06/11/2019
Information für alle Interessierten
Manch einem ist vielleicht die vermehrte negative Berichterstattung über die Arbeit und den Beruf der Heilpraktiker aufgefallen. Die Forderungen gehen über massive Einschränkungen in diesem Beruf bis hin zum absoluten Berufsverbot.
Das wäre für viele Menschen eine massive Einbuße, denken wir allein an die Menschen, die schulmedizinisch austherapiert sind.
Vielen ist unbekannt, das auch die Partei -Die Grünen- sich gerade für ein Verbot der alternativen Medizin stark machen.
Am 31.10. 19 um 21.45 Uhr gab es mit der "Panorama" Sendung erneut eine Berichterstattung, die mehr als fragwürdig ist....
https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2019/Behoerde-fordert-Heilpraktiker-abschaffen,heilpraktiker118.html
Inzwischen gibt es verschiedene Stellungnahmen unserer Verbände unter anderem auch die des
BDHN e.V. ( Bund Deutscher Heilpraktiker und Naturheilkundiger e.V.) die ich Ihnen hiermit im Anschluss ebenfalls gerne zu Verfügung stelle.
Bleiben Sie gesund!
Herzlichst Ihre Heilpraktikerin
Stephanie Nasenberg-Gonnsen
München, den 5. November 2019
Offener Brief zur Sendung „Panorama“ vom 31.10.2019
Sehr geehrte Damen und Herren,
der BDHN e.V. ist mit ca. 3.200 Mitgliedern der größte Heilpraktiververband in Bayern und gehört zu den großen Heilpraktikerverbänden in Deutschland.
Mit großem Interesse haben wir Ihre Sendung vom 31.10.2019 sehen dürfen. Die bereits in der Vergangenheit äußerst negative Berichterstattung über Heilpraktiker durch Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat uns nicht annehmen lassen, dass die aktuelle Sendung fair über unseren Berufsstand berichten wird. Der Umstand, dass Sie es in einem ca. 12-minütigen Beitrag schaffen, derart viele unwahre Behauptungen über unseren Berufsstand unterzubringen, hat uns dann allerdings überrascht. Es wurden offenbar (mal wieder) Vorurteile, gemischt mit Panikmache, verwendet, um unseren Berufsstand zu diskreditieren. Wir fragen uns, ob Sie mit Ihrer Sendung allen Ernstes den Ihnen zugewiesenen Informations- und Bildungsauftrag erfüllen wollten oder ob nicht das primäre Ziel der Sendung ein anderes war. Folgende Anmerkungen seien zu der Sendung erlaubt:
Der Heilpraktiker ist ein in Deutschland anerkannter Heilberuf. Die Heilpraktiker haben in Deutschland jährlich etwa 46 Millionen (!) Patientenkontakte. Auch wenn es für Sie offenbar nicht nachvollziehbar ist, gibt es sehr, sehr viele Menschen in Deutschland, welche sich Tag für Tag aus eigenem Willen und aus freien Stücken dazu entscheiden, einen Heilpraktiker aufzusuchen. Gerade weil unser Berufsstand den Patienten eine Alternative zur evidenzbasierten Schulmedizin bietet, entscheiden sich zahlreiche Menschen für den Gang zum Heilpraktiker. Unser Berufsstand und die von uns angebotenen Therapien werden von der Bevölkerung also hervorragend auf- und angenommen. Die Aussage von Herrn Larsscheid (Leiter eines Berliner Gesundheitsamtes), dass es für unseren Berufsstand angeblich „keine Berechtigung“ gäbe, ist angesichts der vielen Patienten, welche wir täglich in unseren Praxen sehen und erfolgreich behandeln, schlicht und einfach unhaltbar. Interviewen Sie doch mal eine/n Patienten/in, welche/r nach Maßstäben der Schulmedizin als „austherapiert“ gilt und dann Hilfe bei einem Heilpraktiker gefunden hat.
Auch die Aussage in dem Beitrag, dass unser Beruf kaum reglementiert ist und nicht überwacht wird, ist in tatsächlicher und rechtlicher Sicht falsch. Heilpraktiker unterliegen einer strengen Berufsaufsicht durch die Gesundheitsämter. Sie dürfen nur solche Therapien anwenden, welche Sie beherrschen, im Falle einer Falschbehandlung drohen dem Heilpraktiker erhebliche Konsequenzen, sowohl in haftungsrechtlicher als auch in berufsrechtlicher Hinsicht. Die rechtlichen Anforderungen an die Sorgfaltspflichten der Heilpraktiker entsprechen den Anforderungen an einen Arzt. Dass Herr Larsscheid dies offenbar nicht weiß, lässt uns daran zweifeln, inwieweit er sich mit den rechtlichen Grundlagen unseres Berufsstandes vertraut gemacht hat.
An dieser Stelle sei übrigens auch die Frage gestattet, ob und inwieweit es einem Verwaltungsbeamten überhaupt zusteht, sich vor dem Hintergrund des beamtenrechtlichen Mäßigungsgebotes in der Öffentlichkeit für die Abschaffung eines bestehenden Berufs stark zu machen. Offensichtlich hat Herr Larsscheid sich auch nicht ausreichend mit den rechtlichen Grundlagen seines eigenen Berufs vertraut gemacht.
