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26/07/2022
07/06/2021

Unverheiratet schwanger?

Noch heute gilt in vielen Regionen der Welt eine Schwangerschaft vor der Heirat als schwerwiegende Schande, bis vor wenigen Jahren auch hierzulande. Verzweifelt suchten die daran allein als „schuldig“ geltenden Frauen nach Auswegen, selbst in hanebüchenem Aberglauben, demgemäß eine bestimmte Blume allein Ihrer Farbe wegen zur erlösenden Blutung verhelfen konnte. Welche Blume? Lesen Sie hier…

Die Blutwurz

Ein Fingerkraut…

Die Pflanzengattung der Fingerkräuter (botanisch: Potentilla) ist mit etwa 500 Arten nahezu auf der ganzen Welt verbreitet. Ihren deutschen Namen haben diese Rosengewächse von der Gestalt ihrer Blätter, welche in meist fünf Blättchen geteilt ein handförmiges Aussehen erhalten. Allein in unserer unserer Region (Saarland) finden sich etwa ein Duzend heimische Arten dieser Gattung, darunter auch die recht häufige Blutwurz, auch Kraftwurz, Tormentill und Terpentill genannt. Während die anderen Fingerkräuter jeweils fünf Kronblätter pro Blüte aufweisen, ist die Blüte der Blutwurz leicht an ihren lediglich vier Kronblättern zu erkennen.

Nass wie trocken…

Das in ganz Europa und Asien verbreitete Kraut findet man in Wiesen, Heiden und Gebüschen vom Tiefland bis in die alpine Stufe der Gebirge. Dabei erstaunt, dass sie sowohl die Staunässe von Mooren und Sümpfen als auch die Trockenheit von Heiden und lichten Kiefernwäldern auf dürftigem Sandboden verträgt. Ihr botanischer Artname Potentilla erecta leitet sich zwar vom lateinischen erectus (zu deutsch: aufrecht) ab, allerdings gibt es bei der Pflanze sowohl aufrechte als auch niederliegende Wuchsformen.

Potenz bedeutet Macht…

Das lateinische Potentilla ist eine Verkleinerungsform von poténtia (zu deutsch: Macht) und geht vermutlich auf die „mächtige“ Heilwirkung des ebenfalls in unserer Region heimischen Gänse-Fingerkrautes (P. anserina) zurück, welches zu früheren Zeiten den Namen Potentilla alleine trug. Dieser Macht mag unsere Blutwurz allerdings in nichts nachstehen. Aufgrund ihres hohen Gerbstoffgehaltes findet sie noch heute Anwendung in der Schulmedizin, innerlich gegen Durchfälle bei unspezifischen Darmerkrankungen sowie äußerlich bei Schleimhautaffektionen des Mundes und des Rachens. Übrigens handelt es sich bei der Blutwurz um die wichtigste und ergiebigste deutsche Gerbstoffdroge.

Rot wie Blut…

Allerdings scherten sich unsere Vorfahren in ihrer diesbezüglichen Unwissenheit nicht um Inhaltsstoffe und Moleküle. Ihnen sprang eher die blutrote Farbe des Wurzelstockes (Rhizom) ins Auge, was ihnen als göttliches Zeichen der innewohnenden Kräfte und Mächte dieser Pflanze galt. Frisch aufgeschnittenen Rhizomen wurde sogar ein eigenständiges Leuchten nachgesagt, was die Wunderkraft der Blutfarbe für die Abergläubigen noch verstärkte. „Braucht Bibernell und Terpentill, so wird der Tod bald stehen still“, sprach der Volksmund und gebrauchte die Blutwurz gegen jedwede todbringende Krankheiten, wie Pest, Cholera und insbesondere die Ruhr. Von der Ruhr (lateinisch: tormina) leitet sich schließlich ihr Name Tormentill ab. Gemäß der Volksweisheit „Nehmt Bibernell und Tormentill, wer sein Viehchen retten will“ war der Einsatz der Heilpflanze nicht nur auf Menschen beschränkt.

Gleiches hilft Gleichem…

Im Naturverständnis unserer Vorfahren war die Blutfarbe des Wurzelstockes auch ein Zeichen für ihre spezielle Anwendungsmöglichkeit. Die sogenannte Signaturenlehre versprach: Gleiches hilft Gleichem, etwa ein roter Pflanzensaft dem roten Blut. So schreibt der heilkundige Mönch Otto Brunfels (1488 – 1534) in einem seiner Kräuterbücher: „Tormentill ist aller köstlichst blutstillung, ein secret der frauen iren blumen ( = Menstruation) zu stillen.“
Zu gegenteiligem Schluss kommt man allerdings gemäß einem Rezept aus einem alten mährischen Zauberbuch: „Wenn eine Jungfer ihre Zeit nicht hat: Brenn ein Stücklein von einem Mannshemd in Zunder, mische es mit gleich viel Pulver von Tormentillkraut, Hauswurz und Lilienoel, dem weißen. Dies gib ihr ein.“ Wie verzweifelt muss eine Frau wohl gewesen sein?

Foto und Text: Wolfgang Stein, Universität des Saarlandes

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10/01/2021

Wirkung der Teekräuter

10/01/2021

Im stillen Zauber der Winterlandschaft die Kraft wahrnehmen

Bei uns am Homa-Hof in Heiligenberg bedeckt Schnee derzeitig die ganze Landschaft und strahlt eine tiefe Ruhe aus. Der Alltagslärm tritt in den Hintergrund. Auch in der Natur kehrt Ruhe ein ‒ der Schnee wirkt isolierend. Der Aufenthalt in der freien Natur, gerade auch in der Frische eines Wintertages ist erholsam, stärkend und wohltuend.
Yagnas (Feuertechniken) leisten einen wertvollen Beitrag zur Regeneration von Mensch, Tier und Pflanze.
Wie schön, wenn wir durch Agnihotra die Natur darin unterstützen, ihr ökologisches Gleichgewicht zurückzuerhalten, so dass Mensch, Tier und Pflanze in sich und miteinander harmonisch wirken.
Agnihotra inmitten der weißen Winterlandschaft durchzuführen, ist ein ganz besonderes Erlebnis!

10/12/2020
27/11/2020
05/11/2020

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) in der 3. Ausgabe der "Medical Botany" von 1832.

Die Pflanze und speziell ihre Blüten wurden damals mit der Brunnenkresse verglichen und medizinisch vor allem gegen Skorbut eingesetzt. Hier galt die Kapuzinerkresse als Alternative für Patienten, die das Echte Löffelkraut (Cochlearia officinalis) nicht vertrugen. Auch die kulinarische Verwendung in Salaten war damals schon beliebt.

Mit Brunnenkressen (Nasturtium spp.) und Kressen (Lepidium spp.) sind die Kapuzinerkressen nicht direkt verwandt. Sie gehören auch nicht wie diese zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae), sondern bilden eine eigene Familie (Tropaeolaceae). Aufgrund der ähnlichen Inhaltsstoffe ist der Trivialname aber nicht ganz unpassend.

Gerade im Herbst und Winter ist der Konsum von Kressen sowie anderen Kreuzblütlern vorteilhaft, um uns mit Vitamin C zu versorgen und mit den scharfen Senfölen verschiedene Krankheitserreger abzuwehren.

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