17/05/2026
Beruf oder Berufung?
Gestern, am 16.05.2016, kämpfte Atha – der Spartiat – Kasapis beim Maximus Combat League Heavyweight Tournament um den Turniersieg und ein Preisgeld von 5.000 €.
Wir dürfen Atha bereits seit einigen Jahren begleiten und sind sehr froh, Teil des Teams zu sein.
Kurzfristig ist Atha für diesen Kampf eingesprungen und hatte lediglich eine Vorbereitungszeit von zweieinhalb Wochen.
Besondere Bedingungen, denn er ist voll berufstätig, Familienvater und bestreitet seine Kämpfe nur hobbymäßig und sporadisch.
Eigentlich war an diesem Abend kein Einsatz für mich geplant.
Ich war nicht dort, um zu arbeiten, sondern um das Event zu besuchen, zu unterstützen und gemeinsam zu feiern.
Doch nach seinem ersten gewonnenen Kampf änderte sich alles.
Atha zog sich eine starke Verletzung am Unterschenkel zu — massive Schwellung, großes Hämatom und starke Schmerzen. Eine Belastung war nur noch bedingt möglich.
Innerhalb kürzester Zeit musste gehandelt werden.
Das Wohl des Athleten steht in solchen Momenten immer an erster Stelle.
Gemeinsam mit den vor Ort anwesenden Ärzten und einem Chiropraktiker-Kollegen haben wir alles gegeben, um ihn wieder kampffähig zu bekommen.
Behandlung, Mobilisation, Versorgung des Hämatoms — jeder Handgriff musste sitzen.
Es war intensiv, emotional — und genau solche Momente zeigen, warum man diesen Beruf macht.
Am Ende stand Atha wieder im Ring.
Und was dann folgte, war ein unglaublich spannender und emotionaler Kampf — mit dem verdienten Turniersieg. 🏆
Und genau dann stellt sich die Frage:
Beruf oder Berufung?
Bist du nur der Physio, der einen Athleten betreut?
Oder bist du mit Leib und Seele dabei?
Gehst du zu Trainingseinheiten und Wettkämpfen, auch wenn du nicht musst — einfach, um Entwicklung zu sehen, Stärken und Schwächen zu erkennen und noch besser arbeiten zu können?
Gehst du die Extra-Meile, wenn es spontan darauf ankommt?
Für mich war das gestern mehr als Arbeit.
Es war Leidenschaft, Verantwortung, Teamarbeit und Vertrauen.