Hundephysiotherapie Angelina Berthold

Hundephysiotherapie Angelina Berthold Physiotherapie für Hunde



Hinweis gesetzl. Anforderung (§3 HWG):
Die von mir angewandten Heil- und Diagnoseverfahren sind z.T.

wissenschaftlich umstritten und/oder schulmedizinisch nicht anerkannt.

04/10/2024
02/08/2022

Das Norwegergeschirr – verpönt und verbannt!

🖍Lesezeit ca 2,5 Minuten🖍

Gestern sollte es soweit sein: Schöne neue Geschirre für meine Hunde online bestellen, unter Anderem auch ein neues Norweger Geschirr für unsere junge Kelpie-Hündin, da ich immer wieder verschiedene Geschirre tragen lasse.

Man erklärte mir, es gäbe nur Y-Geschirre denn Norweger Geschirre würden ja schließlich die Bewegung einschränken. Versuch bei Shop 2, Shop 3……ich war frustriert und sah mich schon fluchend an der heimischen Nähmaschine sitzen.
Das Y-Geschirr: Grundsätzlich sprechen wir von Geschirren in einer Y-Form, die gängige Version und an fast jedem Hund in allen erdenklichen Farben und Mustern zu bewundern.

Charakteristisch dafür sind zwei vor dem Schulterblatt - meist zu einem Ring endenden - Gurte, die in einen Bruststeg übergehen. Schon hier verursacht es einige Probleme, da der Hund beim Spaziergang nicht immer akkurat vor uns läuft (oder wir hinter dem Hund) und das Geschirr deshalb meist verrutscht. Durch den Ring, an dem üblicherweise der Karabiner für die Leine befestigt wird, ergibt sich eine Hebelwirkung am Übergang Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule. In der Achsel, in der nun der Brustgurt wahlweise links oder rechts zu liegen kommt, ergibt sich ein punktueller Zug auf den Bereich der ersten Rippe. Des Weiteren befindet sich dort auch das hochsensible Armnervengeflecht (Plexus brachialis), das wiederum die ganze Gliedmaße versorgt.

Wenn mein Hund also meist links von mir am Wegesrand schnüffelt, verziehe ich das Geschirr am Ring etwas in meine Richtung nach rechts und der Steg hängt in der linken Achsel. Wenn das Geschirr dazu noch hinter dem letzten Rippenbogen endet (auf Zug), kommt je nach Seite noch das Einschnüren im Bereich Zwerchfell, Magen und Leber hinzu. Der Rückensteg sitzt oft zu eng, sodass der Hund beim Aufwölben der Wirbelsäule mit den Dornfortsätzen an dem Steg anstößt und hier eine Irritation erlebt - und das bei jedem Schritt. Bedenken wir in diesem Zusammenhang, dass der Ring für die Leine zwar oft unterlegt ist, jedoch nicht der Karabiner, der daran befestigt wird. Ihr seht, die Liste ist lang.

Da in unseren Kursen und Ausbildungslehrgängen 50-100% der anwesenden Hunde eine Dysfunktion, also eine Einschränkung der ersten Rippe aufweisen, wäre ein Zusammenhang bei Geschirrträgern denkbar. Denkt man sich jetzt noch den Hebel durch eine Schleppleine hinzu, dann macht das Gassigehen bald keinen Spaß mehr.

Jetzt betrachten wir das klassische Norwegergeschirr (kein Sattelgeschirr) mal genauer und gehen bitte immer davon aus, dass ein Geschirr passen sollte.
Das Norwegergeschirr hat einen Bruststeg, der quer vor der Brust verläuft und seitlich an einem Gurt befestigt ist, der einmal ringförmig um den Brustkorb geht. Auch hier haben wir natürlich Einschränkungen, nur einfach andere. Vorteil ist ganz klar, dass das Geschirr an Ort und Stelle bleibt, da der Ring, an dem die Leine befestigt wird, mitläuft.

