07/10/2025
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Nachdenklich(bitte in Ruhe und ganz lesen):
⚠️Die elastischen und hoch rittigen Pferde von heute sind nicht direkt mit den eher steifen und rückenfesten oder rückenstarken Pferden von früher vergleichbar.
📌Sie brauchen erst einmal Stabilisierung und nicht Gymnastizierung, die sie geschmeidiger macht. Erst, wenn sie sich muskulär in sich stabilisieren können, ist es sinnvoll, sie gezielt auch in Stellung, Biegung und Versammlung zu arbeiten.
📌 Erst und lange Zeit kommt das ruhige, taktmäßige gerade Geradeaus.
📌Sie müssen erst einmal dahin geführt werden, sich über die mitatmende und einrahmende Wade auch sanft treiben zu lassen. Sich taktmäßig zu bewegen.
❗️Diese Pferde haben oft ein sehr großes Bewegungspotential, das man möglichst lange noch nicht ausschöpfen sollte, um den Strukturen Zeit zu geben, sich zu festigen.
⚠️Diese Pferde brauchen wesentlich weniger bis kaum eine Handeinwirkung. Sie sind oft sehr rittig und sehr leicht im Genick. Jegliche Handeinwirkung macht sie eher zu eng und kurz im Hals, die Gefahr eines falschen Knicks und von Gefügestörungen und Erkrankungen der HWS steigt hierdurch enorm. ⛔️ Sie sind schon so gezüchtet, dass sie sich leicht beizäumen, müssen erst lernen, den Hals auch unter dem Reiter wirklich lang als Balancierstange zu nutzen.
📌Dem Maul dieser Pferde darf man überwiegend nur fein folgen. Mit sanft geschlossener Hand, die bewegungstechnisch zum Maul des Pferdes gehört. Hierzu braucht der Reiter einen handunabhängigen Sitz und eine sitzunabhängige geschickte Hand.
⚠️Diese jungen Pferde brauchen aber auch den sanft vorgegebenen Rahmen! Sie sind nicht in der Lage, sich von allein so zu stabilisieren, dass sie den Reiter locker zwanglos schadlos tragen können, brauchen hierzu ein Mindestmaß an Körperspannung.
⚠️Die elastisch gebauten Pferde von heute darf man meines Erachtens auch nicht zu rückenbelastend reiten. Natürlich muss und kann man auch sie über den Sitz reiten und später auch mal das Kreuz anziehen, aber letzteres nicht dauerhaft! Auch die Einwirkung über das Kreuz (über die leichte Kippung des Beckens) sollte hier nur impulsartig und fein abgestuft bei Bedarf erfolgen.
📌Ansonsten ist es vor allem sinnvoll, der Rückenbewegung des Pferdes mitschwingend zu folgen und auch immer wieder mal die Oberschenkel zu öffnen, um das Zusammenschieben in der beginnenden Versammlung zu erleichtern und Rücklage im Sitz ist zu vermeiden. ⛔️Sonst brechen diese eher weichen Pferde regelrecht im Rücken sichtbar hinter dem Sattel ab und geben den Rücken nicht nur her, sondern schwingen nicht mehr um die Mittelachse der natürlichen Haltung. Dann ist die Schwingung nach unten fixiert und nach oben gestört.
📌Bildlich wirken die Pferde dann hinten sehr überbaut, obwohl sie es nicht sind. Sie können sogar dennoch Schulterfreiheit zeigen, denn das Problem liegt nicht (nur) in der Brustkorbaufhängung, sondern in Höhe des Schwerpunktes von Reiter und Pferd und dahinter. Eine sich steifende Hinterhand kann erschwerend hinzukommen, da der Rücken eben nicht losgelassen schwingt. Die Muskulatur atrophiert trotz weiter Ausbildung des Pferdes.
📌Das Schließen muss mehr über die Schenkel, die flach anliegende Wade oder den sanft angelegten Sporn des Reiters erfolgen als über die Kreuzeinwirkung oder gar über die Hand. Hierzu braucht man Zeit , Gefühl und Erfahrung.
⚠️Der Schritt dieser Pferde ist oft sehr groß, was es erschwert, die Pferde im Schritt zu versammeln und was es unmöglich macht, im Schritt Fleiss zu zeigen. Große Schritt können einfach nicht fleissig sein!
❓Warum gibt es solche Pferde überhaupt?
Weil „der Markt“ sie verlangt.
➡️Gesucht werden Pferde mit großen Bewegungen, die dennoch leicht zu sitzen und leicht zu reiten sind. Das hat dazu geführt, diese Pferde so weich zu züchten, dass sie auch weich zu sitzen sind, wenn sie nicht über den Rücken gehen und/oder sich aufwändig bewegen.
➡️Auch sollen diese Pferde „leicht am Zügel zu reiten“ sein. Das hat zu dieser fatalen Entwicklung geführt.
➡️Die Züchter haben über viele Pferdegenerationen genau das gezüchtet.
➡️Sehr weiche, bewegungsstarke Pferde. Auf Kosten der Belastbarkeit und der Stabilität. Weil der Markt es so wollte und immer noch will. ⛔️
Nun sind diese Pferd da, bei vielen ist die Natur durch die Zucht über das Ziel hinausgeschossen, auch diese Pferde wollen vernünftig leben….
Das ist unsere Aufgabe, den Reitern zu helfen, ihre Pferde zu verstehen und zu stabilisieren und gesunderhaltend zu reiten.
Reiten wird immer mehr zur Physiotherapie und ist so dann auch
im Sinne der Pferde
Dagmar Ciolek