08/01/2026
Wochengedanken v. 08.01.2026 KW 2
Der Zug war pünktlich
„Der Zug nach Idar-Oberstein hat heute 35 Minuten Verspätung, wir bitten um Entschuldigung“.
So lautet eine der täglich zu hörenden Durchsagen am Bahnhof „Mainz Römisches Theater“, an dem bekanntlich unsere Praxis liegt.
In den warmen Tagen haben wir zum Lüften die Fenster gekippt, was uns einen aktuellen Überblick über das Bahnchaos im Bahnhof am römischen Theater gibt.
Nur an diesem Bahnhof! In ganz Deutschland sind es ca. 5400 Bahnhöfe mit Lautsprecheransagen der DB.
Grund für Verspätungen und Ausfälle sind langsam vorausfahrende Züge, defekte Stellwerke oder unvorhergesehene Personalausfälle.
Leider zucken wir nur noch die Schultern bei der Ansage: „Notarzteinsatz auf der Strecke“, was gleichbedeutend mit einem Selbstmord ist.
Sich vor den Zug werfen, wenn er denn kommt, wird in tödlicher Absicht fast 1000x im Jahr gemacht.
1000 verzweifelte Menschen, die das Gefühl haben, ihnen kann niemand mehr helfen.
Stets bittet die Bahn um Entschuldigung bei Pannen (der Schienensuizid ist keine Panne, die Bahn sicher unschuldig).
Aber wenn die sonore Lautsprecherdurchsage die Gründe aufzählt, warum Missstände jetzt Menschen treffen, die Termine haben, zur Arbeit müssen, Verwandte besuchen möchten, Anschlusszüge erreichen wollen, kommt die Wahrheit nicht aus dem Lautsprecher.
Grund ist Missmanagement, Misswirtschaft und Gewinnsucht.
Leittragend sind abhängige Menschen, Bürger denen eine reibungslose Verbindung und erträgliche Fahrtbedingungen versprochen wurden. Die viele Steuern aufbringen, um einen geordneten Bahnverkehr zu gewährleisten.
Keiner der großen Vorstände oder führenden Verkehrspolitiker spricht von der Oma im Flächenland Rheinland-Pfalz, die den Schienenersatzverkehr nicht nutzen kann, weil der Buseinstieg zu hoch und der letzte kleine Bahnhof in ihrem Heimatort als unwirtschaftlich geschlossen ist.
Nicht in vielen Witzen und den meisten Fastnachtsvorträgen müssen die Missstände vorkommen – Hauptsache wir haben mal darüber gelacht – sondern in fassbaren Fortschritten und Mut zur Wahrheit.
„Der Zug war pünktlich“ ist übrigens keine Parodie oder die Formulierung eines Wunsches, sondern eine Erzählung von Heinrich Böll.
Es lohnt sich aus vielen Gründen, diese wieder in die Hand zu nehmen und zu lesen.
Die Züge sind pünktlich in der Schweiz. Ob das an Wilhelm Tell oder den vielen Tunneln liegt?
Wir blicken optimistisch auf Verbesserungen der Bahninfrastruktur im Jahr 2026. Auf zuverlässigeren Bahnverkehr hoffen wir alle
Bleiben Sie gesund.
Sollte es mit der Gesundheit Probleme geben:
Wir sind samstags von 6:30-10:00 Uhr für Sie in unserer Praxis und unter der Woche zu den gewohnten Sprechzeiten.
Bei Terminwünschen nutzen Sie gerne die „Online Terminvergabe“ auf unserer Homepage.
Wir bieten auch eine Videosprechstunde an, Rezept- und Überweisungswünsche sind auch per T-Net Box die gesamte Woche und am Wochenende, 24 Stunden am Tag, möglich.