Landläufig machten ja diverse Posts die Runde, die auf die unsagbaren Nachteile des Norwegergeschirres hinwiesen und das Y-Geschirr ging uneingeschränkt als Star bei diesem Battle hervor. So recht glauben konnte ich das aber irgendwie nie. JEDES Geschirr hat einige Einschränkungen zu bieten.
Jetzt komme ich aber zur Studie.

🧐 S.Blake (Writtle University, United Kingdom) hat 2019 verschiedene Studien zum Thema „Brustgeschirr und deren biomechanische Effekte“ untersucht und zusammengefasst. Nach Erkenntnissen von Lafuente et al. (2018) verringert das Y-Geschirr die Schulterstreckung um ein Vielfaches mehr, als das Norwegergeschirr. Im Schritt ließen sie laut der Studie zusätzlich 2,56° weniger Streckung zu als Norwegergeschirre, im Trab 4,82° weniger und unter Zug sogar 7° weniger. Der Grund ist noch nicht nachgewiesen, aber es wird vermutet, dass die Protraktoren (vorführende Gliedmaßenmuskulatur) gehemmt werden.

Ob nun der Bruststeg oder die beiden seitlichen Gurte am Hals die Übeltäter sind wird hier nicht erwähnt, wir vermuten aber Letzteres. Da die Vordergliedmaße rein muskulär mit dem Brustkorb verbunden ist und eigentlich dem Bremsen oder zum elastischen Landen nach dem Sprung dienen soll könnte es möglich sein, dass die Muskulatur mit diesen zusätzlichen Aufgaben überfordert ist. Um diese Fragen zu beantworten, wären weitere Studie nötig und Ergebnisse daraus spannend.
Für welches Befestigungssystem man sich auch entscheidet, man sollte sich auch auf die Verarbeitung und das Gewicht achten. Nicht selten sieht man Welpen, die zu viel Geschirr, Halsband und Karabiner zu tragen haben, ganz abgesehen von den thermischen Einflüssen und die Veränderung des Gangbildes (auch ein Bestandteil dieser Studie). Dies kann sich durchaus negativ auf die Entwicklung des Bewegungsapparates auswirken.

☝️Fazit: Besser mit zwei verschiedene Geschirrarten abwechseln, sowie Rucks und Dauerzug vermeiden. Natürlich wäre eine gute Leinenführigkeit oder n***t bzw. fellig - wie Natur gegeben- das Allerbeste und manchmal wäre das Geld besser in eine gute Hundeschule investiert, als in den Warenkorb😊

Übrigens empfehlen wir beim Fitnesstraining das Geschirr abzulegen und mit Halsband zu trainieren. Ich sage immer, es wäre gerade so, als wenn ich im „kleinen Schwarzen“ Aerobic machen würde (Kopfkino an…).

In diesem Sinne, viel Spaß beim Shopping! 👜

Eure Sandra von Dogfitsports
in Kooperation mit Katja Wagener (Tierphysiothek)

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13/05/2021

Endlich steht die neue Behandlungsliege in der Praxis 🤎

* höhenverstellbar
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02/04/2021

