Sagenhafter Harz

Sagenhafter Harz Ziel dieser Gruppe ist es, auf alte Harzer Mythen & Sagen,Rituale & Brauchtum hinzuweisen und die magischen & heilsamen Orte unserer Heimat neu zu beleben!

SAGEN SIND ALTER, LANGWEILIGER SCH...!!! Das glaubst du? Dann lass dich auf unserer Seite überraschen! Wir zeigen dir hier hunderte altüberlieferter Geschichten aus dem Harz ... & jede einzelne dieser Sagen erzählt von einem exklusiven Wandertipp für dich! Du willst den Harz aus anderen Augen sehen ... dann komm' mit auf die Reise, ERLEBE DEN SAGENHAFTEN HARZ! Sagen sind voll vom Wissen unserer Ahnen; voll von guten Ratschlägen unserer Großmütter & Großväter, wie man das Glück selbst schmieden kann; voll von Jahreszeitritualen, alten Rechtsbräuchen, Tipps für die ausdauernde Liebe & Gesundheit; in den meisten Sagen steckt ein geheimer Sinn, darauf wartend vom Leser & Wanderer entschlüsselt zu werden. Wir, das Team von SAGENHAFTER HARZ, helfen dir beim Entschlüsseln, ...
- haben für dich schon über 2.500 Harzer Sagen, Märchen & Mythen gesammelt
- verfügen über ein Archiv mit ca. 500 alten Harzer Sagenbüchern, aus denen wir posten
- haben selbst fast 40 Bücher zum Thema auf den Markt gebracht
- tragen seit 10 Jahren in renommierten Einrichtungen, Firmen & Kliniken vor
- durften weit mehr als 1.500 Wanderungen führen, Vorträge & Lesungen halten
- & somit über 20.000 Zuschauer & Zuhörer begeistern & den Harz auf eine ganz besondere, eben sagenhafte Art & Weise erleben lassen

Unser Hauptanliegen ist, durch Heimatgeschichte, Heimatgefühl zu wecken! :-)

ZUM TEAM "Sagenhafter Harz" gehören:

1. CARSTEN KIEHNE: Dipl. Soz.Päd., Initiator von Sagenhafter Harz, Sagen- & Märchenerzähler, Wanderführer, Autor: http://reiki-im-harz.de/wandern-im-harz/wandern/)

2. MANUELA PETRI: Glücks- & Entspannungstrainerin, Kreativtherapeutin, Erzählerin

KOOPERATIONEN:
-Stefan Herfurth (Fotograf)
-Sina Wiedfeldt (Lektorat)
-Maria-Kathleen-Zorn (Märchenerzählerin, Märchentherapeutin)
-Christina Altendorf (Kräuterfrau)
-Marlene Mehwald (Kräuterfrau)
-Harzklub-Zweigverein Thale
-Märchengrund Bad Sachsa
-Harzklub-Zweigverein Stecklenberg
-Harzer Bergwald
-Arttour-Deluxe - Tourismus (Frank Sacher)
-Harzer Wandernadel
-"Freunde wandern im Harz"
-Touristik-Info Thale
-Kristallrose Quedlinburg
-Die freundliche Touristeninformation, Quedlinburg
-Hexenshop Gernrode
-Harzeum, Thale
-Obscurum, Thale
-Regionalladen Quedlinburg (Simone Seiboth)
-Heimat Harz
-Harz Regio
-Paracelsus-Harzklinik Bad Suderode
-Celenus Teufelsbad Fachklinik Blankenburg
-Berufsbildende Schule Heinrich-Mette Quedlinburg
-Grundschule Sonnenklee, Osterwieck

22/01/2026

Die TEUFELSMAUER zwischen Blankenburg und Timmenrode ist wohleinerder beliebtestenWanderwegeim Harz, aber direkt neben dem Klippenpfag gibt es einen Weg, den niemand geht ... 😉

Die Sagen zum Kultplatz findest du in meinem Buch "SAGENHAFTES BLANKENBURG", mehr Sagenfilmchen findest du auf meinem YOUTUBE-KANAL: https://www.youtube.com/-sagenhafterharz

WIE MAN ZAUBERSPRÜCHE ERSTELLT (Teil2/3): "DER 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH: BEINBRUCH & VERRENKUNG"„Phôl ende Wuodan fuo...
22/01/2026

WIE MAN ZAUBERSPRÜCHE ERSTELLT (Teil2/3): "DER 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH: BEINBRUCH & VERRENKUNG"

