28/03/2026
🎭 SPIEL MIT DEINEN SCHATTEN
Mareike S., 38 Jahre aus Kassel, freischaffend tätig als Tänzerin und Tanzlehrerin, erzählt von ihren SAT Erfahrungen. Ein Interview über das SAT-Enneagramm-Seminar, persönliche Wandlung und die Kraft der Förderung.
❓ Mareike, wie bist du auf das SAT-Programm aufmerksam geworden?
Durch eine gute Freundin. Sie hatte das Seminar selbst schon gemacht. Ihre Erfahrung hat mich neugierig gemacht.
❓ Was konkret hat dich so sehr interessiert, dass du dir gesagt hast: „Das will ich unbedingt machen“?
Es war das Enneagramm selbst. Ich wusste nichts darüber - und genau das hat mein Interesse geweckt. Ich wollte mehr über die Verschiedenartigkeit von Menschen erfahren: Wie wir reagieren, wie wir einander begegnen. Und natürlich: Ich wollte mich selbst besser kennenlernen.
❓ Gab es einen bestimmten Aspekt, der dich besonders fasziniert hat?
Ja - die Kombination aus Theater, Körperarbeit und Meditation. Diese Verbindung hat mich sofort angesprochen. Und zu wissen, dass TherapeutInnen das Programm begleiten, hat mir zusätzlich Vertrauen gegeben. Ich hatte das Gefühl, dort sicher aufgehoben zu sein.
❓ Als freischaffende Künstlerin ist die Finanzierung solcher Seminare nicht immer einfach. Wie hast du das gemacht?
Ich habe bei ZIST angefragt, ob ich eine Ermäßigung erhalten könnte. Dabei erfuhr ich, dass es über das SAT und auch über den ZIST Förderverein Unterstützungsmöglichkeiten gibt. Gerade wurde eine Förderung gestartet, die etwa 25 % der Seminarkosten übernimmt. Der Förderverein lud mich zu einem persönlichen Gespräch ein, in dem ich auch meine finanzielle Situation erläutern musste. Danach ging alles recht schnell: Ein Gremium entschied, und ich erhielt die Zusage.
❓ Hast du diese Prüfung als unangenehm empfunden?
Er war überraschend unkompliziert und hat sich sehr stimmig angefühlt. Klar, es war herausfordernd, so persönliche Fragen am Telefon gestellt zu bekommen, von jemandem, den ich noch gar nicht kannte. Aber im Nachhinein ergibt alles Sinn. Das Interview war ehrlich, respektvoll - und irgendwie auch gut.
❓ Was bedeutet solche Förderung für Menschen mit niedrigerem Einkommen?
Das Seminar ist kostspielig - verständlich, weil es unglaublich viel bietet. Diese SAT-Arbeit ist für mich nicht nur persönlich bedeutsam, sondern Teil meines Werdegangs. Sie trägt Wellen nach außen. Deshalb sollten Menschen mit geringem Einkommen auch Zugang dazu haben. Ohne die Förderung wäre die Teilnahme für mich nicht möglich gewesen.
❓ Welche Momente aus SAT 1 sind dir als besonders eindringlich in Erinnerung?
Auf jeden Fall die Achtsamkeit und Präsenz des Teams. Diese Wachsamkeit, diese Qualität der Aufmerksamkeit und große Kompetenz - das hat mich tief beeindruckt. Einzelarbeit war genauso bedeutend wie Gruppenprozesse. Selbst Alltägliches wie die gemeinsamen Mahlzeiten veränderte sich: ein Raum entstand, in dem wir uns selbst und einander wirklich sein lassen konnten. Ich kam mehr in Frieden mit mir. Die Theaterarbeit war für mich besonders intensiv - sie wirkt bis heute nach. Die Art, wie Cherif, Katrin und Oscar mit ihrer je eigenen Präsenz durch die Tage geführt haben - das war berührend.
❓ Gab es Momente, in denen du an deine Grenzen geraten bist oder weg wolltest?
Ja, definitiv. Mit bestimmten Menschen zusammenzuarbeiten war nicht immer leicht. Da kamen Impulse zum Weglaufen - aber ich wollte ja genau das: mich meinen Themen stellen.
❓ Was hat SAT 1 an dir verändert? Im inneren Erleben, in der Gestaltung deines Alltags?
Direkt danach hatte ich eine Unterrichtswoche mit 20 SchülerInnen. Ich stand jeden Tag vor ihnen - gelassener als je zuvor. Ich fühlte mich präsent und klar. Früher hatte ich oft dieses Grundgefühl von Unzufriedenheit. Nach dem SAT war das einfach… weg. Ich hatte keinen Tag Heiserkeit - ich musste nichts mehr „herauspressen“. Ich habe nicht mehr das Gefühl gehabt, irgendwohin zu müssen, wo ich nicht bin.
❓ Wenn du deine Erfahrung in wenigen Worten zusammenfassen sollst - was würdest du sagen?