Schnipp, schnapp, alles ab!
-Von Maren Grote-

Meine Meinung ist, dass es immer eine gut überlegte Einzelfallentscheidung sein sollte, ob es Sinn macht einen Hund zu kastrieren.
Es gibt einige gute Gründe dafür und einige gute Gründe dagegen.
Am Schönsten fände ich, wenn die bereits erforschten Fakten allen zugänglich und klar wären, damit die Entscheidung auf einer guten Basis getroffen werden kann.
Was mich schockiert ist weniger die Tatsache dass so viel unbedacht kastriert wird, sondern eher WANN.
Die Kastration vor Ende der Pubertät (je nach Hund nach dem 2-4 Lebensjahr!) wird immer beliebter und bringt eine Besonderheit mit sich. Deswegen ist sie mit großer Vorsicht zu betrachten.
Selbst viele Tierärzte sind leider immer noch uninformiert, denn die Hirnentwicklung während der Pubertät sollte für jeden Tierarzt Basiswissen sein, bevor er in diese Entwicklung eingreift.
Da wird oft noch mit angeblichen Verhaltensvorurteilen um sich geworfen, oder beim Gedanken an Krebsvorsorge vergessen, dass auch die Kastration das Risiko für Krebserkrankungen erhöht.
Durch eine frühe Kastration verhindert man also nicht, dass der Hund Krebs bekommt, man ändert nur die statistische Wahrscheinlichkeit welche Art von Krebs er bekommt. Studien, die das belegen gibt es mittlerweile genug, so dass wirklich jeder sich informieren kann, der will.
Wofür man sich als Besitzer*in entscheidet bleibt doch einem selbst überlassen und ob man die Nachteile für die Vorteile in Kauf nimmt ist individuell.
Dass man sich dafür entscheidet heißt aber nicht, dass es die Nachteile nicht gibt.
Dass man mit seiner Entscheidung zufrieden ist, ist ebenfalls kein Beweis dafür, dass eine Kastration grundsätzlich sinnvoll wäre, oder die Argumente dagegen an Wichtigkeit verlieren würden.
Bei der frühen Kastration werden oft Gründe genannt, die sich mir nicht erschließen wollen.
Da springt ein junger Rüde drei mal bei einem anderen Hund auf, oder wird beim Geruch der ersten läufigen Nachbarshündin quengelig und schon wird von Hypersexualität gesprochen.
Ich würde mal sagen, dass ein ziemlich großer Teil des Denkens und Handelns in der Pubertät beim Menschen mit Liebe, Sexualität und Freundschaften zu tun hat.
Das ist in der Pubertät des Hundes nicht anders.
Und es zeigt sich bei uns, dass die Meisten trotz verpasster Kastration im Jugendalter wieder ganz normal werden, einfach nur durch ́s erwachsen werden.
Ein großes Interesse an Sexualität bei einem jungen Hund ist also erstmal völlig normal und sagen nichts darüber aus, wie er sich als Erwachsener benehmen wird.
Und wie beim Menschen auch ist hier eher die Erziehung ausschlaggebend, ob sich später anständig benommen wird. Bevor von Hypersexualität gesprochen wird, sollte diese Diagnose mit einem/r Fachmann*frau abgeklärt werden.

Auch Hündinnen werden immer wieder kastriert, weil sie in einem normalen Ausmaß scheinträchtig werden.
Da versteckt die Hündin nach der Läufigkeit ein paar Socken in ihrem Körbchen, wird quengelig und schon wird mit der Begründung des schwerwiegendes Leids einer einjährigen Hündin ein Organ entnommen.
Die Scheinträchtigkeit der Hündin ist ein normaler und natürlicher Prozess und heißt erstmal noch nicht gleich, dass sie auch darunter leidet. Die Ausmaße können sich auch verändern und entwickeln. In beide Richtungen.
Es kann passieren, dass dieser Prozess wirklich übertrieben ausfällt, aber bis zu einem gewissen Ausmaß ist es einfach nur normal.
Ob die Hündin darin so extrem reagiert, das man von Leid sprechen kann, muss individuell betrachtet werden.
Wie oben bereits erwähnt, bin ich nicht grundsätzlich gegen Kastration und auch ganz bestimmt nicht grundsätzlich dafür. Ich bin sehr vorsichtig.
Und ich bin dafür möglichst immer die Pubertät des Hundes ab zu warten, bevor diese Entscheidung getroffen wird, damit der Körper, die Knochen und auch die Psyche vollständig und gesund ausgebildet werden können.
Ich bin für eine differenzierte Betrachtung und für die ehrliche Erwähnung ALLER Vor- und Nachteile.
Und es gibt nunmal viele Nachteile, die sich nicht durch Meinungen zum eigenen Hund weg diskutieren lassen, sondern objektiv mit in die Entscheidung einbezogen werden müssen.
Der Zeitpunkt einer möglichen Kastration ist dabei, wie

