11/01/2026
Neujahrsvorsatz fürs Herz: Genuss oder Gesundheit?
Diese Fragen höre ich oft in meiner Praxis:
„Frau Dr. Schleß, darf ich meinen Kaffee behalten?
Und was ist mit dem Glas Wein am Abend?“
🍷 Wein: Kulturgut mit Grenzen
Wein ist ein Kulturgut, das es seit Tausenden von Jahren gibt.
Ein Glas kann Genuss, Geselligkeit und Lebensqualität bedeuten.
Medizinisch gilt jedoch klar:
Alkohol wirkt bereits ab dem ersten Glas gesundheitsschädlich.
Große Studien zeigen, dass schon kleine Mengen das Risiko für Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche erhöhen.
Mein Rat aus der Praxis:
Ein Glas als bewusster Genuss ist in Ordnung.
Regelmäßiger Alkoholkonsum ist es nicht.
Null ist aus medizinischer Sicht besser als eins.
☕ Kaffee: besser als sein Ruf
Kaffee ist für die meisten Menschen gut verträglich.
2–3 Tassen pro Tag sind in Studien sogar mit einem geringeren Risiko für Herzschwäche und Schlaganfall verbunden.
Wichtig bleibt die eigene Wahrnehmung:
Herzklopfen, Unruhe oder schlechter Schlaf sind Zeichen, die Dosis anzupassen.
Bei bekannten Rhythmusstörungen sind koffeinfreie Phasen sinnvoll.
❤️ Mein Fazit
Es geht nicht um strikten Verzicht, sondern um bewusste Entscheidungen.
Kaffee kann ein kontrollierter Genuss sein.
Alkohol bleibt ein Risiko, auch wenn er kulturell fest verankert ist.
Für Ihr Herz sind Schlaf, Bewegung, Ernährung und Stressmanagement wichtiger als jedes Getränk.
Quellen:
The Lancet 2018: Alcohol use and cardiovascular disease
European Journal of Preventive Cardiology 2022: Coffee consumption and cardiovascular risk
American Heart Association 2021: Caffeine and arrhythmia risk