19/03/2026
In den letzten Tagen bin ich immer wieder angesprochen worden - dass es ja endlich ab 1.4 einen Durchbruch für die Hebammen gibt. Bessere Bezahlung, weniger Bürokratie. Ging groß durch die Presse.
Leider spiegeln die super Neuigkeiten nicht die ganze Realität aller Hebammen wider. Ich verzichtet darauf, hier alle Bereiche der Hebammenarbeit aufzudröseln (geburtshilflich tätige, angestellte oder Beleghebammen, reine Freiberufler, Vor- Nachsorge...), sondern beziehe mich ausschließlich auf meine Tätigkeit in der Schwangeren- und Wochenbettbetreuung:
Für mich bedeutet der neue Hebammenhilfevertrag seit 01.11.2025 rund 25%weniger Einkommen bei gleicher Arbeitsleistung (durch den Wegfall von Pauschalen und die neue, "moderne" Zeittaktung in 5 Minuten Schritten).
Konkret heißt das z.B.
- Es ist egal ob ich in einer Stunde eine oder 4 Frauen sehe- mein Verdienst ist immer der Selbe. Für euch heißt das: entweder ich betreue eine von euch intensiv oder 4 für 15 Minuten.
- den Austausch oder die Beratung via (datengeschütztem) Messenger- bekomme ich nicht vergütet.
Lediglich Telefonate zwischen 5 und 10 Minuten Dauer werden gezahlt und - groß gefeiert!!- ab 1.4.26 muss ich dafür keine Unterschrift der Frau mehr einholen. Dumm nur, dass ich während der Betreuung meiner Schwangeren in der Praxiszeit aus Datenschutzgründen nicht telefoniere. Und die meisten Telefonate- - wenn es um Beratung oder Rückfragen geht- dauern weniger als 5 Minuten. Und meistens passt mein Rückruf gerade nicht, weil die Mutter stillt, das Baby weint, das Kleinkind schläft....die Beratung via datengeschütztem Messenger ist von Euch gewünscht und praktisch- wird aber nicht bezahlt.
- Ein kurzer Hausbesuch - nur für ein Tape, einen Blick auf den Nabel eures Babys, Kontrolle der Gelbsucht oder auf eure Naht - Verantwortung für 2 Menschen- Verdienst: nicht einmal ein Kasten Wasser.
Es mag Gewinner in diesem neuen Hebammenhilfevertrag geben- ich gehöre definitiv nicht dazu. Auch nicht ab 01.04.26