24/09/2020
AS: Vor wenigen Tagen traf ich erstmalig jemanden persönlich, der mir aus erster Hand als Covid-Betroffener berichten konnte.
Dieser Mensch erzählte nicht nur sehr eindringlich von seinem eigenen Fall, sondern auch, dass es seine Familie und einige andere im Umkreis ebenfalls hart erwischt hatte. Muss wohl eine Übertragung während der Arbeit gewesen sein.
Die Schilderungen deckten sich nahtlos mit dem, was ich schon bezüglich der Symptome gehört und gelesen hatte. Im Fachpublikationen, nicht in der Bild oder hier auf FB.
Die Person sprach aber auch davon, wie andere seitdem auf sie und ihre Familie reagier(t)en...
Ich gestehe, ich war geschockt. Ich weiß natürlich sehr gut wie Menschen sein können. Lange genug auf dem Planeten bin ich dafür. Doch wie sich ein Teil der Umwelt Betroffenen gegenüber verhält, ist nicht mehr nur grenzwertig, sondern teils irrational bis komplett paranoid - um keine anderen Worte dafür zu bemühen!
Es ist schlimm genug, wenn ein Mensch an irgendwas erkrankt.
Es ist deutlich kranker sich dann als Nichtbetroffene(r) zu verhalten, als wäre die Erkrankten Dreck, Aussätzige, selbst schuld, Sündenböcke und dergleichen Boshaftigkeiten mehr!
Es mag menschlich sein, zu Betroffenen weiten Abstand halten zu wollen - auch wenn diese längst wieder gesund sind.
Es ist sicher auch menschlich, das ganze "Mysterium" als schlechten Scherz oder als Verschwörung einzustufen, weil man selbst niemanden kennt der wen kennt der wen kennt...
Es ist aber unmenschlich real Betroffene auch noch zu beschimpfen, zu mobben, auszugrenzen und zu schneiden wo es nur geht.
Solch krassen Reaktionen sind NICHT die Regel. Zum Glück.
Aber ich erinnere mich noch sehr gut an die Zeit, als mit AIDS eine keineswegs weniger gefährliche Infektionskrankheit aufrat.
Auch da gab es "Mitmenschen" die sich den Infizierten gegenüber verhielten wie in einem sehr(!) schlechten Film.
Wer sich SO verhält, sollte sich dringlichst bewusst machen, dass sich JEDER zu jederzeit mit IRGENDWAS infizieren kann! Überall!
Die Krankheit mit dem lustigen mexikanischen Biernamen ist bei weitem NICHT die einzige Plage da draußen. Auch wenn wir das aufgrund der eingeschränkten Wahrnehmung und ebensolcher Berichterstattung dieser Tage glauben könnten.
Man kann über die offiziellen Maßnahmen und allerlei denkbare Hintergründe denken was immer man will.
Auch was die gesellschaftlichen Folgen und persönlichen Konsequenzen angeht, darf man - meiner Überzeugung nach - seinem Ärger und eventuellen Existenzängsten durchaus Luft machen. Kabarett, Comedy und schlechte Gags eingeschlossen.
Das kompensiert auch die eigene Angst ... zumindest ein wenig.
Und da schließe ich mich selbst nicht aus. Auch wenn ich mich diesbezüglich zukünftig sicher mit "Bonmots" zurückhalten werde.
Doch auf Betroffene loszugehen - egal in welcher Form und egal bei welcher Erkrankung - ist gegen alles was recht ist.
DAS ist einfach nur ... krank!
Und gegen diese akute Form fehlenden Anstands und grassierend fehlender Empathie hilft KEINE Impfung!
Mit Hirn kann man genauso wenig impfen wie mit Herz und Seele.
Wo sollte es auch ansetzen? Wenn da nichts mehr ist?