31/05/2020
Stress- in Corona Zeiten
Wie geht es Ihnen gerade? Fühlen sie sich gestresst, obwohl sie vielleicht gerade jetzt viel mehr Zeit für sich zur Verfügung haben, als vor den Corona Beschränkungen? Oder Sie sind außergewöhnlich stark gefordert durch einen aufopfernden Beruf z.B. in der Pflege oder der Mehrfachbelastung von Kinderbetreuung, Home-Office und Lehrer Ersatzfunktion und fühlen sich bis an die Leistungsgrenze ausgelaugt.
Die Begrenzung sozialer Kontakte bis hin zur wochenlangen häuslichen Isolation, die Angst sich anzustecken und die Unsicherheit, wie sich alles in der Zukunft entwickelt, könnte für Einige zur Überbelastung werden, zum „toxischen Dauerstress“, der die Seele vergiftet.
Was aber ist Stress und was macht der mit uns?
Stress ist eine Aktivierungsreaktion unseres Körpers. Ob diese Aktivierung für den Körper positiv oder negativ ist, ob sie gesundheitsschädlich oder gesundheitsfördernd ist, hängt von unserer Bewertung und der Dauer der Stressfaktoren ab.
Sind wir verliebt, erleben wir positiven Stress, Glückshormone werden ausgeschüttet.
Bei negativem Stress werden Stresshormone ausgeschüttet, die unser Überleben sicherten in Zeiten, als wir uns noch als Jäger und Sammler durchschlagen mussten. Sie bewirken eine Steigerung des Blutzuckers, der Herz-und Atemfrequenz und eine Erhöhung der Durchblutung der Muskulatur. Der ganze Körper ist in Alarm- und Kampfbereitschaft. Was für die Gefahrensituation überlebensnotwendig ist, bewirkt bei Daueraktivierung eine schädliche Wirkung auf die Gesundheit.
Geben wir unserem Körper keine Entwarnung, indem wir die als belastend und "stressig" erlebte Situation ändern oder verlassen, dann werden die Stresshormone nicht abgebaut und die körperliche Anspannung bleibt erhalten mit negativen Folgen wie:
Bluthochdruck, Schlafstörungen, Infektanfälligkeit, abnehmende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Heißhunger, Migräne, Gedächtnisstörungen, Depressionen.
Wie also herauskommen aus dieser inneren Anspannung?
Hier einige Tipps:
1)Atemübungen und Meditation:
Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie ungestört sind, machen Sie es sich bequem für einige Minuten. Schließen Sie die Augen und lenken Sie ihre Aufmerksamkeit auf ihren Atem. Atmen sich ruhig ein und aus und stellen sie sich vor, mit jedem Atemzug ruhiger zu werden. Nach einigen Minuten werden Sie feststellen können, dass sich eine Entspannung ausbreitet. Nehmen sie diese ganz bewusst wahr. Stellen Sie sich vor, wie Wolken an einen blauen Himmel vorbeiziehen. Jeden aufkommenden Gedanken übergeben Sie an diese Wolken und lassen ihn von dannen ziehen. Sie werden spüren, wie sich langsam die Gedankenflut verringert und sich eine Ruhe auch im Kopf einstellt.
Wenn Sie Zugang zum Internet haben finden sie auf YouTube viele Entspannungsvideos und Yogaübungen, die sie kostenlos anhören/sehen können.
2)Heilpflanzen, die bei Stress und Depression und Erschöpfung helfen können:
Johanniskraut, (Kapseln, 900mg/ Tag) helfen bei leichten bis mittelschweren Depressionen (nicht ohne Rücksprache mit dem Hausarzt einnehmen) wirken stimmungsaufhellend.
Ashwagandha (Kapseln 600mg/Tag) wirkt entspannend und stressreduzierend.
Rhodiola rosea (Kapseln 400 mg/Tag) hilft bei geistiger Erschöpfung und Stress, wirkt aufbauend und schlaffördernd.
Homöopathie: es gibt eine Vielzahl von homöopathischen Mitteln, die nach eingehender Anamnese ausgesucht werden, oder Komplexmittel wie z.B. Neurexan Tabletten, die ausgleichend und stresslösend wirken können.
3)Bewegung, wie z.B. Jogging, Wandern oder „Waldbaden. Der Wald mit seinen heilkräftigenden Wirkungen auf Körper und Geist wird zurzeit wissenschaftlich erforscht.
4) Kontakte weiterhin aufrechterhalten, durch Telefonate, Skype, WhatsApp oder dem wunderbaren altmodischen Briefeschreiben.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie gesund und seelisch wohlbehalten durch diese Zeit kommen, und den Lichtstreifen am Horizont nicht aus den Augen verlieren.
Telefonische Sprechstunden sind weiterhin möglich unter 05193/1829.
Ulrike Werner-Larsen