28/03/2017
Die Signale der Babys - So verstehen Sie was Ihr Kind braucht und wie Sie sich in eine vertraute, ruhige Situation wiegen.
Mein Kind schreit und schreit, warum denn bloß? Was braucht mein Baby?
Eltern tun sich häufig schwer, die Bedürfnisse ihres Babys auf Anhieb zu erkennen. Dabei senden Säuglinge in vielen Fällen eindeutige Signale aus.
Eltern sollten aufmerksam hinschauen und immer wachsam auf die Hinweise ihres Babys achten als auch reagieren.
Wir unterscheiden Kinder mit einem normalen Schreiverhalten, welches im Durchschnitt täglich zusammengefasst 1-2h betragen kann.
Dem gegenüber stehen die sogenannten „Schreibabys“.
Mit dem umgangssprachlichen Begriff Schreibaby werden Kinder bezeichnet, die übermäßig viel und lange „exzessiv“ schreien, obwohl hierfür kein ersichtlicher Grund vorliegt.
Diese Kinder lassen sich nur schwer bis gar nicht beruhigen.
Es gibt eine 3er-Regel die besagt, dass es sich um exzessives Schreien handelt, wenn das Baby:
• mindestens an 3 Tagen pro Woche
• über 3 Stunden täglich schreit und
• dieses Verhalten länger als 3 Wochen anhält
Das Schreien bei diesen Babys kann oft organische als auch psychische Ursachen haben.
Andere Babys hingegen senden bestimmte Signale aus, um ihren Eltern mitzuteilen, was ihnen fehlt:
°HUNGER
Ist ein Baby hungrig, wird es zuerst unruhig und quengelt, bis es anfängt zu schreien.
Eltern sollten dann aber auch noch andere Dinge berücksichtigen, bevor sie schlussfolgern, dass ihr Kind Hunger hat.
Wann wurde das Kind das letzte Mal gefüttert?
Neugeborene brauchen alle eineinhalb bis vier Stunden Nahrung. Außerdem sollte das Gesicht und der Körper des Babys gut beobachtet werden.
Hat das Baby Hunger, ist der Körper eher angespannt. Hält man ihm einen Finger an die Lippen, beginnt es sofort, heftig und gierig daran zu saugen.
Streicht man direkt neben dem Mund über seine Wange, bewegt es suchend den Kopf und öffnet seinen Mund.
°MÜDIGKEIT
Wenn ein Baby müde ist, dreht es sich weg.
Dazu reibt es sich eventuell die Augen oder Ohren und versucht vielleicht auch an seinen Fingern zu saugen, um sich selbst zu beruhigen.
Es wird unruhig und fängt erst nach einer Weile an zu weinen.
Sein Körper ist erschöpft und die Augen fallen langsam zu.
Steckt man ihm dann einen Finger in den Mund, saugt das Baby sanft und beruhigend daran.
Neugeborene werden nach eineinhalb bis zwei Stunden Wachsein wieder müde.
Halten die Eltern das Baby länger wach, kann es das überreizen und zu schlimmen Schreiattacken führen.
°ÜBERREIZUNG
Wird dem Baby alles zuviel, quengelt es zunächst und wendet dann den Kopf ab, z.B. beim Spielen.
Es möchte nicht mehr beschäftigt werden, sondern braucht Ruhe. Bekommt es sie nicht, kann es heftig und schrill anfangen zu schreien. Häufig drücken sich überreizte Babys auch ins Hohlkreuz durch, der Körper ist stark angespannt.
In diesem Fall brauchen die Säuglinge die Unterstützung der Eltern, um sich zu beruhigen.
Nun sind Mama und Papa gefragt, welche das Baby sofort auf den Arm nehmen und von der Außenwelt abgrenzen.
°SCHMERZEN
Hat das Baby Schmerzen, schreit es plötzlich und schrill.
Sein Körper ist stark angespannt und zeigt eine Art Abwehrhaltung.
Wenn die Schmerzquelle erkennbar ist, können die Eltern sie oft beseitigen.
Ist unklar, warum das Kind so heftig weint, vermuten Eltern oft, dass es Bauchweh hat.
Heftiges Weinen kann aber auch bedeuten, dass das Baby überreizt ist.
Wenn das Bäuchlein tatsächlich gebläht ist, können sanfte Massagen oder entblähende Mittel helfen.
Laien sehen aber eigentlich kaum, ob sich Luft im Bauch befindet oder der Körper des Kindes bloß angespannt ist.
Holen Sie sich bei längerem Schreien Ihres Babys und einem nicht ersichtlichen Grund, Rat von Ihrem Kinderarzt.
°VOLLE WINDELN
Ein weiterer Grund kann eine volle und für das Baby unangenehme Windel sein.
Wenn das Baby weder hungrig noch müde sein kann, könnte das Problem in der Windel liegen.
Eltern sollten ohnehin regelmäßig nach der Windel schauen, denn nicht jedes Baby empfindet eine volle Windel als störend.
Es gibt Kinder, denen macht das gar nichts aus einen feuchten Po zu haben, andere sind da wiederum sehr empfindlich.
°ZU HEISS oder ZU KALT
Auch, wenn dem Baby zu heiß oder zu kalt ist, schreit es öffter.
Eltern können seine Temperatur am besten überprüfen, indem sie ihm eine Hand in den Nacken legen.
Wenn sich die Haut dort warm und verschwitzt anfühlt, ist dem Baby zu heiß, fühlt sie sich übermäßig kühl an, ist es zu kalt.
Eltern sollten am besten immer mal wieder nachschauen, ob ihr Kleines schwitzt oder friert.
WICHTIG: Die Hände und Füße des Säuglings anzufassen reicht nicht aus, um seine Körpertemperatur zu kontrollieren.
Die Extremitäten sind meistens eher kalt.
°AUFMERKSAMEIT
Möchte das Baby Aufmerksamkeit, quengelt es.
Ob die Eltern mit ihrer Vermutung richtig lagen, merken sie, sobald sie sich ihm zuwenden.
Dann beruhigt sich das Baby rasch, konzentriert sich auf sein Gegenüber und sucht Blickkontakt. So signalisiert es, dass es aufnahmebereit ist und beschäftigt werden möchte. Jetzt ist für Mama und Papa die beste Zeit, um mit ihrem Kind zu spielen.
Geben Sie sich und Ihrem Baby in jeder Situation viel Zeit und Nähe, damit es zu einem liebevollen Miteinander kommen kann.