31/12/2025
Ich weiß nicht, wie es dir heute an diesem letzten Tag im Jahr geht …
Ich für meinen Teil empfinde die Zeit zwischen den Jahren immer etwas schwer, melancholisch und bedrückend.
Ist es etwas Kollektives? Weil die Menschen das Jahr R***e passieren lassen? Weil viele davon wehmütig zurück blicken oder mit Zukunftsangst nach vorn?
Ich weiß es nicht … was ich jedoch weiß ist, dass diese sanfte, dennoch bleierne Schwere immer - jedes Jahr - für mich spürbar ist, auch wenn es rein äußerlich betrachtet vielleicht keinerlei Grund gibt, sie zu spüren. Sie ist begleitet von einem leisen Flüstern der Einsamkeit. Und diese Einsamkeit ist da, egal wo und mit wem ich während dieser Zeit zusammen bin.
Ich könnte diese Schwere auf viele Dinge im Außen schieben. Auf meinen Hund mit Angst vor lauten Knallgeräuschen … dass ich dieses Jahr - bewusst und frei gewählt - Silvester allein verbringe. Und doch glaube ich, die Antwort liegt tiefer.
Mein Nervensystem erinnert sich jedes Jahr aufs Neue an eine Zeit, die lange zurück liegt… eine Zeit, in der ich mich nicht sicher gefühlt habe während dieser Tage zwischen den Jahren. In der ich einsam und allein war. Nicht körperlich. Sondern emotional. Nicht; weil niemand da gewesen wäre, der mich hätte auffangen können. Eher weil ich es selbst nicht zulassen konnte, mich verletzlich zu zeigen. Ich musste stark sein. Funktionieren. Sonst wäre meine Welt, wie ich sie kannte, zerbrochen. Es gab jemanden, der diese Welt zerstört hat. Und ich wollte sie damals mit aller Macht aufrecht erhalten. Also machte ich weiter. Es gab keinen Raum für Schmerz.
Heute habe ich - nach vielen Jahren - zum ersten Mal diesen Zusammenhang erkannt. Und es fühlt sich befreiend an. Die Schwere ist dennoch da. Doch sie hat nun einen Namen. Ich muss sie nicht bekämpfen. Sie darf sein. Vielleicht habe ich intuitiv genau deshalb dieses Jahr bewusst gewählt, allein zu sein. Um eine neue Erfahrung machen zu dürfen. Fernab von Ablenkung und Gesellschaft. Roh. Tief verbunden. Und verletzlich.
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