oben schon erwähnt einer der wichtigsten Punkte überhaupt.
Denn eine Kastration, egal ob chemisch, mit einem Chip, oder operativ hat gravierende Auswirkungen auf die Gehirnentwicklung, die in der Pubertät des Hundes von statten geht.
Diese Entwicklung und Veränderung im Gehirn wird auch Sexualhormone eingeleitet und aufrecht erhalten. Bestimmte Umbaumaßnahmen und Entwicklungen im Gehirn können nur durch diese Hormone passieren und wenn sie durch eine Kastration weg fallen, fällt auch die endgültige Weiterentwicklung weg.
Und wer nicht erwachsen wird, der kann sich auch nicht so richtig erwachsen verhalten.
Mal mehr, und mal weniger ausgeprägt. Manchmal ist es gar nicht schlimm, manchmal werden Hunde gradezu zu „Dummerchen“ kastriert und sind ihr Leben lang unsicher, unselbständig, überdreht und schlichtweg dusselig im Sozialkontakt. Aber süß, witzig und konfliktscheu.
Das kommt aber leider nur dem/r Besitzr*in zu Gute und ist für den Hund gemein.
Und bei völliger „Dusseligkeit“ kann es dann auch wieder für den Besitzer*in unpraktisch werden, denn mit einem sozial beeinträchtigtem ist es schwer bestimmte Ziele zu erreichen, die erwachsene Denkweisen erfordern.
Manchmal fällt das entstandene Defizit kaum auf, oder das unfertig entwickelte Gehirn des kastrierten Hundes gefällt dem/r Besitzer*in so wie es ist.
Manchmal reicht es auch unfertig entwickelt und trotzdem cool und entspannt zu sein, weil der Hund glücklicherweise

selbst als „Kindskopf“ noch erwachsener ist, als einige seiner Kollegen.
Die Genetik, Rasse und Erfahrungen machen hier auch ihren Teil.
Aber oft eben leider nicht und dann ist ab eben ab.
Das heißt also nicht, dass jeder früh kastrierte Hund ein Nervenbündel ist, sondern, dass er immer unter seinen individuellen Möglichkeiten spielt sich selbst zu regulieren, wenn er zu früh kastriert wurde.
Egal wie kontrolliert ein Hund ist, wenn er vor Ende der Pubertät kastriert wird ist er immer schlechter in seiner Selbstkontrolle, als er hätte sein können, wenn er da nicht kastriert worden wäre.
Von diesem Fakt fühlen sich leider viele Hundehalter*innen angegriffen und erklärten, wie wunderbar und entspannt ihr früh kastrierter Hund ist, als sei dies ein Beweis, dass die Neurobiologie lügen würde, oder als hätte jemand ihren sicherlich wirklich tollen und liebenswerten Hund beleidigt.
Ein Hund kann doch toll sein und trotzdem darf die Realität über noch tollere Möglichkeiten, die nun niemand mehr entdecken wird, weil die Entwicklung unterbrochen wurde ausgesprochen werden.
An der Liebenswürdigkeit des Hundes kratzt das doch kein bißchen.
Wenn mein Hund ein Jahr nach der frühen Kastration viel ruhiger und netter ist als vorher, dann muss ich mir aber die Frage stellen, ob er das nicht sowieso geworden wäre, weil er ein Jahr später eben auch ein Jahr erwachsener und vernünftiger geworden wäre. Die Entwicklung von einem

Teenager zu einem Erwachsenen ist ja für gewöhnlich auch ohne Kastration gewaltig.....glücklicherweise!
Ich bemerke in meiner Arbeit nur immer mehr völlig unkontrollierte und ungehemmte Hunde, die durch die fehlende Reifung der Kastration lebenslang Probleme mit ihrer Selbstkontrolle haben.
Ich habe immer mehr Rüden im Training, die durch eine Kastration einen so niedrigen Testostheronspiegel haben, dass sie unter den gut erforschten Nebenwirkungen einer Unterversorgung leiden:
Erhöhte Aggressivität, Unruhe, Unsicherheit, aufbrausendes Verhalten, unfaires Verhalten und schlechte Hemmung in der Auseinandersetzung.
Während Viele immer noch denken, dass Rüden durch ihre Unversehrtheit öfter Aggression zeigen, ist es in der Hundewelt immer noch nicht zu Genüge durchgedrungen, dass zu wenig dieser Hormone ebenfalls aggressives Verhalten und Bissigkeit hervorrufen können.
Aus meiner Arbeitswelt (dies betrifft also nicht die gängigen Studien, sondern meinen Erfahrungsschatz aus 15 Jahren Berufserfahrung) kann ich ganz klar sagen, dass ich bei Problemen mit wirklicher Bissigkeit und extremer Unverträglichkeit, sowie sehr ängstlichen Hunden fast ausschließlich mit frühkastrierten Hunden zu tun habe.
Die intakten Hunde kommen viel seltener wegen solcher Probleme in mein Training und sind darin immer differenzierter, vertragen sich also zumindest mit gegengeschlechtlichen Hunden noch einigermaßen, oder sogar richtig gut.

