06/07/2022
Heute hat mich meine Freundin gefragt, ob Selbstfürsorge nicht etwas mit Egoismus zu tun hat. Ob die Aggressionen, die Viele im Alltag an anderen Menschen auslassen (denken wir nur an schimpfende Autofahrer) auch eine Form der Selbstfürsorge sind.
Das ist eine Frage, die viele mögliche Antworten zulässt. Für mich hat Selbstfürsorge nichts mit Egoismus zu tun. Denn laut der Begriffsbeschreibung im Duden, ist er dadurch geprägt, das eigene Ansprüche ohne Rücksicht auf die Ansprüche der Anderen durchgesetzt werden.
Selbstfürsorge dient jedoch dazu, die eigene seelische und körperliche Gesundheit zu erhalten, damit mehr Energie zu haben und Stress leichter abbauen zu können.
Wenn ich gut zu mir selbst bin, kann ich auch gut zu Anderen sein. Achtsamkeit ist ein Teil davon.
John Kabat-Zinn beschreibt, "dass es bei der Achtsamkeit im Wesentlichen um Bezogenheit geht, also um die Art und Weise, wie wir mit Allem in Beziehung stehen, einschließlich unseres Körpers, unserer Gedanken und Gefühle, unserer Vergangenheit und all der Geschehnisse, die uns in den gegenwärtigen Augenblick geführt haben..." (John Kabat-Zinn (2013): Gesund durch Meditation, OW Barth Verlag)
Selbstfürsorge heißt also nicht zu tun was ich will, ohne Rücksicht. Das Glück liegt nicht in den großen Dingen oder Ereignissen, sondern in den vielen Augenblicken. Stellen Sie sich vor, Sie verändern Ihre innere Haltung zu einem Thema, z.B. "Ich akzeptiere die Dinge, die ich nicht ändern kann." Wieviel Druck und negative Emotionen würde es Ihnen nehmen?
Selbstfürsorge kann mit kleinen Dingen beginnen. Sich bewegen, meditieren, ausreichend schlafen, achtsame Augenblicke im Alltag.
Dies hat für mich definitiv nichts mit Egoismus zu tun.