„Spiel mit deinen Schatten.“ Das ist für mich das Bild, das bleibt. Spielen - das ist mir so präsent. Und die Schatten - unsere inneren Muster, unsere Prägungen - sind nicht nur dunkel. Man kann sie einladen, mit ihnen spielen, mit ihnen tanzen. Gerade durch das Theater wurde mir das bewusst. Lass dich auf deine Schatten ein. Mach mit ihnen ein kleines Theaterspiel.
❓ Inzwischen hast du auch an SAT 2 teilgenommen - wieder mit Unterstützung durch den Förderverein. Was hat dich interessiert, nach SAT 1 auch SAT 2 zu besuchen?
Das Thema Familie hat mich stark gerufen. Ich wollte meine Eltern und unsere Beziehung besser verstehen – auch ihre Geschichte, über die ich wenig wusste.
❓ Was hat dich am meisten berührt?
Das war ein sehr persönlicher Moment: die Begegnung mit meinen Eltern als Kinder. Es war, als würde ich sie in ihrer Essenz wahrnehmen – jenseits von Rollen oder Erwartungen. Durch SAT 2 und die tiefe Neugier, die die Arbeit in mir geweckt hat, fühle ich mich meinen Eltern heute viel mehr verbunden.
❓ Wie war für dich die Arbeit mit der Herkunftsfamilie überhaupt?
An manchen Punkten dachte ich: Was mache ich hier eigentlich? Und dann kam wieder das Gegenteil – das Gefühl, dass genau das jetzt dran ist. Besonders die Übung, in der wir zu unseren Geschwistern sprechen sollten, hat mich bewegt. Das hat so vieles in mir berührt. Dinge, die ich nie ausgesprochen hatte, konnten endlich einen Platz finden. Ab dem vierten Tag habe ich viele Tränen vergossen - und ich bin deutlich leichter nach Hause gefahren, als ich gekommen bin. Es ist so viel passiert, auch unbewusst. Und es war schön, die Gruppe wiederzusehen - wir treffen uns jetzt regelmäßig online zur gemeinsamen Meditation.
❓ Wie hast du den Aufbau von SAT 1 zu SAT 2 erlebt?
Im SAT 1 geht es um die Frage: Wer bin ich in der Welt, wie sehe ich mich, wie sehen andere mich? SAT 2 fragt weiter: Woher komme ich, wer hat mich geprägt, wie bin ich in Beziehung? Dieser Aufbau war für mich sehr stimmig. Die vielen Zweier- und Kleingruppen-Interaktionen waren herausfordernd, aber genau dadurch auch sehr transformierend.
❓ Und die Arbeit mit dem Enneagramm - was war da für dich wichtig?
Ich habe verstanden, dass es beim Enneagramm nicht darum geht, schnell seinen Typ zu finden, sondern zu forschen. Früher wollte ich unbedingt wissen, welcher Typ ich bin - jetzt sehe ich es als einen Prozess und genau um diesen Prozess und das sich selbst Kennenlernen geht es.
❓ Würdest du auch SAT 3 machen wollen?
Ja, auf jeden Fall, ich will alle Seminare machen. Es fühlt sich an, als gäbe es noch so viel zu entdecken. Vor allem mit der gleichen Gruppe weiterzugehen – das ist ein starkes Lernfeld. Ein großes Vertrauen ist da und Tiefe und das Gefühl, da kann man noch so viel tiefer gehen.
❓ Zum Schluss – gibt es noch etwas, das du sagen möchtest?
Die Souveränität und Tiefe, mit der das Team die Räume hält, haben mich sehr beeindruckt. Da ist so viel Erfahrung, Lebendigkeit und Gespür für das, was die Gruppe gerade braucht. Es fühlt sich nie nach einem festen Ablauf an – sondern nach etwas Lebendigem, Echtem.
❓ Und was würdest du einer Freundin, einem Freund sagen, die/der neugierig ist, wie du es einmal warst, und noch zögert, sich für SAT anzumelden?
Wenn du wirklich bereit bist, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen – dann go for it! SAT ist eine unglaublich kraftvolle Erfahrung mit Menschen, die dasselbe wollen: sich selbst erkennen und in Beziehung treten. Und das in einem geschützten Raum, an einem wunderschönen Ort, wie ZIST. Was mich tief beeindruckt hat, war: Das Team hat diese Prozesse selbst durchlebt. Das merkt man – und das macht den Unterschied. Sie brennen dafür, und dieses Feuer tragen sie weiter.
🙏 Vielen Dank, dass Du Deine Erfahrungen mit uns geteilt hast.
© www.naranjo-sat.com | Foto: Mareike S.
Wir bedanken uns sehr herzlich für die Erlaubnis, diesen schönen und persönlichen Einblick teilen zu dürfen!
_________
Wer Interesse am SAT Programm nach Claudio Naranjo hat, findet hier die kommenden Termine und weitere Infos:
https://www.zist.de/programm?speaker=3419