10/07/2017
Sicherheitsgurt in der Schwangerschaft
Sie verspüren ein mulmiges Gefühl, wenn Sie sich und Ihr werdendes Kleines im Auto mit dem Gurt sichern? Da haben Sie sicher Recht, einige Dinge sollte man deshalb beachten. Dass richtiges Anschnallen trotzdem die beste Lösung ist, das zeigen wir hier.
Schwangere im Auto: Nie ohne Gurt!
Auch Schwangere sollten sich immer mit dem Dreipunktgurt sichern. Der Gurt muss straff anliegen. Der übers Becken verlaufende Teil muss so tief wie möglich unterhalb des Bauches geführt werden
Nicht angeschnallt riskieren Sie bei einem Unfall schwere Verletzungen für sich und das Baby. Außerdem kann es im Schadenfall zu einer Mitschuld an den Unfallfolgen und damit zur Minderung des Schadenersatzes kommen
Fahren Sie möglichst wenig selbst; höchstes Verletzungsrisiko besteht beim Aufprall mit Bauchkontakt auf den Lenkradkranz
Bei richtiger Sitzposition (korrekter Abstand zum Airbag, siehe Fahrzeugbedienungsanleitung) stellt eine Airbagauslösung kein Problem für Schwangere sowie das ungeborene Kind dar
In den letzten Monaten der Schwangerschaft sollten, wenn möglich, Autofahrten reduziert werden
Gurtführungssysteme für Schwangere
Die Systeme bestehen aus einer Sitzauflage und einem Gurtführungsband mit Klettverschluss. Mit Hilfe des Gurtführungsbandes soll der Beckengurt durch einen Klettverschluss in einer tiefen Position gehalten werden, so dass die Fruchtblase möglichst wenig belastet wird. Vertrieb über den Babyzubehör-Fachhandel (z.B. der "BeSafe Schwanger" der Fa. HTS).
Nach bisherigen Erkenntnissen aus der Realunfallforschung kann man jedoch davon ausgehen, dass auch Schwangere unter Beachtung unserer Tipps alleine durch den Dreipunkt-Sicherheitsgurt gut geschützt sind!
Sogar die Profifahrerin Isolde Holderied hat es gespürt: Schwanger Auto fahren macht schneller müde und ist stressiger. Bei der Testfahrt unter medizinischer Aufsicht im ADAC-Fahrsicherheitszentrum Augsburg stiegen Puls und Blutdruck der werdenden Mutter leicht an, die Stresshormone verdoppelten sich. Das Baby im Bauch reagierte auf die Vollbremsungen und Dreher mit heftigem Strampeln und Herzklopfen. Nach dem Parcours waren beide schnell wieder ruhig. Professor Karl Schneider, Experte für Pränatalmedizin in München, rät schwangeren Frauen, die noch fahren wollen:
Keine Gewalttouren! Sich weniger zumuten als vor der Schwangerschaft
Mindestens alle zwei Stunden Pause und sich bewegen
Vor allem die Wadenpumpe aktivieren, z. B. die Zehen mehrfach hochziehen und die Fußsohlen abwechselnd fest auf den Boden drücken. Das geht auch im Stau
Speziell angepasste Kompressionsstrümpfe tragen
Besonders viel trinken, möglichst mehr als 2 Liter am Tag
Foto: Babywalz
Quelle: ADAC