10/02/2026
Ja, du hast richtig gehört...
1 Stunde Schritt reiten, wohlmöglich noch am am langen Zügel, hat, meines Erachtens, im Training nicht viel zu suchen und im Reha-/Aufbautraining erst recht nicht.
Leider lese und höre ich es häufig, dass längeres Schrittreiten, z.B. bei Sehnenschäden, statt Schritt vom Boden aus zu erarbeiten kein Problem ist und gut zum Aufbau geeignet ist.
❓ Was passiert denn, bei langem Schrittreiten?
Ganz kurz gesagt:
🤯 Ohne eine positive Spannung im Pferdekörper ist dieser nicht tragfähig. Der Rumpf hat wenig bis keine Möglichkeit aktiv zu sein. Dies führt nicht nur zu einer schnellen Ermüdung mit einhergehender Verspannung der Rückenmuskulatur, sondern auch zu einer erheblichen Problematik im Rumpftrageapperat. Der gesamte Rumpftrageapperat gerät in eine deutliche Kompensation, die wiederum die Statik im Körper beeinflusst und, bleiben wir beim Beispiel der Sehnenerkrankung, gerade den Beugesehnenapparat und den Fesselträger deutlich überlastet.
Auch eine Stunde nonstop Schritt Reiten mit aufgenommenem Zügel wird die Sache leider nicht retten, denn gerade die Aktivierung des Rumpfes im Viertakt ist sehr anstrengend für den Bewegungsapparat und die meisten Pferde werden hier ebenfalls in die Kompensation gehen. Denn ein aufgenommener Zügel und ein scheinbar runder Hals machen keinen aktiven Rumpf!
Kurze gerittene Schritteinheiten, zur richtigen Zeit und mit einem entsprechenden Augenmerk auf die Kernproblematik ist jedoch eine gute Möglichkeit zum Aufbau, allerdings gezielt, im anständigen Viertakt und mit aktivem Rumpf!
❓Was hilft euch also im Wiederaufbau nach einer langen Pause?
Ein angepasster Trainingsplan 🙏
Bevor es wieder in den Sattel geht, baue ich gern vom Boden aus auf.
Auf dem Video hatte das Pony eine Pause nach Entzündung in der HWS. Sichtbar: das reelle aktivieren des Rumpfes fällt schwer!
Müsstest du dein Pferd schonmal nach einer Pause aufbauen?