11/01/2026
Lesestoff für kalte Sonntage: der Newsletter mit Gedanken zum Neuen Jahr und der Einladung zur Reise durch den Jahreskreis, die zu Imbolc/ Lichtmess am 1.2.26 beginnt!
Liebe Leserinnen und Leser,
eigentlich beginne ich den ersten Newsletter des Jahres natürlich immer damit, allen Leserinnen und Lesern ein gutes, gesundes und glückliches Neues Jahr zu wünschen, und das wünsche ich Ihnen und Euch natürlich auch von ganzem Herzen!
Und doch bin ich dieses Jahr damit beim Schreiben ins Stocken geraten und konnte beim ersten Versuch diesen Text erstmal nicht zustande bringen. Ich fragte mich nach den ersten geschriebenen Worten, was ich uns allen eigentlich wünschen sollte angesichts des immer mehr um sich greifenden und sich ausbreitenden Irrsinns sowohl auf der Weltenbühne als auch hierzulande, der mich, wenn ich ihn mir so anschaue, immer wieder mal in ein Gefühl von Ohnmacht, Lähmung und Schwere bringt, so dass ich nicht wirklich Lust und Freude und Initiative aufbringen kann. Nun, was wünsche ich uns allen, abgesehen von Gesundheit, Zufriedenheit und persönlichem Glücklichsein? Natürlich wünsche ich uns zuallererst eine friedliche Welt, eine Welt, in der gegenseitiger Respekt und Empathie (gegenüber allen Wesen!!) ganz oben stehen und in der wir einander zuhören und Bedürfnisse und Grenzen gegenseitig wahr- und ernst nehmen. Leben und leben lassen. Und wenn man mal nicht einer Meinung ist, kann man einander ja auch einfach in Ruhe lassen und jeder geht seiner Wege. „We agree to disagree“, wie der Brite so schön sagt. ;-) Denn so fängt der Frieden im Kleinen an.
Da ich also aus diesem Ohnmachtsgefühl heraus einfach keinen Newsletter mit einer freudig-leichten Einladung zum Jahreskreis zusammen gebracht habe, bin ich am nächsten Morgen erst einmal in den Wald. Antworten kommen da so gut wie immer und ich kann mich wieder sammeln und ausrichten, so zum Glück auch dieses Mal. Die Quelle sprudelt lebendig weiter, trotz Schnee und Eis und schenkt mir ihr wohlschmeckendes, frisches Wasser; der Teich ist klar wie sonst nie; die Mutterbuche spendet Erdung und Ausrichtung und der Specht klopft und ruft den nächsten Frühling herbei. Da ist Ordnung, da ist das Echte, das Gute, das Schöne. Und so kann ich auch wieder spüren, was ich jetzt und hier, an dem Platz wo ich bin, tun kann und soll und das Gefühl der Resignation und Machtlosigkeit tritt zurück. Auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass ich die Welt damit nicht grundlegend ändern kann, macht doch jedes noch so kleine Feld auf dieser Welt, das wir öffnen und in einem bestimmten Geist füllen und halten, einen Unterschied. Und so bekam ich bei der Mutterbuche einen sehr deutlichen Impuls und meine Energie, weiter zu machen, kam zurück. Sie erinnerte mich daran, dass ich an einem uralten heiligen Kreis in Schottland vor Jahren in einem kleinen, ganz einfachen Ritual einmal das Versprechen gegeben habe, immer wieder Kreise zu schließen und die alte Weise, miteinander und mit der Natur auf Augenhöhe verbunden zu sein, zu leben, für eine Welt ohne Hierarchie und Ausbeutung, ohne Gewalt und Zerstörung sondern für das Leben, für uns und unseren wunderbaren Planeten Erde und alle seine Wesen. Dies konnte ich da wieder spüren und damit auch meine innere Kraft und Energie wieder finden, dies dann auch zu tun – und so kommt hier und heute also doch ein Newsletter mit der aufrichtigen und aus dem Herzen geschriebenen Einladung zur gemeinsamen Reise durch die Zyklen der Natur mit dem Feiern der JahresKREISfeste.
