06/01/2026
Vielen Dank für Dein Losgehen und Erfahren und für Dein Teilen, liebe Katrin Uhl! Möge es viele Herzen finden.
Unlearn Patriarchy
In einem Treffen mit meiner FemmeFlow-Sparringspartnerin kamen wir darauf zu sprechen, dass es gar nicht so einfach ist, herauszufinden, wie das geht, als freie, unabhängige, sich entpatriarchalisierende Frau in einer Partnerschaft zu sein – einfach weil wir keine oder sehr wenige wirkliche Rollenvorbilder dafür haben.
Kurz darauf kam das ganz ähnlich noch einmal auf, in einem Kreis mit meinen Kolleginnen Monja Hämmerle und - Simone Ilskens. Wir beschlossen, dazu eine Reise zu machen und uns das einfach zeigen zu lassen, wie sich das anfühlt, wie das gehen kann, wie das aussehen kann, als Frau jenseits patriarchaler Konditionierung zu sein.
Ich möchte Euch gerne erzählen, was ich auf der Reise erlebt habe, weil ich es unglaublich kraftvoll und heilsam finde, was ich dort erfahren und geschaut habe. Ich finde das auch nicht nur spannend für Frauen*, sondern genauso wichtig auch für Männer* und all die anderen Geschlechter zwischen und jenseits dieser Pole. Und ich mag Euch – wenn Ihr die schamanische Reise beherrscht – gerne ans Herz legen, diese Reise auch mal zu machen, egal welchem Geschlecht Ihr Euch zugehörig seht.
Ich glaube, da steckt große Kraft und Heilung drin!
Gesagt getan, ich reiste los mit der Bitte an die Geister, mir zu zeigen, wie das Sein (in meinem Fall als Frau) sich anfühlt / aussieht / gehen kann, jenseits patriarchaler Konditionierung.
Ich erzähle Euch jetzt, wie sich mir die Reise gezeigt hat, sie kann sich Euch ganz anders zeigen!
Zunächst kam ich ins „Dorf der Frauen“, in dem ich gezeigt bekam, dass das sooo vielfältig sein kann, wie es Menschen gibt.
Ich durfte fühlen, wie es sich für mich anfühlt.
Ich spürte eine große Weite im Herzen und begann mit den Frauen zu tanzen. Die Weite im Herzraum war erstaunlich. Der Körper wurde leicht und ruhig. Und irgendwann hatte ich eine Erkenntnis: ich bin voll und ganz im Körper. Körper, Seele, Herz, Geist, sind eine Einheit. Es gibt keinen Anlass zu dissoziieren oder auf der Hut zu sein. Ich bin ganz DA. Verbunden mit mir - und der Gemeinschaft.
Aber auch unabhängig und frei. Unabhängig und frei und doch verbunden. Ein ganz wunderbares, mich tief entspannendes Gefühl. Auch wurde ich in den Hüften freier.
Ich gab mich ganz diesem Körperempfinden hin.
Als ich so richtig darin gelandet war, befanden wir uns plötzlich im „Dorf der Menschen“.
Wir tanzten.
Langsam entfaltete sich vor mir das Bild:
Es gab einen Kreis der Frauen, die tanzten.
Um sie gab es einen Kreis der Männer, die tanzten.
Im Kreis der Frauen standen auch ganz selbstverständlich trans Frauen mit dabei und im Kreis der Männer ganz selbstverständlich trans Männer.
Und alle waren irgendwie so ganz entspannt in sich verankert. Angstfrei und ganz da.
Dann gab es Menschen, die frei vom Kreis der Männer zum Kreis der Frauen und andersherum wechseln konnten, ganz nach belieben. Das fühlte sich leicht und spielerisch an. Sie brachten eine gewisse lebendige Dynamik in die Anordnung hinein.
Und in der Mitte waren die Kinder – und jene Menschen, die sich weder dem Kreis der Frauen, noch dem Kreis der Männer zugehörig fühlten.
Sie waren etwas ganz besonderes. Auch ganz besonders schützenswert, wie die Kinder und die Alten.
Es fühlte sich so heilsam an, in diesen Kreisen zu tanzen, mit all den Menschen einer Gemeinschaft und jede*r Mensch hatte seinen Platz, auch wenn es kein fester sein wollte, konnte oder sollte.
Und irgendwann spürte ich einen großen Schmerz im Herzen, der Schmerz darum, wie sehr wir scheinbar derzeit von dieser Art Wirklichkeit entfernt sind.
Die Spirits nahmen sich meines wunden Herzens an und gaben heilsame Impulse hinein. Und noch während der Reise war klar: das musst Du erzählen, das will hinaus in die Welt.
Warum? Weil ich mir eine Welt wünsche, in der wir Menschen es schaffen, die ewigen generationenübergreifenden Kreisläufe der Gewalt zu durchbrechen.
Ich webe und erträume mit vielen anderen eine Welt, in der wir die heilsame Erfahrung machen können, ganz in unserer eigenen Kraft verankert zu sein – frei und doch verbunden. Teil einer Gemeinschaft, die nicht (ab)wertet, wer oder was Du bist.
Teil einer Gemeinschaft, die nicht auf Gewalt, sondern auf Verbundenheit basiert.
Auf einer Verbundenheit, die Freiheit und Gehaltensein zugleich bietet.
Die jede Kraft – oder wie Simone so schön sagte – die Medizin einer jeden Person - zu schätzen weiß und in der jede Person die Möglichkeit hat, ihre ganz eigenen Medizin voll zu entfalten!
Webst Du auch an dieser Vision?
Lasst uns diese Visionen und diese Geschichten teilen.
Wir erzählen uns so viele Geschichten von Gewalt, Schmerz, Hass und Angst.
Lasst uns Visionen der Heilung und der Verbundenheit weben. Lasst uns diese Geschichten in die Welt tragen.
Gesegnet sei´s!
(Danke Urs Barth I Ahnenwege für diese wunderbare Redewendung, die ich gerne übernehme und in die Welt trage!)
Bild: Alice Aditi
Müde, faltig und vergnügt mit den Hexenschwestern im Wald