24/07/2020
Ihr Lieben, wir alle müssen jetzt ganz stark sein! Obwohl Agnes bereits Pfingstmontag verstorben ist und wir ihre Asche unter der von ihr ausgewählten Buche im Trostwald beigesetzt haben, so schien sie über ihre vorbereiteten Blogbeiträge doch weiterhin so präsent, als wäre sie noch bei uns. Da wir alle nicht wissen, was nach dem Tod kommt, ist sie ja vielleicht auch wirklich weiterhin noch in einer Form hier, die wir nicht beschreiben können. Und in unseren liebevollen Erinnerungen und unseren Gedanken lebt sie ohnehin weiter. Aber heute lest Ihr hier tatsächlich den allerletzten von ihr vorbereiteten Beitrag.
Hier ist ihre Botschaft an Euch:
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Ein alter Indianer sitzt mit seinem Sohn am Lagerfeuer und spricht:
“Mein Sohn, in jedem von uns tobt ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse. Er kämpft mit Neid, Eifersucht, Gier, Arroganz, Selbstmitleid, Lügen, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut. Er kämpft mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Vertrauen und Wahrheit.”
Der Sohn fragt: „Und welcher der beiden Wölfe gewinnt?“
Der alte Indianer schweigt eine Weile.
Dann sagt er: „Der, den du fütterst.“
Diese Geschichte über die zwei Wölfe passt m. E. auch sehr gut zum Umgang mit Krebs. Eine Krebserkrankung, noch dazu eine unheilbare, ist eine existenzielle Erfahrung. Sie zeigt uns, wie kostbar das Leben ist. Nichts ist mehr selbstverständlich, alles ist bedroht. Das kann uns vor Angst lähmen oder unsere Lebenslust beflügeln. Beide Seiten existieren, aber wir sollten die Seite füttern, die uns gut tut. Und die Nähe von Menschen suchen, die uns dabei unterstützen, statt uns runterzuziehen, indem sie den falschen Wolf füttern.
Quelle für die Geschichte: https://www.halloklarheit.de/blogs/news/2woelfe
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Liebe Freunde und Freundinnen von Agnes Sturm und metasandme. Vielen Dank von Agnes Familie, dass ihr Agnes und ihrem Blog über all die Zeit die Treue gehalten habt und Euch von Agnes habt beschenken lassen. Es ist ein großer Trost zu wissen, dass sie vielen Menschen etwas geben konnte. Vielen Dank für Eure Rückmeldungen an Agnes, die sie bestärkt haben. Auch Ihr habt ihr viel geschenkt! Agnes Blog endet hier. Aber Ihr schreibt Eure Geschichte des Lebens weiter. Diejenigen von Euch, die wie Agnes Betroffene sind, lasst Euer Leben nicht dauerhaft von der Krankheit bestimmen, sondern sucht nach Euren Freiräumen, nach Wegen, die Eure Lebensqualität erhöhen!
Uns allen wünsche ich, dass wir immer wieder prüfen, welchen Wolf wir da gerade füttern.
Bleibt mutig, zuversichtlich, zugewandt und selbstbestimmt - so wie Agnes es uns vorgemacht hat.
Letztmalig Eure Claudia