Diese Fakten über die Hirnentwicklung und die eigenen Erfahrungen lassen mich also vorsichtig werden, wenn es um die Entscheidung einer Kastration geht und zumindest gut zu überlegen und den Zeitpunkt so lange wie möglich heraus zu zögern.
Lieber noch eine Läufigkeit mehr durchstehen, ein halbes Jahr mehr mit dem prolligen Rüden diskutieren, als zu früh alles raus zu schnippeln.
Das Verhindern eines ungewollten Deckaktes ist übrigens kein Grund für eine Kastration und meistens nur eine vorgeschobene Begründung.
Wer operativ verhindern möchte, dass Welpen entstehen, der kann auch einfach die Samenstränge des Rüden durchtrennen lassen.
Das ist eine bedeutend kleinere OP mit weniger Risiko. Alles bleibt drin, nur die Fruchtbarkeit des Hundes ist damit ausgeschaltet.
Das nennt man dann Sterilisation und ist eine vollkommen sichere Verhütungsmethode, die ungewollte Welpen verhindern würde, ohne das Hormongleichgewicht zu verändern.
Diese Information hat sich leider immer noch nicht zu sämtlichen Tierschutzorganisationen durch gesprochen, so dass immer noch viel zu oft junge Tierschutzhunde völlig unnötig kastriert werden.
Abgesehen davon ist es auch ganz normalen Menschen möglich ihre läufige Hündin angeleint zu lassen und auf ihren intakten Rüden auf zu passen, ganz ohne dafür Raketenwissenschaft studiert haben zu müssen.

Die gängige Meinung, dass absolut jeder (außer mir natürlich ;-) ) zu blöd ist Hunde an der Fortpflanzung zu hindern ist unbegründet.
Die allerwenigsten Welpen entstehen, weil jemand seinen Hund nicht kastriert und dann nicht aufgepasst hat. Welpen werden absichtlich produziert, Hunde im volle Wissen miteinander verpaart, oder gezüchtet.
Die Zahl der wirklichen „Ups-Welpen“ ist im Vergleich verschwindend gering und das kleinste Problem der Hundevermehrung.
Fun-Fakts zur Kastration:
-Bei dem Wort „Sterilisation“ denken viele Menschen
noch, es würde die Kastration einer Hündin (oder Katze) bezeichnen. Dabei bedeutet Sterilisation das unfruchtbar machen, zum Beispiel durch das durchschneiden der Samenstränge beim Rüden. Kastration bedeutet die Hormone aus zu schalten, entweder durch die Entfernung der Fortpflanzungs-Organe , oder chemisch (Chip).
-Eine Kastration ist auch laut Tierschutzgesetz nicht verboten. Hinter dem stets zitiertem Abschnitt, dass die Entnahme von Organen bei Haustieren ohne medizinischen Grund unzulässig sei steht noch ein Extra Passus, der die Entnahme von Organen zur Verhinderung ungewollter Fortpflanzung explizit erlaubt.
-Tierschutzorganisationen dürfen einen nicht zwingen einen übernommenen Hund später zu kastrieren, auch wenn es im Vertrag steht.
-Der Tierarzt kann vor einer Entscheidung mit einem Bluttest bestimmen, ob bestimmte Sexualhormone erhöht sind und ob eine Kastration dies regulieren würde. Daran

kann man auch vorher sehen, ob zu erwarten ist, dass die gewünschten, positiven Verhaltensänderungen eintreten können.

