22/04/2026
Sie sieht recht harmlos aus, kann aber zu einem echten Risiko werden: Manche Menschen haben an der linken Vorhof-Kammer ihres Herzens eine beutelartige Ausstülpung, die zur echten Gefahr für einen Schlaganfall werden kann.
In diesem so genannten „Vorhofohr“ kann sich nämlich Blut sammeln, das gerinnt und als Blutklumpen ins Gehirn gelangt. Dort kann das Gerinnsel dann ein Gefäß verstopfen. „Das Blut wird im Vorhof durch den Herzrhythmus wie Sahne geschlagen, da es nicht abfließt, sondern sich in der Ausstülpung sammelt“, erklärt Dr. Marek Rogowski (Bild rechts), Chefarzt der Kardiologie im Stiftungsklinikum PROSELIS. Der Mediziner hat eine Technik, die hier Abhilfe schafft.
„Wir können dieses Vorhof-Ohr schließen. Dafür nutzen wir ein winziges Schirmchen, das wir über einen dünnen Katheter bis zur betreffenden Stelle im Herzen schieben“, sagt der Mediziner. Vor Ort im Organ wird das Schirmchen, der so genannte Vorhofohr-Occluder, platziert und aufgespannt. „Wir setzen also an dieser Stelle der Ausstülpung ein Implantant, das dauerhaft im Herzen verbleibt und Oberfläche für körpereigenes Gewebe bietet, das sich nach einigen Wochen dort entwickelt hat. Das Vorhof-Ohr wird auf diese Weise regelrecht verschlossen und abgedichtet“, sagt der Leitende Chefarzt der Kardiologie im Stiftungsklinikum PROSELIS PD Dr. Horst Neubauer (Bild links).
Diese Therapie, die unter leichter Narkose und minimal-invasiv passiert, ist eine echte Alternative zur lebenslangen Gabe von blutverdünnenden Medikamenten (orale Antikoagulation).
Nach dem Eingriff, der per Schluck-Ultraschall (TEE) kontrolliert wird, bekommt der Patient an der Stelle in der Leiste, über die die Mediziner den Katheter ins Gefäßsystem eingeführt haben, einen Druckverband. Dieser wird nach etwa sechs bis acht Stunden entfernt.