06/01/2026
Heute erzählen wir Euch etwas zum Thema Stillen in den ersten Lebenstagen: „Kolostrum“, auch „goldene Milch“ ist die erste Milch, die von einer Mutter gebildet wird. Sie unterscheidet sich deutlich von der späteren Muttermilch. Kolostrum ist meist gelblich, dickflüssig und sehr nährstoffreich und wird bis zu zwei bis vier Tage nach der Geburt gebildet, bevor es langsam in die Übergangsmilch und dann in die reife Muttermilch übergeht.
Die Bildung von Kolostrum beginnt bereits während der Schwangerschaft, meist ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. Damit steht es dem Neugeborenen direkt nach der Geburt zur Verfügung. Es enthält wichtige Antikörper der Mutter, um das unreife Immunsystem des Neugeborenen beim Übergang ins Leben außerhalb des Mutterleibs zu unterstützen und es vor Krankheiten zu schützen. Außerdem verbessert es die Blutzuckerregulation, die Verdauung und den Aufbau einer gesunde Darmflora und hilft dem Baby dabei, das sogenannte Mekonium, den ersten Stuhlgang, leichter auszuscheiden. Durch die Anregung der Verdauung wird auch der Stoff Bilirubin, der beim Abbau überzähliger roter Blutkörperchen entsteht, leichter abgebaut, wodurch sich das Risiko für eine Neugeborenengelbsucht verringert.
Obwohl Kolostrum mengenmäßig wenig ist, enthält es hochkonzentrierte Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die genau auf die Bedürfnisse des Neugeborenen abgestimmt sind.
Auch bei Müttern, die nicht stillen können oder möchten, gibt es die Möglichkeit, das Baby in den ersten Tagen mit Kolostrum zu versorgen. Dazu könnt ihr bereits zum Ende der Schwangerschaft Kolostrum in speziellen Auffangbehältern sammeln und im Kühlschrank aufbewahren. Auch für Mütter mit Schwangerschaftdiabetes kann dies eine tolle Methode sein, das Baby direkt nach der Geburt bei der Blutzuckerregulation zu unterstützen.
Wir Hebammen können Euch jederzeit erklären und zeigen, wie Ihr das am besten macht. Sprecht uns gerne darauf an.