Psychologische Beratung und Therapie

Psychologische Beratung und Therapie Psychotherapie in persönlichen oder beruflichen Krisen. Dein Verhaltenstherapeut Ihr persönlicher Verhaltenstherapeut. Außerdem: Mutsprechstunde für Männer.

Psychologische Beratung und Psychotherapie individuell, professionell und empathisch.

19/04/2026
18/04/2026

Die Kindheit ist die prägendste Phase des gesamten Lebens. Wenn wir uns mit Melanie Klein beschäftigen, tauchen wir in die „Objektbeziehungstheorie“ ein, die davon ausgeht, dass unser Charakter maßgeblich durch die Erfahrungen in den ersten Lebensmonaten geprägt ist. Dabei nutzen wir Abwehrmechanismen, um das Erleben zu ordnen. Diese frühe Ambivalenztoleranz bildet das Fundament für unsere spätere emotionale Stabilität und die Fähigkeit, gesunde Beziehungen zu führen.
Obwohl diese Konzepte ursprünglich aus der Psychoanalyse stammen, bietet die Adaption dieser Idee in der Verhaltenstherapie hocheffektive Wege, um Verletzungen aus diesen frühen Phasen zu heilen. Wenn eine Patientin heute in ihrem Verhalten feststeckt – etwa durch extreme Verlustangst oder ein Schwarz-Weiß-Denken in Beziehungen –, arbeiten wir im Hier und Jetzt an der Umstrukturierung dieser alten Muster. Verhaltenstherapeutisch betrachten wir diese frühen Erfahrungen als erlernte Schemata. Durch Techniken wie z.B. die „Reparenting“-Strategien in der Schematherapie schlüpfe ich als Therapeut in eine Rolle, die dem Patienten die korrigierende emotionale Erfahrung ermöglicht, die er früher vermisst hat. Wir identifizieren die automatischen Gedanken, die aus der alten „Spaltung“ resultieren, und ersetzen sie durch flexiblere Bewertungen.
Wir trainieren die Selbstberuhigung und die Emotionsregulation, sodass der Erwachsene von heute lernt, das verletzte Kind von damals zu trösten. Es geht nicht nur darum, die Vergangenheit zu verstehen, sondern aktiv neue neuronale Bahnen zu legen, die es erlauben, sich selbst und andere als ganzheitliche, wenn auch unvollkommene Wesen anzunehmen.

In der Psychotherapie höre ich oft von meinen Klientinnen, dass sie sich in einem endlosen Hin- und Her verlieren. Ich k...
11/04/2026

In der Psychotherapie höre ich oft von meinen Klientinnen, dass sie sich in einem endlosen Hin- und Her verlieren.
Ich kenne also den Impuls, dem Schmerz davonzulaufen. Flucht fühlt sich zunächst wie Schutz an: ein kurzer Moment der Beruhigung, ein Atemholen, ein vermeintlicher Abstand zu dem, was wirklich wehtut. Doch genau hier beginnt der Teufelskreis. Wenn ich mich selbst auf meiner Flucht begleite, werde ich zum stillen Mitläufer meines eigenen Leidens. Die Flucht macht das Unaussprechliche nicht weniger real, sie verfälscht nur die Perspektive und vergrößert oft das Gefühl von Trennung – von mir selbst, von meinen Bedürfnissen, von dem, was mir wirklich wichtig ist.
Was wäre, wenn ich dieser Flucht weniger Macht geben würde? Wenn ich mich statt zu fliehen dazu entscheide, einen Schritt näher zu treten – nicht mit der Lösung im Blick, sondern mit der Bereitschaft, den Raum des Unbehagens zu erkunden.
Der Weg ist oft nicht linear, und das ist okay. Jeder kleine Schritt birgt die Möglichkeit, eine neue Beziehung zu dir selbst zu entwickeln: eine Beziehung, die nicht mehr nur reagiert, sondern bewusst wählt. Und wenn du einmal wieder in das Hin und Her hineingezogen wirst, erinnere dich daran, dass du trotz aller Versuchung einer Flucht nie allein bist. Du bist begleitet – von deiner Hand, die du dir selbst in den Momenten der Verletzlichkeit reichst, von einer inneren Stimme, die dich zu brauchbaren, realistischen Optionen führt, und von der Bereitschaft, den nächsten, mutigen Schritt zu gehen.