„Phôl ende Wuodan fuorun zi holza. dû wart demo balderes folon sîn fuoz birenkit. thû biguol en Sinthgunt, Sunna era swister; thû biguol en Frîja, Folla era swister; thû biguol en Wuodan, sô hê wola conda: sôse bênrenki, sôse bluotrenki, sôse lidirenki: bên zi bêna, bluot zi bluoda, lid zi geliden, sôse gelîmida sîn.“

Übersetzung nach Wikipedia:
„Phol und Wotan ritten in das Gehölz. Da wurde dem Balders-Fohlen sein Fuß verrenkt. Da besprach ihn Sinthgunt, die Schwester von Sunna, da besprach ihn Frija, die Schwester von Folla, da besprach ihn Wotan, der es wohl verstand: Wie Beinverrenkung, so Blutverrenkung, so Gliederverrenkung: Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Gliedern, wie geleimt sollen sie sein!“

Carstens Übersetzung mit dem germanischen Wörterbuch:
„Beschwingt fuhr Wodan ins Holz hinein. Da verrenkte sich Balders Fohlen den Fuß. Da besprach ihn Sinthgunt, Schwester der Sunna. Da besprach ihn Frija, Schwester der Folla. Da besprach ihn Wodan, der‘s wohl verstand. Wie Beinverrenkung, so Blutverrenkung, so Gliederverrenkung – wie geleimt sollen sie sein.“

Spannend: Diese kleine Erzählung, könnte man meinen, hat nicht viel zu geben: Da ritt einer aus, des Fohlens Bein ist verrenkt/ gebrochen und er heilt es durch einen Zauberspruch. Gut, ein Zaubermärchen eben, ginge es nicht gleich um mehrere Göttinnen, die niemand kennt und deren Namen sonderlich klingen.
Wird hier vielleicht Tageszeiten-, Jahreszeiten- oder gar ein Sonnenmythos erzählt, fragen sich die Geschichtskenner und kommen nicht überein. Auch der Baldermythos könnte eine Rolle spielen: Baldur, der Gott des Lichtes, wird von Alpträumen an seinen eigenen Tod geplagt, der dann wiederum den Weltuntergang einleitet.
„In Analogie zu den bösen Träumen Baldrs wurde das Straucheln des Fohlens als Vorzeichen für Balders Tod und damit verbunden Ragnarök gewertet. Ragnarök ist in der nordischen Mythologie letztlich die Vorbedingung für das Entstehen einer neuen Welt nach dem Tod der alten Götter.“ (in Beck „Merseburger Zaubersprüche“) Die Heilung des Pferdes könne dann gleichzusetzen sein, mit der Wiederauferstehung Balders (Parallelisierung von Krankheit/ Tod und Heilung/ Wiedergeburt.)

Desgleichen könnte der zweite Merseburger Zauberspruch auch als Astralsage gewertet werden. Ralf Koneckis-Bienas betont: Phol, das Pferd von Balder, könnte als Venussinnbild gedeutet werden. Wodan (Merkur) und Venus reiten ein Stück gemeinsam von der Sonne fort, was der Astronom „östliche Elongation“ nennt. „Als innere Planeten können sie sich aber nicht allzu weit von der Sonne wegbewegen. Die Sonne hält ihr >Venuspferdchen< immer am Zügel. Plötzlich scheut das Himmelspferd und bleibt ruckartig stehen, was als Beinverrenkung aufgefasst wird (der Stillstand der Venus). Erst nach Heilung des Beins kann das Venuspferd zurücklaufen. Die Venus als Pferd der Sonne ist in zahlreichen Mythen Europas belegbar. Hinzu kommen Felsbilder der nordischen Bronzezeit, die zeigen: diese Astralsage war den Menschen geläufig.“

Ich glaube auch, dass hier in Metaphern (bildliche Umschreibung der gemeinten Worte) gesprochen wird, was typisch für Zauberlieder/ Kenningar wäre, aber eben die korrekte Ausdeutung recht schwierig macht. (vgl. Kasor im Buch „Runenwissen“) Vielleicht muss man gar nicht so weit in die Ferne, in die Gestirne schauen, auch wenn schon der große Wunderheiler Paracelsus feststellte, dass die Gestirne eine große Wirkung auf die Menschen und damit einen erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben. –
Vielleicht ist hier jedoch „nur“ eine Seelenreise gemeint, die Wodan sehr erregt auf seiner Suche nach Wissen antritt. „Er fuhr in das Holz hinein“, das klingt, wie schnell, vielleicht zu schnell, womit ein Unfall/ eine Irrung vorprogrammiert wäre. Das Holz/ der tiefe Wald könnte ein Synonym für die Weiten des Unterbewusstseins sein/ unserer Seele. Wodan ist auf Balders Fohlen unterwegs, nicht auf Baldurs – „Bal“ ist das glänzende Licht, „dur“ z.B. als engl. „door“ die Tür/ das Tor, eine Lichttür quasi. Bal-„der“ hingegen ist nach dem germanischen Wörterbuch, derjenige, der sein eigenes Licht niedersenkt/ selbst niederhält/ auf Irrwegen ist. Wer sein Licht/ sein Selbst längere Zeit niederhält, wird krank – logisch, oder?

