04/04/2026
Recht-Aktuell vom 04.04.2026
Die hohen Spritpreise sind wohl derzeit das Reiz-Thema Nr.1 in Deutschland!
Der Ärger an der Tanksäule wird wohl noch länger andauern.
Was aber sind die Ursachen der hohen Preise und warum sind sie gerade in Deutschland so hoch?
Was unternehmen die anderen europäischen Länder?
Was könnt Ihr eigentlich derzeit tun, um Sprit zu sparen.
Weil derzeit täglich permanent Nachrichten hierzu auf uns einprasseln, haben wir einmal versucht , das Ganze etwas zu sortieren und übersichtlicher bzw. klarer zu machen.
Das sind die Details:
1. Ursache der hohen Spritpreise
• 28.02.2026 - der völkerrechtswidrige Angriff der USA und Israels auf den Iran
• der Angriff verstößt gegen das Gewaltverbot
• sog. humanitäre Interventionen oder „Präventivschläge“ sind unzulässig
• dadurch ist die Schiffsroute von Hormus gesperrt
• dadurch sind die Rohölpreise gestiegen
• hinzu kommt die hohe Steuerlast auf den Sprit
sowie die erhöhten CO² Abgaben
2. Wer verdient an den hohen Preisen?
• die Mineralölkonzerne
• der „Kuchen“ wird im Wesentlichen unter 5 Unternehmen aufgeteilt: Aral, Shell, Esso, Total Energies und Jet,
• diese beherrschen 2 Drittel des Marktes
• die Tankstellenbetreiber
• der Staat
3. Wie setzen sich die hohen Kosten zusammen?
• gerade in Deutschland sind die Steuern und Abgaben sehr hoch
• sie machen häufig mehr als die Hälfte des Gesamtpreises aus
• es fallen an: Energiesteuer, CO²- Abgabe und Mehrwertsteuer
• in Deutschland existiert ein besonders hoher Umweltaufschlag wie den CO²-Preis
• im Jahr 2025 betrug der Steuer- und Abgabenanteil ca. 64 % bei Benzin und ca. 56 % bei Diesel
• wir verdeutlichen das mal an 2 Beispielen
—> Beispiel 1:
• Steuern und Abgaben auf Super E 10
• Der Literpreis beträgt z. B. 2,09 €
• davon:
• 65,4 Cent Energiesteuer
• 15,6 Cent CO²-Abgabe
• 33,3 Cent Mehrwertsteuer
• 94,2 Cent Gewinn und Kosten
—> Beispiel 2:
• Der Dieselpreis beträgt z.B. 2,31 €
• davon:
• 47,0 Cent Energiesteuer
• 17,3 Cent CO²-Abgabe
• 36,8 Cent Mehrwertsteuer
• 129,5 Cent Gewinn und Kosten
4. Wieviel verdient der Staat daran pro Jahr?
• nur durch das Tanken nimmt er täglich weit über 100 Millionen Euro ein
• das sind dann also pro Jahr weit über 36,5 Milliarden Euro
5. Was hat der Staat bisher gegen die Kostenexplosion getan?
• seit dem 01.04.2026 darf nur 1 x pro Tag, um 12.00 Uhr, der Preis erhöht werden
• Preissenkungen sind weiter möglich
• das Kartellamt erhält mehr Befugnisse, um gegen überhöhte Preise und Absprachen der Mineralölkonzerne vorzugehen
6. Was haben die Maßnahmen bisher gebracht?
• leider nichts ☹
• die Preise sind eher höher als vorher
• so ganz überraschend ist das nicht, denn die deutsche Regelung folgt dem Modell in Österreich
• dort hat es nachweislich ebenfalls keine Ersparnis gebracht, die Kosten sind ebenfalls deutlich gestiegen
7. Was machen denn die anderen europäischen Länder?
• Steuersenkungen z.B. in Spanien, Luxemburg, Österreich, Frankreich, Italien
• Preisdeckel z.B. in Kroatien, Ungarn, Polen, Slowenien, Serbien, Belgien
• Italien hat z.B. schon im März erst einmal befristet für 20 Tage die Spritpreise um ca. 25 Cent pro Liter gesenkt
• Kroatien: Diesel darf max. 1,55 €, Benzin 1,50 € kosten
• Ungarn: Diesel darf max. 1,56 € und Benzin 1,51 € kosten
• Griechenland: will Begrenzung der Gewinnspannen der Unternehmen einführen usw.
8. Sind in Deutschland weitere Maßnahmen geplant?
• leider kann hier nur spekuliert werden
• auf jeden Fall dauert es wieder viel zu lange
• geprüft werden weitere Schritte, falls der „Iran-Krieg“ länger andauert und die Preise weiter steigen
• Entlastungen sind „möglichst“ noch in diesem Monat geplant
• im „Gespräch“ sind u.a. eine „Übergewinnsteuer“ für die Mineralölkonzerne und ein Spritpreisdeckel
• die Bundesregierung hat dazu eine sog Task-Force gebildet
• der ADAC empfiehlt die vorübergehende Absenkung der Energiesteuer, das wäre eine Entlastung um 15 Cent
9. Was könnt Ihr derzeit u.a. konkret tun, um Sprit zu sparen?
• mit geringerer Geschwindigkeit fahren
• Beispiel: fährt man statt 130 km/ h nur 100 km/h spart man ca. 22 % Benzin
• unnötigen Ballast aus dem Kofferraum entfernen, denn er erhöht den Verbrauch
• korrekter Reifendruck
• früher hochschalten und mit niedriger Drehzahl im hohen Gang fahren
• Nutzung der Motorbremse
10. Fazit:
Festzuhalten ist, dass Auslöser der Preisspirale an der Tanksäule nicht die deutsche Regierung ist , sondern hauptsächlich die US-Regierung Trump.
Trotzdem möchte man der Regierung Merz fast zurufen, macht endlich etwas, um die Bürger schnell und spürbar zu entlasten!
Und jetzt bitte nicht wochenlang in der Öffentlichkeit diskutieren und jeden Vorschlag zerreden, sondern es braucht Ergebnisse.
Nachdem der Herbst der Reformen schon ausblieb, wäre es doch Zeit für Reformen /oder Entlastungen im Frühjahr!
Man muss sich doch nur bei den europäischen Nachbarn umschauen!
Und ja, auch wenn das einigen weh tut, es wäre an der Zeit, über ein Tempolimit (z.B. auf Autobahnen 130 km/h) ernsthaft nachzudenken, denn nur das führt auf Dauer zu Ersparnissen.
Mal abwarten, ob die Politik sich das traut.
Die anderen europäischen Staaten zeigen doch, dass es geht. Sowohl bei schnellen Maßnahmen gegen die Preisspirale als auch beim Tempolimit.
Auch wir sind gespannt, wie sich die Dinge weiter entwickeln.
Wir werden berichten.
Was sagt ihr zu den Preisen an der Tankstelle?
Kommt für Euch ein Tempolimit in Frage?
So, jetzt freuen wir uns aber auf das Osterfest!
Wir wünschen (trotz der hohen Spritpreise ☹) allen ein schönes langes Osterwochenende und einen fleißigen Osterhasen!
Eure Rechtsanwälte
Thomas Krafczik & Kathrin Bliefert
Quellen:
www. adac.de vom 31.03.2026
zdf-heute vom 11.03./30.03.2026
www.tagesschau.de vom 31.03.2026
www.bundesrfegierung.de vom 01.04.2026
www.bild.de vom 26.03.2026
www.ndr. de vom 18.03.2026
www.zeit.de vom 03.04.2026