Vera F. Birkenbihl war eine der profiliertesten Mentaltrainerinnen und Sachbuchautorinnen im deutschsprachigen Raum. Ich...
04/04/2026

Vera F. Birkenbihl war eine der profiliertesten Mentaltrainerinnen und Sachbuchautorinnen im deutschsprachigen Raum. Ich liebe Ihren Humor, ihre Expertise und Ihre Lebensfreude.
Das heutige Zitat spiegelt dabei ihren tiefen Optimismus und ihren Fokus auf die Eigenverantwortung wider, da sie stets betonte, dass wir keine Opfer unserer Umstände sind, sondern durch bewusstes Training unsere Denk- und Verhaltensmuster aktiv gestalten können.
In meiner Arbeit begegnet mir dieser Gedanke immer wieder. Denn oft fühlen sich Klientinnen wie Passagiere in ihrem eigenen Leben, gesteuert von alten Mustern, Stress und den Erwartungen anderer.
Zwischen dem, was uns passiert (dem Reiz), und unserer Reaktion darauf liegt ein wertvoller Zwischenraum. Auch Viktor Frankl, der große Logotherapeut, wies darauf immer wieder hin. Und in diesem Raum liegt unsere Macht:
1. Die Wahl der Perspektive: Bewerte ich die Situation als Katastrophe oder als Lernmoment?
2. Die Wahl der Handlung: Reagiere ich impulsiv oder handle ich im Einklang mit meinen Werten?
3. Die Introspektion: Was ist meine „innere Weisheit“?
Sie ist die leise Stimme in uns, die jenseits von Angst und Ego genau weiß, was wir gerade wirklich brauchen. Sie ist wie ein innerer Kompass, der uns zeigt, wer wir sein wollen – auch wenn es draußen stürmisch ist.
Du hast also mehr Gestaltungsmacht, als du vielleicht im Moment glaubst.

Manchmal lade ich Klientinnen zu folgender Übung ein: Stell dir vor, die alte Version von dir sei gestorben – nicht im w...
28/03/2026

Manchmal lade ich Klientinnen zu folgender Übung ein: Stell dir vor, die alte Version von dir sei gestorben – nicht im wörtlichen Sinn, sondern als Erkenntnis, dass das, was war, abgeschlossen ist. Denn in diesem Loslassen liegt eine stille Klarheit: Der Druck, noch mehr zu leisten, zu bewahren oder zu perfektionieren, wird leichter, weil du anerkennst, dass Perfektion kein Maßstab mehr ist. Was bleibt, sind die Erfahrungen, die dich geformt haben, die Beziehungen, die dich getragen haben, die Werte, die dir Halt geben, und die Träume, die noch Raum brauchen.
Aus dieser Bereitschaft heraus erkennst du, dass das, was übrig ist, dir vielleicht weniger Ablenkung, mehr Wahrheit schenkt. Du kannst Gefühle wieder als Wegweiser nutzen, sie nicht mehr als Hindernisse deuten. Du musst nicht mehr jeder Erwartungen entsprechen; du kannst lernen, Nein zu sagen, wenn etwas nicht mehr zu dir passt, und damit deine innere Freiheit schützen. In dieser neuen Haltung wird es leichter, Prioritäten zu setzen und deine Zeit so zu gestalten, dass sie wirklich zu dir passt – mit kleinen, aber beständigen Schritten heute, statt mit unrealistischen Plänen von morgen.
Nähe zu dir selbst entsteht erst, wenn du dir die Erlaubnis gibst, deine Bedürfnisse auszusprechen und ihnen Raum zu geben. Die Reise ist kein Sprint, sondern ein behutsamer Prozess des Wiederentdeckens und Verfeinerns deiner Lebensweise. Versuche es einfach einmal!

Alleinsein wird uns oft als Prüfstein verkauft – als Zustand, der uns zeigt, wie unvollständig wir sind, wie sehr wir di...
21/03/2026