Die Aussage, dass für die Zulassung als Heilpraktiker „ein kurzer Test“ genügen soll, geht völlig an der Realität vorbei. Die Heilpraktikerüberprüfung ist eine sehr anspruchsvolle Prüfung, bei der die medizinischen und rechtlichen Grundlagen abgefragt werden. Um die Prüfung zu bestehen, muss man sich intensiv vorbereiten – die meisten Kolleginnen und Kollegen tun das im Rahmen einer umfangreichen Ausbildung. Die Aussage in Ihrer Sendung soll den Eindruck erwecken, dass die Prüfung für jedermann ohne größere Vorbereitungen zu bestehen ist. Sie (und auch Herr Larsscheid) sind gerne willkommen, eine solche Prüfung abzulegen – wir sind uns sicher, dass Sie diese ohne eine umfangreiche Vorbereitung nicht bestehen werden.
Ebenfalls ist die Aussage von Frau Jutta Hübner, dass Heilpraktiker, welche Krebspatienten (offenbar nicht lege artis) behandeln, keinerlei Konsequenzen befürchten müssen, völlig falsch. Heilpraktiker unterliegen (auch und gerade bei Patienten mit schweren Erkrankungen) erhöhten Aufklärungs- und Sorgfaltspflichten. Hierzu gehört es auch, den Patienten auf Behandlungsalternativen hinzuweisen und diesen an einen spezialisierten Arzt weiter zu verweisen. Kein seriös arbeitender Heilpraktiker wird einem Patienten davon abraten, sich bei einer Krebserkrankung schulmedizinisch behandeln zu lassen. Wir haben unsere Mitglieder erst kürzlich Hinweise zur Behandlung von Krebspatienten gegeben und (erneut) auf die Pflicht hingewiesen, diese an einen Arzt zu verweisen. Geradezu aberwitzig ist die Aussage, dass solche Kollegen „nicht mit juristischen Konsequenzen“ rechnen müssen. In solchen Fällen stehen straf-, berufs- und zivilrechtliche Konsequenzen im Raum. Solche Fälle werden von den Gesundheitsämtern und den Staatsanwaltschaften konsequent verfolgt, die Berufsverbände haben ein großes Interesse daran, dass solche Heilpraktiker nicht weiter praktizieren dürfen. Offenbar verfügt auch Frau Hübner nicht über das erforderliche juristische Hintergrundwissen, um solche Fälle juristisch bewerten zu können.
Es steht außer Frage, dass es auch unter Heilpraktikern solche gibt, welche nicht lege artis arbeiten, sich nicht an geltendes Recht halten und Grenzen überschreiten. Wir fragen uns allerdings, aus welchem Grund solche Fälle – welche es zweifelsohne gibt - immer wieder der Anlass sind, einen ganzen Berufsstand zu diskreditieren, obwohl die Dienste von Heilpraktikern bei der deutschen Bevölkerung offenbar sehr geschätzt sind. Ist das Ziel hier eine neutrale Aufklärung oder Meinungsmache?
Wir fragen uns an dieser Stelle auch, aus welchem Grund in Ihrer Sendung etwa nicht über Verfehlungen von Ärzten berichtet wurde. Nach Ihrer Logik müsste die Verfehlung eines einzelnen Arztes bzw. weniger Ärzte ein Verbot des ärztlichen Berufsstandes nach sich ziehen – eine völlig absurde Vorstellung, die Sie allerdings auf den Berufsstand der Heilpraktiker übertragen möchten.
Sowohl die Schulmedizin als auch die Naturheilkunde bzw. Alternativmedizin hat im Gesundheitssystem Deutschlands seinen Platz. Kein Heilpraktiker, der seinen Beruf ordnungsgemäß ausübt, wird die großen Errungenschaften der evidenzbasierten Schulmedizin in Frage stellen oder die Naturheilkunde bzw. Alternativmedizin gegen die Schulmedizin „ausspielen“. Das hat er auch nicht nötig, da sich Schulmedizin und Naturheilkunde sowie Alternativmedizin hervorragend ergänzen.
Zu guter Letzt mussten wir fast schmunzeln, als wir in Ihrem Beitrag von der (offenbar sehr wirkungsmächtigen) „Heilpraktikerlobby“ erfahren haben. Angeblich ist diese „Lobby“ in sämtlichen Parteien vertreten. Trotz unserer Arbeit ist uns bisher nicht aufgefallen, dass Heilpraktiker in der Politik über eine große „Lobby“ verfügen. Unsere einzige „Lobby“ sind unsere Patienten. Es handelt sich um Menschen, welche uns Tag für Tag ihr Vertrauen schenken – trotz oder gerade wegen solcher Beiträge. Unsere Patienten sind unsere stärksten Befürworter. Und auch wenn es nicht in Ihr redaktionelles Konzept passt, sind diese Menschen überzeugt von unserer Arbeit.
Heilpraktiker beweisen Tag für Tag, dass sie eine wertvolle Arbeit im deutschen Gesundheitssystem wahrnehmen. Die Abschaffung des Heilpraktikers (wie von Ihnen offenbar gewünscht) oder auch nur die Einschränkung seiner Therapiefreiheit wäre ein großer Verlust für diejenigen, welche uns ihre Gesundheit anvertrauen. Auch dieser Punkt gehört zur Wahrheit über unseren Berufsstand, die Sie leider verschweigen.
Sofern Sie an einer fairen, wahrheitsgetreuen Berichterstattung über unseren Berufsstand interessiert sind, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung, auch für Interviewanfragen. Allerdings setzt das Ihre Bereitschaft voraus, über den Tellerrand zu schauen und sich frei zu machen von dem Gedanken, dass Heilpraktiker für das Gesundheitssystem keinerlei Mehrwert bieten.
Mit freundlichen Grüßen
Herbert Eger
Vorsitzender des BDHN e.V.
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