Wenn Du Dich für mehr Wissen über Hunde interessierst, dann schau doch mal die Video-Vorträge in meinem Shop an:
https://marengrote.de/shop/

-Dieser Text darf selbstverständlich geteilt werden, die Rechte verbleiben aber bei der Autorin Maren Grote. Auch Diskussionen und Erfahrungsberichte freuen mich, bleibt dabei bitte sachlich und höflich miteinander ;-) -

02/03/2021

🖍️ ca. 3min Lesezeit 🖍️

Mach mal Pause!

🐾 Wir bemerken immer wieder, dass sich bei der Trainingsplanung im Hundesport häufig alles nur um eines dreht – das Training. Keine Sorge: Das ist nicht verkehrt. Doch was ein durchaus wichtiger Bestandteil des Trainings ist, ist die Pause. Deshalb ist es an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was es eigentlich heißt, „Pause zu machen“.

🤔 Müssen Pausen sein? Wie Sportwissenschaftler Joachim Auer sagt „das dynamische System der Erde ist durch Bipolarität gekennzeichnet. Tag und Nacht, Sonne und Mond, warm und kalt […]. Nur durch das Spannungsfeld, das zwischen den beiden Polen entsteht, können sich Energie, Dynamik und Beweglichkeit entwickeln […].“. So verhält es sich auch im Sport. Zu viel Sport mit zu wenig Zeit zur Regeneration kann zu Lustlosigkeit, Müdigkeit und bis hin zu Depressionen führen (Ja! Auch beim Hund). „Müde Tiere, Tiere, die Schmerzen haben, Tiere, die überfordert sind oder Angst haben, können nicht optimal lernen!“ (Physiotherapie und Bewegungstherapie für Hunde – Sabine Mai). Zudem ist bei zu wenig Erholung das Immunsystem anfälliger, es kann kein effektiver Muskelaufbau erreicht werden, und selbst die Gefahr sich zu verletzen ist höher.

🤔 Was bringen also Pausen? Tatsächlich ist es so, dass Muskelwachstum nicht während eines Trainingsreizes passiert, sondern während der Regeneration. In der Pause werden also nicht nur etliche wichtige Speicher wieder aufgefüllt, sondern nachweislich auch Bänder, Sehnen und Muskeln gestärkt. Zudem steigert die Erholungsphase Motivation, Energie und Leistung und stabilisiert das Immunsystem.

☝️ Was ist eine optimale Pause? Es kommt darauf an, von welcher Pause man spricht. Pausen zwischen ganzen Trainingseinheiten müssen an die Superkompensation der jeweiligen Beanspruchung (Beweglichkeit, Kraft, Koordination,...) angepasst werden. Das fällt je nach Trainingsreiz und Leistungsstand des Hundes anders aus. Es ist eine Gratwanderung und die Kunst des Trainers, sie zu meistern. Beispielsweise ist es im Krafttraining unerlässlich, dass der Trainingsreiz hoch genug gesetzt wird, also außerhalb der Komfortzone, um überhaupt den Effekt der Pause nutzen zu können. Dahingegen kann eine koordinatvie Überforderung, also zu intensives Koordinationsttraining mit zu wenigen Pausen zur Verschlechterung führen. Generell gilt aber: Wirkt der Hund lust- oder kraftlos, oder lässt sich keine angemessene Leistungssteigerung erkennen, so kann es ein Hinweis auf falsches Management der „restdays“ sein.

💪 Bei Pausen zwischen den Trainingssätzen gilt: Je intensiver, komplexer und kraftaufwändiger die Übungsreihe ist, desto länger sollten die Pausen dazwischen sein.

☝️ Beim Menschen orientiert man sich an 30 bis 60 Sekunden. Selbst hier geht man individuell auf die Konstitution des Athleten und die Trainingsart ein. Beim Hund ist es ebenso wichtig auf den jeweiligen Hund einzugehen. Sieht man schon vor der Pause Stress- oder Ermüdungszeichen, so war die Übungsreihe zu viel für den Hund – er braucht also auch eine längere Pause.

