05/07/2025
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“Wenn Menschlichkeit stirbt: Warum wir einander verletzen und die Seele wie Abfall liegen lassen”
Aufruf an die Menschlichkeit – Wo führt unsere Gesellschaft hin?
Was ist aus unserer Gesellschaft geworden? Wohin entwickeln wir uns, wenn es sogar in einem beschaulichen Ort wie Bützow, in dem jeder jeden zu kennen scheint, zu einem solchen Vorfall kommt?
Am Donnerstag, den 26. Juni 2025, gegen 09:45 Uhr, wurde eine 89-jährige Frau von einem roten VW Polo angefahren, als sie die Straße „Vor dem Rühner Tor“ überqueren wollte. Der Fahrer fuhr die Frau an, ohne anzuhalten, ohne sich um sie zu kümmern. Er oder sie fuhr einfach weiter, ohne Rücksicht, ohne Mitgefühl. Die schwer verletzte Frau lag auf der Straße, zurückgelassen wie Müll, während der Fahrer des Wagens ungestraft flüchtete.
Wo ist die Moral? Wo ist das ethische Fundament unserer Gesellschaft geblieben? In einer Zeit, in der über Leichen gegangen wird, wo Geiz als „cool“ gilt und Rücksichtnahme als altmodisch bezeichnet wird, verlieren wir das, was uns zu Menschen macht. Wo sind die Geschichten von Timur und seinem Trupp, die Werte von Achtung und Fürsorge füreinander? Es scheint, als würden wir uns immer mehr von den Grundwerten entfernen, die unsere Gesellschaft einst zusammenhielten. Wir leben unter dem Deckmantel der „freien Entfaltung“, ohne uns zu fragen, was wir unseren Mitmenschen und der Welt zurückgeben. Wie weit sind wir bereit zu gehen, bis diese Verrohung endgültig die Oberhand gewinnt?
Eine 89-jährige Frau, die durch ihr ganzes Leben gegangen ist, um ein friedliches Zuhause zu schaffen, wird einfach so auf der Straße liegen gelassen, während der Täter davonfährt. Sie war ein Kriegskind, das keine Spielzeuge unter dem Weihnachtsbaum hatte. Sie hat ihre Kinder mit wenig, aber mit Liebe und im Frieden großgezogen. Ihr Leben war von Entbehrungen geprägt – aber sie hat niemals den Glauben an die Menschlichkeit verloren. Sie hat das Land nach dem Krieg wieder mitaufgebaut, war fleißig, bescheiden und eine Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, die Liebe, Wärme und Geborgenheit schenkte.
Und nun liegt sie verletzt auf der Straße – und niemand stoppt!
Liebe Menschen, die ihr diese Worte lest, ich appelliere an euch als Mutter, als Mensch: Erzieht eure Kinder mit Werten, mit Moral, mit Verantwortungsbewusstsein. Lehrt sie Rücksichtnahme, Höflichkeit und Achtung – besonders gegenüber den älteren Menschen, die so viel für uns alle getan haben. In einer Welt, in der wir uns zunehmend selbst verlieren, müssen wir unsere Traditionen und unsere Geschichte bewahren. Wir müssen an das erinnern, was uns menschlich macht. Wir haben es vergessen, aber ich bitte euch: Denkt an die Zeiten, als wir selbstverständlich aufstanden, um älteren Menschen den Platz im Bus zu überlassen, als wir Rücksicht nahmen, weil es einfach richtig war.
Dieser Vorfall ist ein Weckruf an uns alle! Wir dürfen nicht zulassen, dass das, was uns zu einer Gemeinschaft gemacht hat, verloren geht. Der Verlust dieser Werte bedeutet den Verlust unserer Menschlichkeit. Unsere Gesellschaft wird verrohen, wenn wir nicht aufwachen und den Mut haben, zu handeln – zu handeln im Namen der Gerechtigkeit und der Menschlichkeit.
Und nun, mein Appell an dich, Autofahrer des roten VW Polo: Deine Seele wird keinen Frieden finden. Du wirst keinen ruhigen Moment mehr erleben. Dein Herz wird in Schmerz gehüllt sein, dein Kopf wird von der Last deiner Tat erdrückt. Angst wird dich heimsuchen, und Freude wird niemals wieder dein Herz erfreuen. Du kannst den Weg der Flucht nicht weitergehen – der Preis dafür wird zu hoch sein. Es gibt keine Entschuldigung, die dir die Ruhe zurückgeben kann.
Geh zur Polizei, geh an das Krankenbett der Frau und bitte um Vergebung. Übernimm Verantwortung für deine Tat, für die Verletzung, die du verursacht hast. Du hast das Leben einer Frau zerbrochen, die ihr ganzes Leben lang Gutes tat. Sei jetzt der Mensch, der du sein solltest, und rette, was noch zu retten ist. Deine Tat ist nicht nur eine Straftat – sie ist ein Verlust für uns alle.
Lasst uns alle die Verantwortung übernehmen. Lasst uns nicht wegsehen, sondern einander helfen. Denn nur so können wir wieder zu einer Gesellschaft werden, die sich durch Mitgefühl, Rücksichtnahme und Menschlichkeit auszeichnet.
Bündnis Leben MV
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