16/03/2024
Liebe Patientinnen, liebe Patienten und liebe Freunde,
am kommenden Montag jährt sich der Todestag meiner Frau zum sechsten Mal.
Inzwischen habe ich mich ins Leben zurück gekämpft, habe einen neuen Job, eine neue Freundin und auf diesem Wege auch Beute- und/oder Bonuskinder.
Ich komme also zurecht, auch wenn ich es sooo oft gerne anders hätte und mich immer wieder auch schlechte Tage begleiten.
Nach sechs Jahren stelle ich leider aber auch fest, dass sich das geplante Projekt „Ein Ocean an Zeit„ wohl nicht realisieren wird. Der Kontakt zu der Freundin, die für diese Idee federführend war ist leider eingeschlafen und ich selber habe nicht die kreative Ader für ein solches Unterfangen.
Daher habe ich beschlossen, das Konto dieses Projektes zu schließen und das gesammelte Geld an drei Organisationen zu spenden, bei denen ich glaube, dass ihr Zweck eine Verbindung zu meiner Frau hat und sie daher damit einverstanden wäre, diese Organisationen zu unterstützen.
Zum einen ist das der „Wünschewagen Rheinland-Pfalz“.
Kirsten und ich hatten zum Glück die Möglichkeiten während ihrer Krankheit noch einige Dinge zu unternehmen, die ihr sehr am Herzen lagen. Ich habe dabei erleben können, wie wichtig ihr das war und wieviel Energie sie aus diesen Unternehmen, Urlauben oder auch nur Momenten gezogen hat. Daher ist es mir ein Anliegen, auch anderen diese Möglichkeit zu geben.
Zum anderen werde ich einen Teil des Geldes an die Mainzer Stiftung „Leben mit Krebs“ spenden.
Denn genau das, „Leben mit Krebs“, war das Ziel von Kirsten. Sie hatte den Krebs als chronische Krankheit akzeptiert und den Glauben daran, dass sie mit dieser Krankheit durchaus noch lange gut leben könnte. Auch wenn es anders gekommen ist, hoffe ich sehr, dass es Krebspatienten gibt, die diesen Weg gehen können und dabei von der Stiftung unterstützt werden.
Letztes Spendenziel ist dann noch die Stiftung „Krebskranke Kinder Mainz“.
Parallel zu Kirsten hatte eine Tochter von Freunden von uns Krebs. Von ihr stammt der Ausspruch „Kämpfen lohnt sich immer“, den Sie trotz schwerer Krankheit formulierte und den Kirsten sich sehr zu Herzen nahm. Auch Sie ist leider inzwischen verstorben. Trotzdem bleibt “Kämpfen lohnt sich immer“ auch in meinem Herzen und ich hoffe, dass die Stiftung krebskranke Kinder unterstützen kann diese Kraft und Stärke zu finden, um damit ihrer Krankheit zu trotzen und soweit es geht weiter im Leben zu stehen.
Ich hoffe, Sie können meine Entscheidung und die Beweggründe dahinter verstehen oder zumindest akzeptieren.
Herbert Grönemeyer besingt meine Gefühle im Lied „Der Weg“ sehr treffend: „ .. es war ein Stück vom Himmel, dass es Dich gibt …“ und es erscheint mir so, als ob ich in Bezug auf Kirsten nicht der einzige bin, der es so empfindet.
Abschließend möchte ich Ihnen daher noch einmal von Herzen für die Anteilnahme danken, die Sie gegenüber mir und allen Angehörigen gezeigt haben. Es tut unglaublich gut zu erfahren, wie geschätzt Kirsten war und zu wissen, dass sie auch heute noch einen Platz im Herzen vieler Menschen hat.
Ralf Teichmann