Jetzt kommen die vermeintlichen Göttinnen – sie scheitern, zumindest nach der „Originalübersetzung“. Ich meine, es sind Metaphern für die Herangehensweise an Krankheit. „Sinthgunt“ („sintha“ = sinnen/ streben/ wahrnehmen/ bezeugen; „gunthja/ gunda“ = Kampf/ Geschwür) ist für mich das Bemerken der Irrung/ der Dunkelheit („Schwester der Sonne“), das Tagesbewusstsein/ der Kampfgedanke/ die Krankheitseinsicht/ das Gesund-werden-wollen, als 1. Schritt, damit Heilung überhaupt möglich ist! Eine mögliche Übersetzung wäre auch: Sie besprach ihn Tag und Nacht – sie umgab ihn also längere Zeit mit Heilenergie. –
Frija, die personifizierte Liebe, als große Mutter, Schwester der Fülle, bringt die Lebensfreude, den Frieden und die Harmonie zurück. (Die Krankheit ist nicht unser Feind, sondern Sprachrohr der Seele – allein sie anzunehmen/ verstehen zu wollen, heilt.) – Wodan/ Odin als Odem-Geber, als Erregung und Antrieb bringt nicht allein den Erfolg, aber er gint das notwendige Maß an Lebensenergie dazu. Heilung folgt auf die Trinität von Erkenntnis – Liebe – Lebenskraft!

Zuletzt die Schlussformel/ der Heil-Befehl: „Wie Beinverrenkung, so Blutverrenkung, so Gliederverrenkung“ („Wie im Himmel so auf Erden“), „Bein zu Bein, Blut zu Blut, Glied zu Gliedern“ („sei alles im Fluss“), „wie geleimt sollen sie sein“ („in göttlicher Ordnung“).
Ob diese Interpretation stimmig ist oder nicht, ist vollkommen gleich – es können auch mehrere Wahrheiten nebeneinanderstehen und ihren Wert entfalten. –
Eigentlich geht‘s uns eher um den Aufbau der altgermanischer Zauber- und Runenlieder, so dass sie ihre Wirkung entfalten! Auffällig ist wieder: uns wird 1. eine Geschichte erzählt; 2. werden die Götter auf den Plan gerufen; 3. ein kurzer, knackiger Befehl (oder drücken wir es zarter aus: Heilwunsch) schließt der Zaubervers ab. – Wieder gibt es Reime und Wortwiederholungen, die die Wirkung im Hörer erheblich verstärken – die Repetitio ist ein klassisches Stilmittel guter Rhetorik. Wieder die Zahl 3: 3x wurde die Krankheit besprochen („biguoal/ bigalan“), womit wir auch einen Hinweis bekommen, was bei Krankheit zu tun ist: wir sollen sie besprechen/ besingen/ sie mit Runen beraunen. Das lässt den Raum anders schwingen, was potentiell die Krankheitsschwingung vertreibt/ harmonisiert. Auch die Abschlussformel orientiert sich an der magischen Dreieinheit und dem schlussendlichen Heilbild.

(aufgeschrieben von Kiehne nach Höffgen & Beck; das Bild stammt aus dem Buch "Walhall" von Doepel; praktische Übungen hierzu gibt es in unserem Seminar "RUNEN III - DIE SELBSTHEILUNGSKRÄFTE AKTIVIEREN")

21/01/2026

Das war schön im letzten Jahr: GROßREINEMACHEN AUF DEM ULENSTEIN bei Derenburg ... ein Sandsteinfels, der in den Harzer Sagen als "Hexenschule" Bekanntheit erlangte. Die Hexenverfolgung im besagten Ort hat groß Geschichte gemacht ... gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Jetzt aber seht euch den sagenumwobenen Ort mit mir einmal an ... 😍

Die Sagen zum Kultplatz findest du in meinem Buch "SAGENHAFTES HALBERSTADT", mehr Sagenfilmchen findest du auf meinem YOUTUBE-KANAL: https://www.youtube.com/-sagenhafterharz

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WIE MAN ZAUBERSPRÜCHE ERSTELLT - TEIL 1/3Der 1. Merseburger Zauberspruch: Binde- & Lösespruch „Eiris sâzun idisi, sâzun ...
21/01/2026

