21/01/2016
Das Thema ZEIT ...
Die Osteopathische Behandlung eines Pferdes dauert bei mir ca. 1,5 bis 2 Stunden, da das gesamt Pferd untersucht und behandelt wird, die nötige Ruhe und Vertrauensbasis erst geschaffen werden muß.
Grundsätzlich wird die Vorgeschichte des Pferdes erfragt, welche Krankheiten es vorher erlitten hatte, welche Unfälle im Laufe seines Lebens passiert sind, welche Befunde bereits durch Röntgenuntersuchungen o.ä. vorliegen. Nach der äußeren Betrachtung des Pferdes erfolgt die Bewegungsanalyse. Dies gibt bereits erste Hinweise auf Taktunreinheiten, Muskel- und Bewegungsasymmetrien.
Die hauptsächliche Untersuchung wird gleichzeitig mit der Therapie kombiniert. Die Beweglichkeit aller Gelenke und Muskeln, das Vorliegen von Narben und Verklebungen wird überprüft. Im Seitenvergleich finden sich Unterschiede, wonach die betroffenen Körperteile korrigiert werden und erneut Tests unterzogen werden. Die Vielfalt der angewandten Techniken ist angepasst an die Vielfalt der Ursachen von Bewegungsverlusten und die Gesamtsituation des Pferdes. Ältere Pferde mit bereits bestehenden Arthrosen werden überwiegend mit weichen Gewebstechniken behandelt, während junge Sportpferde bei Gelenksblockaden mit strukturellen Techniken eher geholfen werden kann. Aber auch da wird immer eine Technik benutzt, die dem Befund durch die fühlende Hand entspricht.
Während der Behandlung werden noch die Hufe, Zähne und der Sattel untersucht und gegebenenfalls Hinweise auf weitere Vorgehensweise gegeben. Ein Huf nutzt sich sicherlich anders ab, wenn er durch eine Korrektur der Gelenke anders auffußt. Ein zu enger Sattel verhindert die gewonnene Beweglichkeit der Schulter oder der Brustwirbelsäule. Probleme im Zahnbereich strahlen über das Kiefergelenk sehr weit aus, oder sind Ursache für Koliken, Schlundverstopfungen, oder im Fall von Wolfszähnen häufige Ursache für Mauligkeit beim Reiten. Auch werden Hinweise gegeben, wie das Tier besser bewegt wird, um bestimmte Muskelpartien zu kräftigen, damit ein Therapieerfolg auf längere Sicht eintritt.
Im Anschluss erfolgt noch eine 20 minütige Amplimed Therapie zur Muskellockerung.
Und nun mal kurz in sich gehen und überlegen, ob das auch in 30-45 Minuten machbar ist …