, also bekommst du keine Chemo. Dann kann der Krebs nicht so schlimm sein." Das ist gleich mehrfach verkehrt. Deshalb hier einige Fakten zu "KREBS UND HAARE":

1. Es stehen nicht für alle Krebsarten Therapien zur Verfügung, die zu Haarverlust führen. Manche Krebsarten können z.B. nur operiert werden - d.h. aber keineswegs, dass sie weniger schlimm sind.

2. Nicht nur Chemo kann bei Krebs zu Haarverlust führen. Kopfbestrahlungen (s. meine letzten Fotos) führen z.B. auch zu Haarausfall. Andere systemische Therapien, z.B. Antihormontherapien, führen oft auch zu sehr schütterem Haar.

3. Nicht jede Chemotherapie verursacht Haarausfall. Meine aktuelle Chemotherapie (Carboplatin) z.B. nicht. Da stehen andere Nebenwirkungen im Vordergrund. Die können aber mindestens genauso belastend sein (z.B. Übelkeit, Blutbildveränderungen).

4. Selbst wenn eine Chemotherapie typischerweise Haarverlust (Fachbegriff: Alopezie) auslöst, ist der nicht zwingend total. Die meisten Brustkrebspatientinnen (so auch ich bei der Erstdiagnose 2015) rasieren sich die Haare ab, sobald sie das "Geriesel" auf dem Kopfkissen oder die Haarbüschel in der Dusche nerven. Wenn man nicht rasiert (2019 selbst getestet, s. Foto mit schütterem Haar), merkt man, dass nicht alle Haare ausfallen. Außerdem gibt es Kühlhauben, die Alopezie vermeiden sollen. Die habe ich 2019 übrigens auch getestet, wobei sie bei mir keinen großen Unterschied gemacht haben.

5. Zu guter Letzt gibt es auch Alopezie, die rein gar nichts mit Krebs zu tun hat, sondern andere Ursachen hat (Gene, andere Krankheiten). Oder man "trägt" Glatze aus modischen oder praktischen Gründen.

Fazit: Von Glatze auf Krebs und vice versa zu schließen oder gar auf die Schwere der Krankheit ist fahrlässig. Wenn ihr wissen wollt, wie es jemanden geht, dann fragt die Person direkt!







Agnes hat sich seit 2017, wie viele von Euch sicherlich wissen, in der NetzwerkStatt Krebs engagiert. Dort ist in dieser...
07/06/2020

Agnes hat sich seit 2017, wie viele von Euch sicherlich wissen, in der NetzwerkStatt Krebs engagiert. Dort ist in dieser Woche auch ein Nachruf auf sie veröffentlicht worden, den wir gern mit Euch teilen möchten.
Liebe Grüße von Claudia und Hedi.

Die NetzwerkStatt Krebs lebt durch das Engagement vieler wundervoller Menschen: Manche repräsentieren die NetzwerkStatt nach außen, andere sorgen mit ihrer Arbeit an der Basis für festen Halt und Kontinuität, manche sind sofort für andere da, wenn Hilfe gebraucht wird. Und es gab Agnes Harth-Sanders (Agnes Sturm). Sie hat an fast allem, was die NetzwerkStatt betrifft, seit 2017 fortlaufend mitgearbeitet: Sie war Initiatorin, Ansprechpartnerin und Moderatorin für die Online- Selbsthilfegruppe, treibende Kraft in unseren Facebook-Präsenzen, beharrliche Archivarin von Unterlagen und Anleitungsschreiberin, Nachrichtenverteilerin, Standbesetzung auf Veranstaltungen, Regio, Ideengeberin, Fürsprecherin und Umsetzerin. Wenn irgendwo eine schon mal grob angedachte Idee weiter verfolgt werden sollte, hatte sich Agnes längst konkrete Gedanken gemacht und schon einmal etwas vorbereitet. Der Plan der Frauenselbsthilfe Krebs, ein Netzwerk für metasierte Krebserkrankte zu schaffen, war ihr eine Herzensangelegenheit. Nicht zuletzt machte sie mit ihrem unverstellten, realistischen und doch jederzeit zuversichtlichen Umgang mit ihrer Krebserkankung bei den Treffen der NetzwerkStatt wie auch in ihrem Blog Metasandme vielen Betroffenen Mut. Irgendwann schrieb sie nach einem wieder einmal wenig optimistischen Arztbesuch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Jahr 2020 an ihrem Bäumchen im Trostwald stehen würde, gestiegen sei. Wir wollten das nicht wahr haben. Dabei war sie dankbar für alles, was sie in ihrem Leben immerhin alles erleben durfte - vor allem für ihre Familie. Natürlich hatte sie auch für ihre letzten Schritte schon etwas vorbereitet. Und plötzlich ging alles ganz schnell. Agnes ist in der Nacht zum Pfingstmontag von uns gegangen.
Wie sehr sie uns in der NetzwerkStatt fehlt, haben wir schon in den letzten Wochen erfahren müssen. Aber als Freundin fehlt sie uns noch viel, viel mehr! Unsere Gedanken sind bei ihrer ganzen Familie.
Wir möchten Dich einladen, heute Abend in Deiner Trauer nicht alleine zu sein. Wenn Du magst, dann zünde auch Du um 19.30 Uhr eine Kerze für Agnes an und nimm Dir wie viele von uns an Deinem Ort ein paar Minuten Zeit, um an sie zu denken. Gern kannst Du auch Deine Erinnerungen und Gedanken mit uns teilen.