WIE MAN ZAUBERSPRÜCHE ERSTELLT - TEIL 1/3
Der 1. Merseburger Zauberspruch: Binde- & Lösespruch

„Eiris sâzun idisi, sâzun hêra duoder. Suma haft heftidun, suma heri lêzidun, suma clûbodun umbi cuniowidi: insprinc haftbandun, infar wîgandun. H“

Übersetzung nach Wikipedia: „Einst saßen drei Disen, die ehrbaren Mütter; setzten die Feinde fest, hinderten das Heer, der Freunde fesseln ließen sie fallen. Entspringt den Knebeln, entflieht den Kriegern. H“

Carsten Übersetzung mit dem germanischen Wörterbuch: „Zuerst bestimmten Isen, bestimmte ehrwürdige Töchter. Manche fesselten Feinde, andere hemmten Heere, wiederum andere lösten, der umschlossenen Freunde Fesseln. Entspringe den Fesseln, fahre in die Feinde hinein (oder entfahre den Feinden). Hagalaz.“

Spannend: Ich bin wahrlich kein Sprachwissenschaftler, doch bei gewissen Übersetzungen, wird man mit Fragezeichen nahezu erschlagen. Natürlich kann man „sazun“ mit „saßen“ übersetzen, aber wie aktiv kann ich Fesseln lösen oder Heere bannen, wenn ich herumsitze? Das Wort kann zumal mit „Bestimmung“ übersetzt werden, woraus sich ergibt, dass es „bestimmte Disen“ waren, auserwählte Priesterinnen also, die aus ihrer ehrbaren Gemeinschaft jüngere Frauen schickten. Wie man „Duoder“ mit „Mütter“ übersetzen kann und einem nicht das englische „Doughter“ für „Tochter“ ins Auge springt, ist mir unverständlich. – Der für mich interessanteste Übersetzungsfehler (Absicht?) ist das Wort „infar“ mit „entfahren/ fliehen“ zu übersetzen, weil es eigentlich „hineinfahren“, also „angreifen“ meint. Ich finde es schon spannend, weil es den ganzen Sinngehalt des Spruches/ die schlussendliche Absicht verdreht: „Flieht“, statt „Greift an!“ Ich hörte einmal: „Angriff ist die beste Verteidigung“, was Albert Einstein unterstützt, wenn er vom Schachspiel (als Metapher für das Leben) spricht und sagt: „Wer passiv spielt, hat von vornherein verloren.“

Interessant ist auch das „H“, das sich an den Zaubervers schmiegt und ein Namenskürzel des Verfassers/ Dichters/ Magiers sein soll. Wäre es nicht stimmiger, darin die Rune HAGALAZ zu sehen? Sie könnte man bei solcherlei Abwehr-, Angriffs- oder Schadenszauber tatsächlich eher annehmen und in findet sie in Mehrfachnennung (3x, 8x etc.) häufiger vor. Vielleicht steht das „H“ auch als Abkürzung für das germanische Wort „hab“ (für ergreifen/ erfassen/ zurückhalten), oder aber für das lateinische Wort „enim“ für „Fürwahr“ (oder „So sei es“)? Mit solchen Schlussformeln schloss man gerne Zaubersprüche ab, um sie zu bekräftigen. Auffällig ist die Zahl 3. So gibt es drei Gruppen von Priesterinnen (Idisen/ Isen), die als sehr angesehen, ehrbar und mächtig beschrieben werden. Wort- und Runenzauber arbeitet oft mit der Dreizahl: „fff“ („Vieh, Vieh, Vieh“ als Bekräftigung des Erfolgswunsches (Höffgen, S. 52)), dem „Acht-Asen-Amulett“ (8xAnsus, 3x Algiz, 3x Naudiz, Berkana-Mannaz-Uruz, 3x Tiwaz, Ansuz-Laguz-Uruz > Höffgen, S. 56), „Ein Thurs schnitz ich dir und drei Stäbe“ (Höffgen, S. 69), oder dem bekannten Zaubervers „Dreimal schwarzer Kater“. Zudem arbeitet der 1. Merseburger Zauberspruch mit Wortwiederholungen, wie „sazun“ (Bestimmung) und „suma“ (Summe/ Gemeinschaft) und Reimen (heftidun, lezidun, clubodun, haftbandun, wigandun). Sie sorgen für größere Dynamik, bessere Lesbarkeit und eine größere Merkfähigkeit.

