24/08/2018
... wie beginnt man so eine Mitteilung... JA, auch ich gehöre ab Januar zu den Hebammen, die ihre innig geliebte Arbeit mangels Wirtschaftlichkeit aufgeben werden müssen.
Zu gern, würde ich ein paar wenige Frauen ganz individuell und liebevoll durch Schwangerschaft und Wochenbett begleiten, aber, die Situation in Deutschland läßt dieses weniger, nicht zu. Die Haftpflichtversicherungspauschale für uns Hebammen ist leider so hoch, dass ich ein Minimum an Frauen betreuen muss, um zumindest erstmal meine Kosten einzunehmen. Da rede ich noch nicht von Gewinn. Wer mich kennt weiß, dass ich immer mit vollem Einsatz und ohne den Blick zur Uhr oder gar mit €-Zeichen in den Augen meiner Berufung nachgegangen bin. Darauf wöllte ich nicht verzichten. Ich möchte in so einer kostbaren Zeit für die mir vertrauenden Familien keine qualitativen Abstriche machen! Jedoch kann ich mir die Betreuung von noch weniger Frauen, als es jetzt ohnehin schon sind, nicht leisten.
Und weniger müsste ich meinem eigenen Nachwuchs zuliebe aber annehmen. Mein Sohn hat jetzt Priorität.
Der Geburtshilfe und HebammenAusbildung, im Klinikum bleibe ich erstmal treu... “nur“ von meiner Freiberuflichkeit werde ich mich ab Januar schweren Herzen verabschieden. Beides in Kombination machte es für mich immer komplett. Nur ein Teil des Ganzen, wird sich unvollständig und verloren anfühlen.
Ich wünsche mir für die Zukunft einen Aufschrei aller Frauen, aller Mütter, aller Väter, aller zukünftigen Großeltern, aller Töchter,... all jener, die gut in einer sehr besonderen Lebensphase betreut werden möchten. Unsere Lobby muss größer werden, damit nicht noch mehr Kolleginnen diesen Schritt gehen müssen. Der HebammenMangel ist derzeit schon eklatant...offensichtlich noch nicht genug.