27/01/2026
Heute haben wir erinnert.
Unter anderem an Anton Pferdekamp. Anton lebte sieben Jahre im Haus Kannen – dem heutigen Campus Amelsbüren –, bis er am 25. September 1937 auf Anordnung des Nazi-Regimes erst in mehrere Heilanstalten eingewiesen wurde und schließlich am 26. Juli 1943 in der Heilanstalt Eglfing-Haar im sogenannten „Hungerhaus“ starb. Unterernährung, Überdosen verabreichter Medikamente und bewusste Verwahrlosung dürften sein Sterben bedingt haben.
Mit der Geschichte von Anton erinnern wir daran, dass von Januar 1940 bis Ende August 1941 in Deutschland rund 70.000 Menschen mit geistiger Behinderung oder psychischer Erkrankung Opfer des menschenverachtenden Systems des Nationalsozialismus wurden. Darunter auch 106 Bewohner*innen des Haus Kannen, die deportiert und schließlich getötet wurden.
In Gedenken an Anton und drei weitere Personen wurden heute in ihrer Heimatstadt Stolpersteine verlegt.
Lasst uns erinnern. Gegen das Vergessen.
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Leichte Sprache:
Heute haben wir gemeinsam erinnert.
Wir erinnerten an eine schlimme Zeit.
Die Zeit war von Januar 1940 bis August 1941.
In dieser Zeit wurden in Deutschland etwa 70.000 Menschen getötet.
Es waren Menschen mit geistiger Behinderung.
Oder Menschen mit seelischen Krankheiten.
Auch 106 Menschen aus dem Haus Kannen waren darunter.
Das Haus Kannen ist heute der Campus Amelsbüren.
Diese Menschen wurden weggebracht.
Später wurden sie getötet.