Dadurch, dass uns zuerst eine Geschichte erzählt – das eigene Heer ist am Verlieren, die Isen lösen die Fesseln der eigenen Truppe, banden Feinde und bannten ganze Heere – die schlussendlich mit einer Bann- und Zauberformel bekräftig wird, sind wir emotional tiefer ergriffen und nicht nur mit den Gedanken dabei.

Was könnte gemeint sein?
Im Text wird das Befreien des eigenen, sich in Not (NAUDHIZ – Not/ Notwendigkeit) befindlichen Heeres, sowie das Fesseln und Lähmen der feindlichen Armee durch die IDISEN (ISA- Erstarrung) beschrieben. Dieses Phänomen nennt sich „Heerfessel“ und kann vielleicht psychologisch gesehen mit einer Schreck-lähmung oder Kataplexie erklärt werden. Die Sagenwelt des Harzes ist voll von solcherlei Bann-Sprüchen, in denen jemand festgebannt auf der Mauer hockt oder zur Geisterstunde durch einen Waldabschnitt geht und nicht weiterkann, bis der Bann nicht nachlässt.
Man könnte es ja vielleicht als „dumme Mär“ abtun, gäbe es nicht unendlich viele Beispiele ernstzunehmender Geschichtsschreiber, die Ähnliches berichten: „Wir lesen, dass sich Fesseln eines Gefangenen, den seine Frau tot glaubte, und für den sie durch ständige Seelenmessen sorgte, so oft lösten, wie sie für ihn Gott Vater genehme Opfer darbrachte. Das bestätigte er ihr später nach seiner Heimkehr in Freiheit selbst.“ (Bischof Thietmar von Merseburg, 1009); „Dass ihn keiner Fesseln konnte, ohne dass er sogleich befreit wurde. Mittlerweile begann sich der Gefolgsmann […] zu fragen, warum er nicht gefesselt werden konnte, ob er zufällig Zaubersprüche […] bei sich hätte.“ (König Aethelred von Mercia); „Da fragte der Fürst, ob er durch Zaubermacht oder Runen seine Fesseln zerbreche!“ – Solche Aufzeichnungen bestätigen den Glauben (vielleicht sogar die tatsächliche Wirkung/ Fernwirkung!!!) von Zaubersprüchen (Gebeten), Schutzamuletten und Runenkräften.

Neben der im Text offensichtlichen Bedeutung, ist es möglich, ihn als Metapher zu betrachten und den Vers damit für verschiedene magische Zwecke anzuwenden, wie z.B. zur Lösung von Selbstverzauberung, im Sinne von: „Entspringe den eigenen Fesseln des Teufels [(der Depression bzw. der Komfortzone)]. Beweg deinen A***h, Marsch – Marsch!“ – Der Begriff „Uigandun“ könnte dabei durchaus mit „böse Dämonen“ übersetzt werden; mit „haptbandun“ sind vielleicht die Fesseln der Krankheit gemeint. Weitere Ideen sehen den Zaubervers als medizinischen Spruch gegen Epilepsie oder für die Geburtshilfe. Die zu lösenden Fesseln könnten eine Metapher sein, für das Kindlein, das im Mutterleib festhängt und befreit werden muss.

(aufgeschrieben von Carsten Kiehne nach Beck „Merseburger Zaubersprüche“, das Bild stammt aus dem Buch „Walhall“ von Doepler)

WARUM DU AN VIELEN ORTEN IM HARZ DIE WANDERWEGE NICHT VERLASSEN SOLLTESTNatürlich um Flora und Fauna zu schützen, doch d...
20/01/2026

WARUM DU AN VIELEN ORTEN IM HARZ DIE WANDERWEGE NICHT VERLASSEN SOLLTEST

Natürlich um Flora und Fauna zu schützen, doch dies Argument greift für unsere Sagenseite natürlich zu kurz. Nein, ich will euch jetzt auch nicht von mächtigen Monstern, wildhungrigen Wölfen oder heftig hässlichen Hexen erzählen, die vornehmlich kleine Mädchen mit roten Käppchen oder Geschwister, heißen sie Hans und Gretel, in den dunklen, dunklen Wald hineinlocken.
Die Gefahr ist vielmehr eine ganz Natürliche: der Harz an vielen Stellen unterhöhlt. Der tausendjährige Bergbau hat seine Spuren hinterlassen, und der Mensch hat sich tief in den Felsen gegraben (dass sogar die Zwerge ins Staunen kamen) und bis heute an vielen Stellen Pingen oder Lüftungsschächte fast vergessen offen liegen. Nur Äste und Blattwerk liegen darüber, so dass ein Unkundiger leicht hineintreten und viele Meter in die Tiefe stürzen kann. Selbst aber wenn’s nur ein-zwei Meter sind, kann ein Fuß brechen. Hörst du das gespenstige Knacken der Äste und Knöchel in der Nacht? Schleppe dich mal, mit gebrochenem Fuß vom Brocken herunter. Der Knochenbrecher-Weg hat nicht umsonst seinen Namen! 😉

