07/02/2026
Ich weiß heute sicher, dass ich einen Herzinfarkt hatte.
Nicht aus einem Gefühl heraus.
Sondern, weil es medizinisch belegt ist.
Nach mehreren kardiologischen Untersuchungen –
unter anderem Herz-CT und Stress-MRT –
wurde eine Narbe am Herzen festgestellt.
Das Ergebnis: ein zurückliegender Herzinfarkt.
Und in dem Moment war mir klar, wann er passiert ist.
Es war ein Herbstabend.
Ich saß aufrecht im Bett, weil Liegen nicht ging.
Ich bekam schlecht Luft.
Mein linker Arm tat weh.
Ich hatte Schmerzen im oberen Rücken.
Druck und Enge im Hals und im Kiefer.
Und diese tiefe, körperliche Angst, die nichts mit Gedanken zu tun hat.
Ich telefonierte mit meiner Schwester.
Sie fragte: „Warum rufst du keinen Notarzt?“
Und ich tat es nicht.
Weil ich dachte:
Vielleicht ist es nur eine Panikattacke.
Vielleicht übertreibe ich.
Vielleicht mache ich einen Aufstand für nichts.
Also habe ich es ausgesessen.
Stundenlang. Wach. Allein. In Angst.
Heute weiß ich:
Dieser Herzinfarkt war nicht „still“.
Er wurde nur nicht ernst genommen – von mir selbst.
Dass ich das überlebt habe, war kein Zufall.
Sehr wahrscheinlich haben mir Jahre von Stressprävention geholfen:
bewusste Atmung, Achtsamkeit, ein insgesamt gesunder Lebensstil.
Nicht als Wellness.
Sondern als Schutzfaktor.
Und genau deshalb mache ich heute diese Arbeit.
Nicht aus einem Trend heraus.
Sondern aus Erfahrung.
Ich arbeite mit Menschen, die funktionieren müssen:
Saloninhaberinnen, Friseur:innen, Selbstständige, Pflegekräfte.
Menschen, die Warnsignale spüren –
und trotzdem weitermachen.
Ab 60 ist das meine klare Aufgabe:
nicht beruhigen,
nicht beschönigen,
sondern vorbeugen.
Damit andere nicht erst in einem MRT erfahren,
dass ihr Körper längst „Stopp“ gesagt hat.