29/05/2026
Gerade bei Schmerzen, Verletzungen oder Krankheiten fühlt sich vieles erstmal nur falsch an.
Aber wir kennen das Ende der Geschichte noch nicht.
Und manchmal entsteht aus genau diesen Zeiten etwas, das wir vorher nie hätten sehen können.
„Ein alter Mann und sein Sohn bestellten gemeinsam ihren kleinen Hof. Sie hatten nur ein Pferd, das den Pflug zog. Eines Tages lief das Pferd fort.
»Wie schrecklich«, sagten die Nachbarn, »welch ein Unglück.«
»Wer weiß«, erwiderte der alte Bauer, »ob Glück oder Unglück?«
Eine Woche später kehrte das Pferd aus den Bergen zurück, es brachte fünf wilde Pferde mit in den Stall.
»Wie wunderbar«, sagten die Nachbarn, »welch ein Glück.«
»Glück oder Unglück? Wer weiß«, sagte der Alte.
Am nächsten Morgen wollte der Sohn eines der wilden Pferde zähmen.
Er stürzte und brach sich ein Bein.
»Wie schrecklich. Welch ein Unglück!«
»Glück? Unglück?«
Die Soldaten kamen ins Dorf und holten alle jungen Männer in den Krieg. Den Sohn des Bauern konnten sie nicht brauchen, darum blieb er als Einziger verschont.
Glück? Unglück?“
Aus dem Buch: „Der Pfad des friedvollen Kriegers“
In meiner Arbeit erlebe ich oft:
Menschen kommen wegen Schmerzen.
Und gehen mit einer völlig neuen Sicht auf sich selbst.
Diese Geschichte erinnert mich daran warum.
chiemgau