22/12/2025
Wie funktioniert der Gleichgewichtssinn?
Das Ohr ist ein Sinnesorgan, das Schallwellen aufnimmt und uns dadurch ermöglicht, zu hören. Es ist außerdem wichtig für unseren Gleichgewichtssinn, denn im Innenohr befindet sich das Gleichgewichtsorgan.
Das Gleichgewichtsorgan besteht aus drei annähernd kreisrunden Kanälen – den Bogengängen – und zwei Vorhofsäckchen,
die sich schräg unter den Bogengängen befinden.
Jeder der Bogengänge ist mit einer Flüssigkeit gefüllt und mündet in eine Ausbuchtung (Ampulle). In den Ampullen und in den Vorhofsäckchen befinden sich feine Sinneshärchen.
💪 Welche Aufgaben haben die Bogengänge?
Die Bogengänge ermöglichen es, Drehbewegungen wahrzunehmen.
Wer zum Beispiel den Kopf zur Seite dreht, dreht auch das Innenohr mit.
Es dauert allerdings einen kurzen Moment, bis auch die Flüssigkeit in den Bogengängen und Ampullen diese Drehbewegung mitmacht.
Die Sinneshärchen werden dann von der „trägen“ Flüssigkeit umgebogen. Sie geben diesen Reiz als Nervensignal ans Gehirn weiter. Wird die Drehbewegung gestoppt, verbiegt die träge Flüssigkeit die Sinneshärchen in die andere Richtung.
Dadurch nehmen wir Änderungen der Drehgeschwindigkeit (Beschleunigung oder Abbremsen) wahr.
Jeder der drei Bogengänge ist für eine bestimmte Bewegungsrichtung
*nach oben oder unten geneigt,
*nach rechts oder links geneigt oder
*seitwärts gedreht wird
Beispiele für Störungen des Gleichgewichtsorgans:
Als Schwindel (Vertigo) wird das Gefühl bezeichnet, dass sich um einen herum alles dreht oder schwankt.
Das kann im Stehen, beim Gehen oder im Liegen passieren.
Je nach Ursache kann ein Schwindelanfall unterschiedlich lange dauern und mit Benommenheit, Übelkeit oder anderen Beschwerden verbunden sein.
Ist eine Störung des Gleichgewichtsorgans die Ursache, handelt es sich meist um den gutartigen Lagerungsschwindel. Dabei lösen bestimmte Bewegungen für kurze Zeit Schwindel aus. Der gutartige Lagerungsschwindel ist unangenehm, aber harmlos. Er lässt sich einfach feststellen und behandeln.