Neben der Bergwerks-Stollen, der unterirdischen Gänge der vielen Burgen von früher und den beinahe verschütteten Bunker-Anlagen der letzten hundert Jahre wartet aber noch ein Hammer auf dich, weswegen du gut beraten bist, vor allem mit einbrechender Dunkelheit auf den Wegen zu bleiben: Erdfälle! !“Klar, einen Wasserfall kenn‘ ich, aber was bitte ist ein Erdfall???“, fragst du vielleicht.
Im Südharz gibt’s den Karstwanderweg, wildromantisch führt er durch weiße Sandsteinklippen, vorbei an grandiosen Felsformationen, Höhlen und den eben genannten Erdfällen. Das Karst- also Gips- und Kalkgestein, ist dabei relativ weich und wird im Untergrund vom Wasser zersetzt. Ganze Bäche, fast Flüsse fließen unter deinen Beinen entlang und bilden teils riesige Hohlräume. Hat das Wasser irgendwann eine Höhle geschaffen, die groß genug ist, stürzt oberirdisch eben alles zusammen: ein Erdfall.
Im Südharz entstehen dadurch über Nacht riesige Löcher in Feldern, auf Straßen und plötzlich ist auch mal ein Häuschen weg. Auf den Wegen kann man sowas gut erkennen, nicht aber im Unterholz. Ich hätte mich selbst beinahe einmal auf diese Weise verabschiedet und sah das ca. zehn Meter tiefe Loch haarknapp vorm Abschmieren … - das wäre was gewesen. Wer hätte euch denn dann die ganzen Sagen aufgeschrieben!? 😉

Stell dir einmal vor, du segelst in so‘nen Erdfall hinunter und dämmelst dir den Dickschädel dämlich am Diabasgestein, dann siehst du den berühmt-berüchtigten Bergmönch auch bauchtanzend die Blockflöte bedampfen. Vielleicht bleibst du lieber auf dem Wege, Kollege?! 🙏🫵🫶

(aufgeschrieben von Carsten Kiehne, Fotos der Erdfälle teilweise Netzfunde)

DER URSCHMERL VON BAD SACHSAFrüher war der Schmelzteich, der in Bad Sachsa Mitte des 16. Jahrhunderts zum Hochwasserschu...
20/01/2026

DER URSCHMERL VON BAD SACHSA

Früher war der Schmelzteich, der in Bad Sachsa Mitte des 16. Jahrhunderts zum Hochwasserschutz vor der Schneeschmelze angelegt wurde, voller Schmerlen. Seltsame Fische waren das, ungewöhnlich aggressiv gegenüber anderen Fischen, immer nur am dunklen Boden schwimmend, nie dem Lichte zugewandt und nachtaktiv. Unter Wasser sorgten sie durch ihr vorlautes Verhalten ständig für Unfrieden, so dass sogar der Nix von Sachsa zwischen den Wassertieren schlichten musste. Als die Schmerlen aber einmal in einer Vollmondnacht selbst den Tanz der Elfen und Zwerge störte, ward der Anführer der Schmerlen, ein dicker langer Kerl, dazu verdammt, an einer kurzen Kette am Grunde des Schmelzteichs zu liegen und über seine Artgenossen zu wachen.

Viele Jahre lag der Urschmerl dort, wurde immer fetter und setzte dick Moos auf seinem Rücken an, bis zu jenem Tage ein junger Bursche kam, um verbotenerweise Schmerlen zu fangen. Als der Urschmerl den Schmerlkerl sah, der dort den ganzen Tag nur zum Spaß und nicht aus Hunger fischte, tauchte er mit aller Kraft auf und blies dem Jungen einen Wasserstrahl ins Angesicht. Dieses Wasser aus dem Rachen der Urschmerle bannte den Wicht fest. Sein Glück, dass der Schmerlkerl in Ufernähe stand, sonst wäre er mit starren Gliedern im See ersoffen. Nach einiger Zeit versprach der Junge, nie wieder einem Tier aus Spaß ein Leid anzutun und auch seine Freunde wolle er in Zukunft davon abhalten. Weil der Urschmerl sah, dass dies Versprechen von Herzen kam, ließ es den Jungen frei.