🧐 Und wie gestaltet man eine Pause? Aktiv! Nach neuen Erkenntnissen weiß man, dass es für das Training effektiver ist, wenn Pausen aktiv gestaltet werden. D.h. lockeres laufen oder traben, Schnüffelspiele oder Futtersuche. Gleichzeitig erreicht man damit, dass die Hunde beschäftigt sind und nicht in die Frustration fallen. Denn uns fällt immer häufiger auf, dass Hunde in der Pause gar nicht runterfahren können, da sie so sehr in Erwartungshaltung sind.

⏰ Kleiner Tipp: Wer es genauer wissen möchte… Man kann die Pausenzeiten zwischen den jeweiligen Sätzen stoppen, um zu sehen, ob sich die Fitness des Hundes tatsächlich verbessert hat, oder ob die Übung nur besser gemeistert wurde, weil eine längere Pause dazwischen war.

🗝️Fazit: Pausen sind keine Auszeiten vom Training sondern Teil des Trainings. Wer seinen Hund effektiv trainieren möchte, plant gezielte Regeneration.

Bleibt fit 🐾
eure Eva vom dogfitsports Team

Vorfreude 🤎
26/02/2021

Vorfreude 🤎

24/02/2021

Mit dem Porsche nach Südfrankreich
-Maren Grote-

Es muss ein Dobermann sein! Er darf aber nicht wachsam sein, oder bellen, wenn es klingelt.
Der Golden Retriever ist Pflicht, auch wenn das Schlimmste ein verdreckter Fußboden wäre.
Der Herdenschutzhund soll bitte beim Grillfest mit im Garten liegen,
der Setter soll im Umkreis von drei Metern ohne Leine laufen und der Terrier darf wie besessen dem Ball hinterher jagen, aber ein totgeschütteltes Meerschweinchen wäre unverzeihlich.

Was den perfekten Hund ausmacht ist nunmal individuell und hängt ganz gravierend daran wie man so lebt.

Rasse ist kein Kostüm, kein Fellpullover mit Blanko-Hund darin.
Rasse bedeutet Genetik und Genetik bedeutet auch Verhalten. Und zwar unterschiedliches Verhalten.
Der Pullover, die Äußerlichkeiten sind nur der kleinste Teil, der eine Rasse ausmacht.

Im Dunkeln besonders wachsam sein, mit fremden Hunden nur schlecht auskommen, miesmuffelige Wesensart oder überdrehte Hektik, Anhänglichkeit und Freiheitsliebe......
Das und noch hunderte, andere Eigenschaften sind bei Rassehunden genetisch fixiert, gewollt und mühsam angezüchtet. Ja, es gibt Ausnahmen, aber die sind eben genau das: Ausnahmen. Gewollt sind bestimmte Rassemerkmale.

Es ist also wichtig zu wissen, welchen Freund man sich für viele Jahre mit ins Haus holt und welche Ansprüche man an ihn hat.

Ansonsten ist es ein bisschen, wie sich einen Porsche Sportwagen zu kaufen und dann damit mit den drei Kindern nach Südfrankreich in den Urlaub fahren zu wollen.
Es ist zu eng, die Koffer passen nicht rein und die Fahrt wird der Horror.
Da hilft es auch nichts den Wagen in die Werkstatt zu bringen.
Auch der beste Automechaniker macht aus dem Porsche keinen Van.
Wer also einen Van braucht, der sollte sich auch einen Van kaufen.

Erziehung ist ein großes Werkzeug, aber sie hat ihre Grenzen genau da, wo Genetik beginnt.
Bevor man nun versucht den Hund zu verbiegen und nach Jahren der Arbeit einen häßlichen Porsche mit dicken Schweißnähten, einem aufgesetzen Dachgepäckträger und Anhängerkupplung fährt, kann man auch einfach direkt schauen, welche Eigenschaften so eine spezielle Rasse mit sich bringt.

