02/10/2025
Beim Wort Palliativmedizin denkt man an letzte Stunden, starke Medikamente, die oft Sorgen machen.
Vielleicht ist da die Angst, dass Schmerzmittel den Menschen in seinem Wesen verändern könnten? Oder dass klare Gedanken nicht mehr möglich sind.
Und ggf. ist da auch die Sorge nicht mehr am Leben teilhaben zu können?
Und man denkt auch daran, dass der Tod nun vor der Tür steht, ja vielleicht sogar schneller eintreten könnte, wenn man Medikamente zur Symptomabdeckung nutzt.
Wir kennen diese Sorgen. Und wir wollen drüber reden.
Was wir wirklich tun, wenn wir in eine Begleitung kommen:
Wir sorgen dafür, dass Menschen am Lebensende in Würde und mit guter Symptomkontrolle gehen dürfen. Dazu gehört die Linderung von Schmerzen, Atemnot, Angst und vielen anderen Beschwerden.
Stets ist das Ziel die gute Lebensqualität! Inklusive Wachheit und aktiver Teilnahme am Leben, soweit es die Kräfte zulassen.
Dabei geht es nicht nur um die Patienten. Auch die Angehörigen tragen schwer: Sie pflegen, sie begleiten, sie investieren unermüdlich ihre Kraft – und nicht selten bleiben sie dabei selbst auf der Strecke. Oft ist es für sie unerträglich, dem Leiden eines geliebten Menschen hilflos zusehen zu müssen.
Eine gute Symptomkontrolle bedeutet deshalb nicht nur Erleichterung für den Erkrankten, sondern auch Trost für die Angehörigen. Denn die Erinnerung an das Lebensende eines Menschen prägt für immer.
Sätze wie „Damals, als Papa starb, das war schlimm – er hat so gelitten“ brennen sich tief ein, machen Angst vor dem eigenen Sterben und können traumatisieren.
Genau hier liegt der Wert der spezialisierten Palliativversorgung: Sie ist nicht nur segensreich für die unmittelbare Situation, sondern hat auch eine nachhaltige gesellschaftliche Bedeutung.
Palliativmedizin schenkt Lebensqualität, Würde – und Frieden.
Wir nutzen natürlich auch starke Medikamente, aber mit Sinn und Vorsicht und so dosiert, dass sie lindern und dennoch so viel Wachheit und Lebensqualität, wie in der gegebenen Situation möglich, erlauben.