Als die Elfe – die den Urschmerl einst dazu verdammte, fast bewegungslos am Grund des Sees vor sich hinzuvegetieren – sah, wie gut er sich führte, ward auch er freigelassen. Seit diesem Tage gehen die Männer wohl nicht mehr nackig baden, berichten doch noch heute einige von einem ungeheuer dicken Fisch im Schmelzteich, der wohl schon so Manchem (der achtlos fischte oder Müll ins Wasser warf) in den großen Zeh … oder andere wurmgroße Gliedmaßen gebissen hat.

(aufgeschrieben von Carsten Kiehne, Bild: Altes Postkartenmotiv; weitere Sagen der Gegend findest du in meinem Buch "Sagenhafter Südwestharz")

Für all die Neugierigen, die in der letzten Zeit immer wieder nach unseren aktuellen TERMINEN 2026 fragen, kommt hier de...
19/01/2026

Für all die Neugierigen, die in der letzten Zeit immer wieder nach unseren aktuellen TERMINEN 2026 fragen, kommt hier der Flyer. Für die RUNEN-KURSE sind wir allerdings bis September bereits ausgebucht, aber vielleicht schieben wir für euch noch einen Kurs dazwischen. 😉

Wir haben auch in diesem Jahr darauf geachtet, dass wir neben den Workshops und Seminaren, auch wöchentlich (!!!) 2 kostenlose Veranstaltungen anbieten, für all Jene, die das Harzfieber gepackt hat, aber derzeit finanziell gesehen etwas knapp bei Kasse sind. ;-)

Wer uns und unseren HARZER VOLLKNALL aus der Ferne unterstützen möchte, darf sich freilich gerne das ein oder andere von unseren Büchern erwerben oder die nächsten Buchprojekte sponsoren. Ab 50,-€ stehst du dann selbst mit Grußworten oder deiner Firmenwerbung in einem unserer nächsten Bücher, hast eine tolle Werbung für dich und hilfst gleichzeitig, die Harzer Heimatgeschichte zu bewahren! 😍

Anmeldungen oder Infos zu den Veranstaltungen bekommst du gerne per PN oder Mail (carsten.kiehne@gmx.net)

19/01/2026

Am HEIDBERG, einem Teil der sagenumwobenen Teufelsmauer zwischen Timmenrode und Blankenburg! 🤩

Die Sagen zum Kultplatz findest du in meinem Buch "SAGENHAFTES BLANKENBURG", mehr Sagenfilmchen findest du auf meinem YOUTUBE-KANAL: https://www.youtube.com/-sagenhafterharz

SEHNSUCHTSORT BIBRA-KREUZ„Ich ward geboren im Himmel, hoch über dem Bodetal.Wie oft ritt ich mit dem Schimmel, zur Heima...
19/01/2026

SEHNSUCHTSORT BIBRA-KREUZ

„Ich ward geboren im Himmel, hoch über dem Bodetal.
Wie oft ritt ich mit dem Schimmel, zur Heimat meiner Wahl?
Ich sah in die Tiefe hinunter und zur Hexenhöhe empor …
Mein Herz wird mir hier stets munter, weil ich es an dich verlor.
Sie bleibt und ich ziehe von dannen, fürs Land in den langen Krieg
Und wird er mich übermannen, so war diese Aussicht mir Sieg.
Und sterb‘ ich in fernen Landen, so reist meine Seele zurück
denn als wir uns hier einst verbanden, da ward erst geboren mein Glück.“

Die Bediensteten flüsterten schon hinter seinem Rücken, denn täglich ritt der junge Freiherr Helmuth von Bibra ins Holz, hoch hinauf zur Rosstrappe, verweilte dort den lieben langen Tag und kam glückselig lächelnd zurück. - „Was soll’s“, dachte sich sein Vater, „Mein Junge muss die Liebe kennenlernen, bevor er in den Krieg zieht. Das wird in den schweren Stunden des Kampfes seine Entschlossenheit stärken, am Leben zu bleiben und zurückzukommen. Soll er sich doch mit einem einfachen Frauenzimmer aus seiner Geburtsstadt Thale vergnügen … er muss ja mal zum Mann werden!“
Ob der neunzehnjährige Helmuth von Bibra hier seine große Liebe oder „nur“ seinen Lieblingsort besang, weiß niemand mehr zu sagen. Was man nur weiß, ist, dass er in den ersten Weltkrieg zog, und am 10. Oktober 1914 in Polen starb. Sein Vater ließ ihm dieses Kreuz zum Andenken setzen, dass seine Seele wirklich zurückkäme und hier den ewigen Frieden genieße.

