16/05/2021
Veränderung passiert, wenn ich bin, wie ich halt so bin.
Stopp … Ich bin wie ich bin, aber genau deshalb, weil ich so bin, gehe ich doch in eine Therapie, um anders zu werden, weil ich Veränderung will.
Das erscheint auf den ersten Blick paradox, also widersprüchlich. Sobald ich allerdings sage „ich will mich (ver)ändern, wird sofort eine Gegenkraft erzeugt, die von Veränderung abhält.
Es erscheint widersprüchlich gleichwohl ist es hoch wirksam: Wenn ich bereit bin, mich dem zu stellen, mich mit dem zu konfrontieren, was mir unerträglich ist, verändert es sich.
Arnold Beisser, Gestalttherapeut, beschreibt die paradoxe Theorie der Veränderung so: „Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht, wenn er versucht, etwas zu werden, was er nicht ist. Veränderung ergibt sich nicht aus dem Versuch des Individuums oder andere Personen, seine Veränderung zu erzwingen, aber sie findet statt, wenn man sich die Zeit nimmt und die Mühe macht, zu sein, was man ist; und das heißt, sich voll und ganz auf sein gegenwärtiges Sein einzulassen.“
Fritz Perls, der Begründer der Gestalttherapie sagt dazu: „Wenn nur das Symptom bekämpft und ein Veränderungsprogramm erzwungen wird, tritt keine Veränderung ein. Der Klient muss umfassend Verantwortung übernehmen für sich und die Art, wie er in der Welt ist. Er muss in Kontakt mit sich selbst und der Realität sein. Erst wenn er annimmt, was wirklich ist, kann ein Wandel von selbst stattfinden“
Sei, wie du bist, es kommt sowieso heraus!
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