Alleinsein wird uns oft als Prüfstein verkauft – als Zustand, der uns zeigt, wie unvollständig wir sind, wie sehr wir die Bestätigung anderer brauchen. In meiner Praxis sehe ich jedoch regelmäßig, dass das Gegenteil auch wahr ist. Wenn wir lernen, den inneren Raum zu betreten, ohne ihn sofort zu bewerten, öffnen sich Türen zu einer gesünderen Selbstbeziehung. Die Angst vor dem Alleinsein schlägt Wurzeln dort, wo wir glauben, uns selbst nur im Spiegel anderer zu finden. Doch der Spiegel zeigt uns kaum das ganze Bild, wenn er nur die Gesichter anderer reflektiert. Erst wenn wir bereit sind, einen Moment lang bei uns selbst zu bleiben, beginnen wir zu hören, was unser eigener Atem uns erzählt, welche Wünsche, Werte und Grenzen sich darunter verbergen.
Wir üben uns darin, die Stille als Partnerin zu akzeptieren – nicht als Feindin, die uns erschreckt, sondern als ruhige Lehrerin, die uns zeigt, wo unsere Ressourcen liegen, wie wir uns beruhigen können, wie wir empathisch mit unseren eigenen Ängsten umgehen.
Wenn die Angst zu laut wird, erinnere ich meine Klientinnen und Klienten daran, dass Mut kein Laut ist, sondern eine Entscheidung, sich dem inneren Sturm zu stellen – behutsam, regelmäßig, menschlich. Alleinsein ist kein Zustand, den man überwinden muss, sondern eine Begleitung, die uns zeigt, wer wir wirklich sind. Und manchmal ist der größte Mut, den wir zeigen, einfach dazubleiben, wenn der Raum leer ist, und zu hören, was unser eigener Herzschlag zu sagen hat.

Wenn ich morgens aufstehe, frage ich mich oft, welche Momente ich heute zu meinen Erinnerungen hinzufügen möchte. Nicht ...
14/03/2026

Wenn ich morgens aufstehe, frage ich mich oft, welche Momente ich heute zu meinen Erinnerungen hinzufügen möchte. Nicht nur die großen Etappen zählen, sondern auch die leisen Augenblicke: das ehrliche Lächeln eines Freundes, das stille Nachdenken am Fenster, der Duft von Regen, das gute Buch nach einem langen Tag. Diese scheinbar flüchtigen Erfahrungen sind es, die unser inneres Kartenwerk füllen. Psychologisch gesehen steckt in jedem Moment eine Chance, unser Selbstbild zu formen: Erinnerungen sind nicht einfach Gegebenheiten der Vergangenheit, sie sind die Baupläne unserer Identität. Sie strukturieren unsere Werte, prägen unsere Entscheidungen und geben uns Orientierung, wenn Unsicherheit uns zu überwältigen droht.
Gleichzeitig tragen Erinnerungen eine doppelte Last. Sie können Wärme schenken, Trost liefern und Vertrauen stärken, doch sie können auch schmerzhaft sein, wenn Verlust, Bedauern oder Reue mitschwingen. In der Psyche wirkt sich die Art, wie wir Erlebnisse verarbeiten, direkt darauf aus, wie stabil unser Selbstgefühl bleibt. Indem ich bewusst in der Gegenwart lebe, investiere ich in die Qualität meiner zukünftigen Erinnerungen. Wenn ich achtsam bin, verwandeln sich alltägliche Begebenheiten in kostbare Momente der Erfahrung: Sie speichern sich nicht nur als Fakten, sondern als gefühlte Bedeutungen, die in schweren Zeiten wie Kompasse funktionieren.
So wird der Lebensfluss zu einer Sammlung von Bedeutungen, die uns tragen, wenn die Welt manchmal zu laut wird. Im Laufe der Jahre erkenne ich, dass Erinnerungen wie ein Archiv der Selbstfürsorge sind: Sie erinnern mich daran, wer ich war, wer ich heute bin und wer ich sein möchte.

Wenn ich in der Therapiestunde sitze, spüre ich immer wieder, wie Kontakt mehr ist als ein Wortwechsel oder eine Begegnu...
07/03/2026

Wenn ich in der Therapiestunde sitze, spüre ich immer wieder, wie Kontakt mehr ist als ein Wortwechsel oder eine Begegnung von Blicken. Es ist ein lebendiger Fluss von Gegenübertreten, Distanz und Neugier – und vor allem von Verantwortung füreinander. In der Psychotherapie geht es darum, sich wirklich zu begegnen: hier bin ich, präsent, offen, ohne vorgefertigte Rollen. Und dort ist die Klientin, der andere, mit persönlichen Geschichten, Abwehrmechanismen, Wünschen und Grenzen. Wenn zwei Menschen sich auf diesem Level begegnen, entstehen Augenblicke der Klarheit: Was hält uns fest? Welche Muster ziehen sich durchs Gespräch? Welche Bedürfnisse bleiben unerfüllt, welche gesehen?
Ich glaube fest daran, dass echter Kontakt nicht zu kontrollieren ist, sondern getragen wird von Präsenz und Kontextualisierung. Es geht darum, ehrlich zu sehen, was hier geschieht – ohne Urteil, aber mit der Bereitschaft zur Veränderung. Der Prozess des Kontakts verändert uns, weil er uns zwingt, uns selbst in Beziehung zu dem anderen zu erkennen: unsere Reaktionsmuster, unsere Vermeidung, unsere Offenheit. Wenn wir uns trauen, diese Spuren zuzulassen, wächst die Möglichkeit, sich neu zu begegnen – nicht als festgelegte Rollen, sondern als lebendige, wachsende Menschen.
In meiner Praxis strebe ich danach, den Raum so zu gestalten, dass Kontakt sicher, aber wahrhaftig ist: eine Einladung, zu sehen, zu hören und getragen zu werden von der Gegenwart des Gegenübers.