Vielleicht wäre es für den ein oder andere Politiker unserer Tage an der Zeit zum „Bibrakreuz“ zu pilgern, um Vergebung zu bitten, sich dann schweigend herzusetzen und solange sitzen zu bleiben, bis nur noch Frieden im Sinnen und Trachten liegt.
(aufgeschrieben von Carsten Kiehne; mehr Sagen und Geschichten der Region findest du in meinem Buch "Sagenhaftes Thale")

18/01/2026

Nun endlich: die bekannteste Sage aus dem Harz ... DIE SAGE DER ROSSTRAPPE (und, was sie bedeutet)! 💗

Die Sagen zum Kultplatz findest du in meinem Buch "SAGENHAFTES THALE", mehr Sagenfilmchen findest du auf meinem YOUTUBE-KANAL: https://www.youtube.com/-sagenhafterharz

EIN KLEINER GEHEIMTIPP IM HARZ: DAS GRAB DER WILHELMINE BUTTLARMan sagt, die Hofdame und engste Vertraute der Herzögin M...
18/01/2026

EIN KLEINER GEHEIMTIPP IM HARZ: DAS GRAB DER WILHELMINE BUTTLAR

Man sagt, die Hofdame und engste Vertraute der Herzögin Marie Friederike, namens Wilhelmine Buttlar, wäre ein äußerst ansehnliches Frauenzimmer gewesen. So anmutig war ihre Haltung, so strahlend ihr Lächeln, dass sich der Herzog Alexius Hals über Kopf in sie verliebte, wobei er seine Gelüste aber vorerst für sich behielt. Als sie es sich aber wagte, ihr Herz einem anderen zu schenken, gab ihr der Herzog offen zu verstehen, dass er sie als Mätresse ins Auge gefasst habe.

Wilhelmine zog umgehend ihre Jugendfreundin und Herzogin Marie ins Vertrauen, weinte und schluchzte zu ihren Füßen und litt tausend Ängste. Wollte sie doch nicht zur Gespielin des Ehegatten ihrer Freundin werden.
Wie oft hatten die beiden weltgewandten Frauen sich schon gegenseitig Mut zugesprochen und Leid geteilt, nur dieses Mal verhielt es sich anders: Marie wird sicher arg eifersüchtig gewesen sein, aber das weiß ich nicht mit Bestimmtheit zu sagen.
Wenige Tage nach der Unterredung mit Marie soll Wilhelmine beim Herzog vorgesprochen und diesem einen sanften Korb gegeben haben. Er solle bitte verstehen, dass ihr Herz doch versprochen sei. "Kind, der Tod löst Versprechen", murmelte Alexius aufgebracht, worauf kurze Zeit später, der Liebste Wilhelmines "zu einem fernen Kampfe kommandieret ward".

Ein unbekannter Verfasser schrieb des Weiteren: “So mag Mine von Buttlar, nachdem die tödliche Kugel den Liebsten [in der Schlacht] getroffen hatte, oft einsam im Wald gesessen haben, um von ihm und ihrem verlorenen Glück zu träumen. Der Ku**er um den Gefallenen zerstörte ihre Lebenskraft."
Am 09. Mai 1810 verstarb sie - ob an Herzschmerz, an Scharlachfieber oder Gift - hierüber sind sich die Quellen uneins, in den Armen der Herzogin und wurde, auf ihren Wunsch hin, im damaligen Wildpark beigesetzt.
Es hieß, sowohl der Herzog als auch die Herzogin hätten viele Jahre später noch (unabhängig voneinander) am Grabe gesessen und leise um Wilhelmine geweint.
Die Ehe der beiden stand freilich seitdem unter keinem guten Stern, beide schworen darauf, der andere wäre einer Geisteskrankheit anheimgefallen. Als offizielle Trennungsgründe galten "eine gänzliche Entfernung der Gemüter und eine unüberwindliche Abneigung gegeneinander"!

"Und die Moral von der Geschicht? Ein edleres Gesicht, hat auch der Adel nicht - auch deren Ehen enden schmerzlich ... vor Gottes ewigem Gericht" (aufgeschrieben von Carsten Kiehne im Buch "DIE SCHÖNSTEN SAGEN AUS BALLENSTEDT & DEM SELKETAL" - für 13,90€ überall bestellbar)

17/01/2026

Wenn du denkst, du bist harte Arbeit gewohnt, dann kennst du nicht die Geschichte um die BUTTERSTEINE zwischen Allrode und Quedlinburg! 😯

Die komplette Sage und viele spannende Infos mehr, findest du in meinem Buch "SAGENHAFTES BAD SUDERODE", mehr Sagenfilmchen findest du auf meinem YOUTUBE-KANAL: https://www.youtube.com/-sagenhafterharz

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