Anderthalb Tage vor ihrem Tod bat mich Agnes, am kommenden Freitag - also heute - diese Geschichte von Henri Nouwen in i...
05/06/2020

Anderthalb Tage vor ihrem Tod bat mich Agnes, am kommenden Freitag - also heute - diese Geschichte von Henri Nouwen in ihrem Blog zu veröffentlichen. Es ist der letzte Blogbeitrag, über den sie sich Gedanken gemacht hat, und zugleich der erste, den ich posthum für sie veröffentliche. Liebe Grüße von Claudia
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Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch der Mutter.

„Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?“ fragt der eine Zwilling.

„Ja, auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden groß und stark für das, was draußen an der frischen Luft kommen wird.“ antwortet der andere Zwilling.

„Ich glaube, das hast du eben erfunden!“ sagt der erste. „Es kann kein Leben nach der Geburt geben – und wie soll den ‚frische Luft‘ bitte schön aussehen?“

„So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir mit den Beinen herumlaufen können und mit dem Mund tolle Sachen essen?“

„So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns nährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist doch die Nabelschnur viel zu kurz.“

„Doch, das geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders sein.“

„Du träumst wohl! Es ist doch noch nie einer zurückgekommen von ’nach der Geburt‘. Mit der Geburt ist das Leben einfach zu Ende! Punktum!“

„Ich gebe ja zu, dass keiner genau weiß, wie das Leben ’nach der Geburt‘ aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird sicher für uns sorgen.“

„Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo soll denn die nun sein, bitteschön?“

„Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!“

„So ein Blödsinn! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht! Schluss damit!“

„Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie leise singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt ganz sanft und liebevoll streichelt.“

Quelle: https://www.zeitlos-meditation.de/2017/05/12/eine-weisheitsgeschichte-die-zwillinge-im-mutterleib/

Ich glaube auch an das Leben nach dem Tod.

Das Foto ist aus dem Innenhof des Hospiz in Köln-Porz, in dem ich jetzt wohne.




Diesen schönen Stein hat Agnes jüngste Schwester Vroni gestaltet. Mit diesem Foto möchte sich Agnes‘ ganze Familie ganz ...
05/06/2020

Diesen schönen Stein hat Agnes jüngste Schwester Vroni gestaltet. Mit diesem Foto möchte sich Agnes‘ ganze Familie ganz herzlich bei Euch allen bedanken für Eure überwältigende Anteilnahme sowie die liebevollen und wertschätzenden letzten Worte, die Ihr in Euren Kommentaren Agnes mit auf ihre Reise gegeben habt. Ihre Familie hat natürlich auch metasandme abonniert und liest Eure Botschaften mit. Bitte habt Verständnis, dass sie nicht auf alle Fragen und Reaktionen antworten wird. Aber es ist ihr ein großer Trost zu wissen, wie viele Menschen Agnes ein Stück des Weges begleiten durfte und wie viele von Euch Mut und Zuversicht in ihren Worten gefunden haben.

Nun wäre dieser Blog eigentlich zu Ende. Eigentlich! Denn Agnes wäre nicht Agnes, wenn sie nicht, wie immer, gut vorbereitet gewesen wäre. Agnes hat vorsorglich im April und Mai eine ganze Reihe von Posts für die Wochen vorbereitet, in denen es ihr möglicherweise nicht so gut gehen würde. Da es Agnes‘ Wille war, Euch an ihren Gedanken teilhaben zu lassen und sie mich auch gebeten hatte, sie in den Tagen, in denen es ihr nicht gut geht, bei diesem Blog zu unterstützen, möchten wir Euch diese Posts natürlich nicht vorenthalten. Und so werde ich in den nächsten Wochen – wie immer Freitagnachmittag – einen ihrer Posts freischalten, und wahrscheinlich wird es ein bisschen so sein, als wäre Agnes noch hier.
Liebe Grüße von Claudia

01/06/2020

Hallo ihr Lieben,
Agnes hat sich vergangene Nacht für immer von uns verabschiedet. Ich war bei ihr als sie aufgehört hat zu atmen - sie hatte ein Lächeln auf den Lippen.

Vielen Dank für alles, was ihr für Agnes getan habt. Ihr Blog war ihr immer sehr wichtig und hat ihr viel Kraft und Mut gegeben. Ihr wart wie eine zweite Familie für sie!
Traurige und dankbare Grüße von Hedi (Schwester von Agnes)

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