Bruno Bettelheim und auch der von mir oft zitierte Viktor Frankl werfen Licht auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, do...
28/02/2026

Bruno Bettelheim und auch der von mir oft zitierte Viktor Frankl werfen Licht auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, doch sie tun dies aus unterschiedlichen Blickwinkeln, die in einer gemeinsamen Richtschnur münden: Der Sinn ist keine abstrakte Theorie, sondern eine Haltung, die sich in der Begegnung mit persönlicher Vision, aber auch Schmerz und Zerrissenheit formt. Sinn entsteht weniger durch metaphysische Beweise als durch das ehrliche Bemühen, das Leben zu bewältigen, ihm selbst Sinn zu geben.
Frankl lenkt den Blick auf die existenzielle Frage: Sinn als Entscheidung, als Haltung, die selbst unter äußerer Gewalt möglich bleibt. Sinn entsteht nicht aus äußeren Umständen, sondern aus der inneren Freiheit, eine Bedeutung zu finden oder zu gestalten, selbst wenn die Welt diesen Sinn verweigert.
Zusammen lese ich Bettelheim und Frankl als schützende Logik: Sinn entsteht durch konkrete, liebevolle, verantwortungsvolle Praxis im Hier und Jetzt. Es ist die achtsame Haltung, Schmerz zu erforschen, ohne von ihm aufgefressen zu werden; die Bereitschaft, aus kleinen Gesten der Nähe Sinn zu schöpfen. Sinn ist kein äußerlicher Fremdkörper, sondern eine lebendige Praxis, die wächst, wenn wir ihr treu bleiben: in der Verantwortung gegenüber anderen, in der Liebe zur Verletzlichkeit, in der ehrlichen Auseinandersetzung mit Leiden und in der mutigen Entscheidung, weiterzugehen.

Ich sitze am Fenster, der Wind zieht leise durch die Bäume, und ich spüre, wie meine Gedanken wie Wolken vorbeiziehen. I...
21/02/2026

Ich sitze am Fenster, der Wind zieht leise durch die Bäume, und ich spüre, wie meine Gedanken wie Wolken vorbeiziehen. In der Stille fühle ich etwas Zartes und zugleich Unübersehbares: Jeder Gegenüber, dem ich begegne – der scharf formuliert, der kalt reagiert, der widerspricht oder mich herausfordert – ist mehr als eine Konfrontation. Er ist ein guter Lehrer. Nicht, weil er mich kritisiert, sondern weil er mir einen Spiegel reicht, in dem ich mich selbst neu betrachten kann. Ich habe die Wahl, mit Abwehr oder Interesse zu reagieren. Das ist nicht immer einfach, aber hat einen hohen Einladungscharakter.
Wenn ich mich hinter Abwehr verstecke oder mich von Ärger oder Groll leiten lasse, verengt sich mein Blick.
Die Angst, verletzt zu werden, verliert aber ihre Macht wenn ich darüber nachdenke, wie die Kritik mich fühlen lässt. Dabei entzünde ich eine kleine Flamme der Klarheit: Ich wähle, wie ich reagiere. Der Lehrmeister gegenüber erinnert mich daran, dass Verantwortung nicht bedeutet, jeden Angriff zu neutralisieren, sondern auch die Fähigkeit zu kultivieren, selbst ruhig zu bleiben. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Der andere ist kein Feind, sondern ein Spiegel – ein Lehrer, der mir eine einfache, doch oft vergessene Wahrheit vermittelt: Die Weisheit, mit dem zu ringen, was mich herausfordert, wohnt bereits in mir.

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Roßleben
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