10/11/2021
Die Debatten und Diskussionen darüber, wer zuerst eine Corona-Auffrischimpfung bekommen soll, sind (ähnlich wie bei den Erstimpfungen im Frühjahr 2021) wieder voll entbrannt. Dieses Mal liegt die Schwierigkeit nicht in der Knappheit der Impfstoffe, sondern zum einen im anhaltenden Streit zwischen der Bundesregierung ("alle sofort impfen") und der Ständigen Impfkommission (STIKO) ("nur definierte Risikopatienten impfen") und zum anderen in der Schwierigkeit, die Anzahl der anfallenden Impfungen als Arztpraxis überhaupt annähernd zu bewältigen, da die Impfzentren ja allesamt geschlossen wurden.
Es geht also wieder einmal nur geordnet einer nach dem anderen, entsprechend den Praxis- und Personalkapazitäten. Wir bieten daher im laufenden Quartal zusätzliche Booster-Impftermine an einzelnen Samstagen an. Hierzu können Sie sich telefonisch oder per E-Mail anmelden. Wir teilen Ihnen dann den Impftermin entsprechend mit. Terminwünsche können hier aus organisatorischen Gründen nicht berücksichtigt werden.
Es gebietet der Respekt vor den Schwächsten, dass die von der Ständigen Impfkommission wohl durchdachte Konzentration zunächst auf die Risikopatienten absoluten Vorrang hat. Daher vergeben wir zurzeit ausschließlich Booster-Impftermine für den von der STIKO definierten Personenkreis. Erst- und Zweitimpfungen werden unabhängig davon natürlich weiterhin durchgeführt. Allein das sprengt schon fast den Rahmen des Machbaren einer Praxis, da all diese Menschen ja zuvor in den Impfzentren in großer Zahl geimpft wurden, die ja erheblich größere Kapazitäten hatten als eine Einzelpraxis. In den Praxen müssen parallel noch die Routine-Medizin mit all den anderen kranken Menschen aufrechterhalten sowie Grippeimpfungen durchgeführt und die in diesem Herbst enorme Anzahl der Infekt-Patienten bewältigt werden. Letztere müssen zudem aus Infektionsschutzgründen auch räumlich und zeitlich von den übrigen Patienten separiert werden.
Alles in allem ein enormer logistischer Aufwand, der vielen impfwilligen und besorgten Patienten nicht unbedingt bewusst ist. Das stellen wir in zahlreichen Patientengesprächen immer wieder fest.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich zur Boosterimpfung folgendermaßen festgelegt:
Es muss eine der 5 folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:
1. Heimbewohner
2. Alter über 70 Jahre
3. Behandlung mit Immunsuppressiva (Medikamente, die das Abwehrsystem herunterfahren), unabhängig vom Alter
4. vorausgehende Impfung mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson, unabhängig vom Alter
5. Beschäftigte im Gesundheitswesen, unabhängig vom Alter
Außerdem muss die letze Impfung mehr als 6 Monate zurückliegen. Ausnahme bildet die Boosterimpfung nach vorausgehender Impfung mit dem Impfstoff von Johnson& Johnson. Hier ist ein Mindestabstand von 1 Monat vorgesehen.
Wir hoffen auf Ihr Verständnis und bitten um Geduld. Änderungen der STIKO-Maßgaben werden wir hier umgehend mitteilen. Es ist sicher damit zu rechnen, dass hier in den nächsten Wochen vonseiten der STIKO nachgebessert wird und weitere Personengruppen einbezogen werden. Wir werden dann – in der entsprechenden Reihenfolge der Gefährdung – die Impfungen nach besten Kräften in höchstmöglicher Anzahl, auch außerhalb der Sprechstunden und an den Wochenenden, durchführen.