Ich glaube ganz fest an die Veränderbarkeit von Verhalten und an den Sinn von Erziehung.
Und ich weiß um genetisch fixiertes Verhalten.
Für die Hunde dieser Welt wäre es sicherlich leichter, wenn ihren angeborenen Verhaltensweisen mehr Respekt entgegen gebracht wird und dann innerhalb ihrer individuellen Möglichkeiten trainiert wird.

Dieser Text darf gerne geteilt werden. Alle Rechte verbleiben dabei aber bei der Autorin Maren Grote

20/02/2021

Übungen unter die Lupe genommen 🔍

👉 erhöhtes Stehen der Vorderhand

🦵 Das Gesamtkörpergewichtes ist sehr ungleich auf die zwei Beinpaare verteilt, 1/3 der Körperlast wird von den Hinterbeinen getragen und 2/3 von den Vorderbeinen. Je nach Rasse kann es da zu deutlichen Verschiebungen kommen, aber diese Verteilung kann man gut als Faustregel nehmen.

✍️ Wenn wir einen Trainingsplan erstellen, mit dem wir strukturell etwas verändern möchten, sollten wir ein stabiles Trainingsfundament mauern. Zunächst konzentrieren wir uns auf die Beweglichkeit und Koordination um in Folge den Muskelaufbau und damit verbunden mehr Stabilität des Bewegungsapparates zu verbessern.

💪 Wenn wir die Übung „vorne erhöht stehen“ im Sinne einer vermehrten Lastaufnahme der Hinterhand und statischem Muskeltraining sehen, werdet Ihr gleich staunen.

⚖️ Um besser einschätzen zu können, wann denn eine vermehrte Lastaufnahme wirklich zustande kommt, haben wir einen Versuch mit einer digitalen Körperwaage und einer digitalen Tierwaage aus dem Veterinärbereich gemacht.

🗝 Fazit: Es kommt erst zu einer vermehrten Lastaufnahme der Hinterhand, wenn die Vorderbeine sich nicht mehr ausreichend vertikal abstützen können, also nicht mehr im Lot stehen.

❓Wann ist das der Fall? Wir können davon ausgehen, dass wir mindestens mit einer Höhe von der Wideristhöhe des Hundes arbeiten müssen, um wirklich in einem Bereich zu sein, wo es für uns als Fitnesstrainer und Fitnesstherapeuten im Sinne einer vermehrten Lastaufnahme auf die Hinterhand spannend wird. Darunter ändern sich die Zahlen nicht groß im Vergleich zum ebenen Stand!

👌 Natürlich haben wir dennoch ein gutes Werkzeug um die Hüftstreckung zu optimieren und die Flexibilität der weichteiligen Strukturen zu verbessern, auch können wir dadurch eine Ansteuerung der Hinterhand erreichen. Wichtig zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang, durch eine vermehrte Hüftstreckung (durch ein höheres Podest) wird mehr Knorpelfläche im Hüftgelenk genutzt, als es bei einem ebenen Stand oder einer geringen Erhöhung der Fall wäre, also ein absolutes Plus für die Gelenkgesundheit unserer Hunde.

☝️Hierbei müssen wir natürlich beachten, dass nicht jeder Hund über die nötige Stabilität und Kraft in der Hinterhand verfügt und uns immer an diese Höhe langsam ran arbeiten müssen. Probleme des Rückens sind ebenso limitierende Faktoren und gerade bei Hunden mit einem Cauda Equina Kompressions-Syndrom kommen wir schnell in einen schmerzhaften Bereich und sollten über eine alternative Übung nachdenken.

☝️Als Sonderfall wäre noch das freie Stehen und Gehen zu nennen, dabei kommt sehr viel vertikale Last auf ein Areal im Hüftgelenk, welches nicht für so viel Belastung konzipiert ist, also Vorsicht bei schweren Hunden und Hunden im Wachstum!

Viel Spaß beim Trainieren wünscht Euch,

Das Team von Dogfitsports & Tierphysiothek

Adresse

Schmidlkofen 1
Reisbach
94419

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