Ja, das Jahresrad dreht sich wieder merklich….. Ist es nicht immer wieder faszinierend, wie sich nach den Rauhnächten die Energie so deutlich verändert?
Als erstes künden das immer die Vögel.... sie sind deutlich präsenter, ich nehme sie wieder viel mehr wahr, ich spüre bei ihnen eine ganz andere Lebendigkeit, sehe und höre sie wieder mehr. Tatsächlich - und das ist schon etwas ungewöhnlich früh, v.a bei der aktuellen Kälte! - habe ich am Perchtentag, dem 6. Januar, schon in der Stadt eine Amsel ihr wunderschönes Lied singen und in den letzten Tagen oft den Specht im Wald klopfen gehört. Unsere gefiederten Freunde sind die Künder, dass das Licht und damit das Leben und die Vegetation wieder zu uns zurück kehren, dass sie Sonne sich auf den Rückweg gemacht hat!
Wie fein sie sind im Spüren oder? Wir haben ja aktuell nur ein paar Minuten mehr Tageslicht, und doch bemerken und verkünden sie es mit ihrer Lebendigkeit!
Beobachtet Ihr das auch? Habt Ihr auch schon wahrgenommen, dass das Jahresrad wieder angeschoben ist, dass die Energie sich gedreht hat, und wenn ja, wie oder wodurch?
Das bewusste Leben mit den natürlichen Zyklen des Jahres ist am schönsten zu erleben im gemeinsamen Feiern der Jahreskreisfeste. Dabei können wir im Hier und Jetzt sein, wir können Kraft tanken und Verbundenheit erfahren, das stärkt uns und gibt uns Halt, Ausrichtung und inneres Gleichgewicht.
Ein neuer Zyklus, in dem wir die zusammen erleben können, beginnt zu Lichtmess und ich lade zu dieser Erfahrungsreise durch den Jahreskreis sehr herzlich ein, die bereits in drei Wochen, am 1.Februar beginnt.
Zu Imbolc / Lichtmess werden wir das Licht begrüßen, und mit selbst gebundenen kleinen Birkenbesen den Winter auskehren. Und lasst Euch sagen – die Birkenbeserl kehren wirklich gut! :-))
Die Infos und Termine für das ganze Jahr sind auf der Website zu finden und sehr gerne dürft Ihr mir schreiben oder mich anrufen, wenn Fragen da sind, oder um herauszufinden, ob das das Richtige ist für Euch ist oder nicht!
Ich finde es wirklich wichtig, sich mit dem zu verbinden, was real, fassbar und natürlich ist und sich als Teil davon zu erfahren und zu begreifen, denn meiner Meinung nach ist die Wurzel des aktuellen großen Übels politischen Irrsinns und auch dessen, dass so viele Menschen dem gegenüber irgendwie total abgestumpft scheinen und nicht zu begreifen scheinen, was das alles bedeutet, die Abspaltung vom Natürlichen. Das Leben vor dem Bildschirm ist nicht das echte, wir haben keine sieben Leben um aufs nächste Level zu kommen und wenns ballert oder wenn jemand stirbt, ist das nicht nur Ketchup, sondern tut das weh. Deswegen ist spüren und erfahren so wichtig, von Kindheit an, und ich freue mich, dass im Gegenzug zu der völlig abgestumpften und betäubten Bildschirmgesellschaft aber auch z.B. immer mehr Waldkindergärten und Wildnispädagogik-Kurse zu finden sind. Jede Initiative, die zur Rückverbindung an unseren natürlichen Ursprung und zum echten Lebendigsein beiträgt, ist in sich eine Gegenbewegung zum Irrsinn der totalen Hybris und des Transhumanismus in der Welt und damit ein Akt der Rebellion. Jeder achtsame Spaziergang im Wald, jedes liebevolle und empathische Beobachten der (Wild)Tiere ist ein Akt der Rebellion gegen die Zerstörung der Natur. Jeder Kreis ist Rebellion gegen Hierarchien und Machtwahn. Also lasst uns gemeinsam diese Rebellion leben!
Mit herzlichen Grüßen,
Catherine