22/08/2022
In den letzten Jahren kommen immer öfter traditionelle Schamanen aus entlegenen Teilen der Erde zu Besuch nach Mitteleuropa. Denn bei uns wird das Interesse am Schamanismus immer deutlicher. Viele Europäer fühlen sich magisch angezogen von den Schamanen anderer Völker. Nirgends werden so viele Bücher und Artikel zum Schamanismus publiziert und von Lesern verschlungen wie im deutschen Sprachraum. Offensichtlich sehnen wir uns nach Schamanen und wünschen uns ein bisschen mehr Schamanismus in unserer Welt. In unserer modernen, technokratischen Zivilisation klafft eine kulturelle Lücke: Wir haben keine Schamanen und kein Schamanentum mehr.
Viele von uns hoffen, dass die Schamanen anderer Ethnien diese Kluft auffüllen können. Leider vergebens. Es funktioniert nicht, fremdländische Rituale zu kopieren und nachzuäffen. Das merkt jeder, der es versucht hat; das sagt uns jeder Schamane. Ganz gleich, ob sie uns aus Nepal, Korea, Peru oder Kolumbien besuchen, ihre Botschaft ist immer dieselbe: »Sucht eure Wurzeln, erinnert euch an die Zeit, als ihr noch ein eigenes Schamanentum, eine eigene Mythologie und Weltsicht gehabt habt. Findet eure Wurzeln in der heidnischen Kultur eurer Ahnen, der Germanen, wieder. Belebt, was euch genommen wurde.
- Christian Rätsch