27/05/2023
Ein großes Dank an alle Mütter ,
besonders unsere Mütter der ersten Gastarbeiter Generation haben einiges durchgemacht.
Sie Kamen als gesunde junge Frauen - jetzt sind sie alt und krank.
Sie opferten alles für ihre Familien und den wirtschaftlichen Erfolg in Deutschland, aber werden dennoch nicht gewürdigt.
Als in den Sechzigern die ersten türkischen Gastarbeiter nach Deutschland kamen, waren es erstmal überwiegend junge Männer, die das fremde Land aufsuchten.
Einige Jahre später, als das Rotationsprinzip aufgehoben und die Familienzusammenführung erleichtert wurde, haben die meisten ihre Frauen zu sich nach Deutschland geholt.
Es waren junge, gesunde Frauen, die später unsere Mütter und Großmütter werden sollten.
Sie sind die eigentlichen Helden der türkischen Gastarbeiter- Generation.
Sie hatten in den Siebzigern meistens keine eigenen Küchen, höchstens eine kleine Kochnische.
Sie haben mit einem kleinen Budget für den ganzen Haushalt gesorgt und viele sind sogar nebenbei noch Putzen gegangen.
Die meisten von ihnen wurden regelrecht aus ihrem sozialen Umfeld in der Heimat herausgerissen und kamen in ein fremdes Land, unter Menschen, deren Sprache sie nicht kannten und deren Kultur ihnen fremd war. Die nachbarschaftlichen Beziehungen, die in der Heimat eine sehr wichtige Rolle einnahmen, konnten sie hier nicht mehr pflegen. Sie zogen sich zurück und konzentrierten sich größtenteils nur noch auf die Familie.
Während sich die Männer meistens noch in den türkischen Teehäusern oder in den Moscheen treffen und unterhalten konnten, waren deshalb die meisten Mütter alleine mit ihren Kindern zu hause.
Sie hörten sich die Probleme ihrer Männer und Kinder an, spendeten Trost und halfen, wo es ging. Aber leider hatten sie in den seltensten Fällen jemanden um sich, bei dem sie ihr Herz ausschütten konnten. Jemanden, der sich ihre Sorgen und Probleme anhörte.
Einige von euch werden sich an diese Zeiten nicht erinnern können oder eventuell auch bewusst verdrängen, aber es waren ziemlich harte Zeiten.
Die Bedürfnisse der Frauen kamen meistens immer an letzter Stelle - und trotzdem haben unsere Mütter immer für das Wohl der Familie gesorgt.
Ihre Kleidung hatten sie meistens aus den Flohmärkten und die Möbel aus den Second Hand Läden. An eine Einbauküche hätten sie nicht mal in ihren Träumen denken können, das wäre purer Luxus.
Alles, was für uns nun selbstverständlich scheint, war für sie in weiter Ferne.
Ich denke die Taten dieser Generation werden zu wenig geschätzt und ich möchte mich hiermit bei allen Müttern bedanken, die sich für unser jetziges Wohl aufgeopfert haben.
Wir werden nie eure Opferbereitschaft für uns vergessen.
gez.Taner Aktas