19/01/2026
Die deutsche Anästhesiologie nimmt Abschied von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern, der am 18.01.2026 im Alter von 84 Jahren verstorben ist. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen der prägenden Nestoren unseres Fachgebietes, sondern vor allem einen außergewöhnlichen Menschen, Arzt, Lehrer und Vorgesetzten, der über Jahrzehnte hinweg Generationen von Mitarbeitenden und Studierenden nachhaltig geprägt hat.
Neben seinem höchst erfolgreichen Wirken als Kliniker, Wissenschaftler und Hochschullehrer – dokumentiert durch über 300 wissenschaftliche Publikationen – prägte Klaus van Ackern die Entwicklung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e.V. (DGAI) in besonderem Maße. 1996 war er Präsident der DGAI und wurde im Anschluss zum Generalsekretär gewählt – ein Amt, das er 13 Jahre lang bis 2010 ausübte. Anschließend übernahm er den Vorstandsvorsitz der neu gegründeten Stiftung Deutsche Anästhesiologie. Zudem war er von 1999 bis 2009 Sprecher des Konvents der Lehrstuhlinhaber für Anästhesiologie. Sein nachhaltiges Engagement für die europäische Anästhesiologie zeigte sich insbesondere in seiner Unterstützung des Zusammenschlusses der europäischen Fachgesellschaften zur European Society of Anaesthesiology (ESA) sowie in seiner Förderung osteuropäischer Kliniken.
Sein ausgleichendes Wesen, sein Verhandlungsgeschick und sein visionäres Denken machten ihn zu einer hochgeschätzten Persönlichkeit innerhalb und außerhalb des Fachgebietes. Sein Wirken wurde durch zahlreiche Ehrungen gewürdigt, darunter die Ehrendoktorwürde der Universität Cluj-Napoca (1999), der Verdienstorden in Gold der Republik Polen (2001), die Ehrenmitgliedschaft der DGAI (2007) und des Berufsverbands Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten e.V. (BDA) im Jahr 2010 sowie die Heinrich-Braun-Medaille der DGAI (2012).
Die deutsche Anästhesiologie verliert mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Klaus van Ackern eine herausragende Persönlichkeit. Sein fachliches Wirken, seine menschliche Haltung und seine Fürsorge gegenüber Patientinnen, Patienten und Mitarbeitenden werden unvergessen bleiben. Unser Fachgebiet sowie wir als Fachgesellschaft und Berufsverband werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren und ihm für sein Wirken dauerhaft verbunden bleiben.