29/11/2023
Der Winter ist da 🥶
Wo wir aber schon frieren, können viele Pferde diese Temperaturen noch ganz gut aushalten. Die durchschnittliche
"Wohlfühltemperatur" von Pferden ist zwar +5 bis +15°C, aber erst bei -15°C setzt die sogenannte Thermoregulation ein, das heißt, der Pferdekörper muss anfangen sich aktiv aufzuwärmen: das Fell wird aufgestellt, um zu isolieren, es wird mehr Talg von der Haut produziert, der sich wie ein wasserabweisender Film auf das Fell legt und die Blutgefäße werden verengt, um wenig Wärme über die Haut abzugeben.
Von Temperaturen um -15°C sind wir zwar noch entfernt, aber Frieren ist auch bei unseren Pferden individuell und hängt vom Alter, Haltung, Fellmenge und -Beschaffenheit und Training ab. Es ist natürlich klar, dass Scheren und Eindecken die natürliche Thermoregulation einschränken, trotzdem finde ich es durchaus legitim, sein Pferd zu scheren und einzudecken, sei es aus gesundheitlichen Gründen oder aufgrund intensiven Trainings. Wichtig dabei ist aber, dass die Pferde insgesamt artgerecht gehalten werden, denn andere "Stressfaktoren" wie zu wenig Rauhfutter, nicht angepasstes Training, nicht genügend Kontakt zu Artgenossen und dauerndes Stehen in der Box können den Stoffwechsel und die Thermoregulation einschränken. Dazu kommt die zusätzliche Immunsystem- und Stoffwechselbelastung durch eventuell staubiges und mit Schimmelsporen belastetes Rauhfutter, staubige oder zugige Reithallen und die hohe Luftfeuchtigkeit im Herbst/Winter.
Was kann man sonst tun, um sein Pferd fit durch den Winter zu bekommen?
Vor dem Reiten/Logieren ausreichend aufwärmen!
- Stoffwechsel und Immunsystem unterstützen
- Fütterung überprüfen und ggf anpassen
- Auf Anzeichen von Frieren achten wie empfindliche Rückenlage, hochgestelltes Fell und Zittern
- Bei Steifigkeit, Bewegungseinschränkungen oder Stoffwechselproblemen gerne einen Therapeuten zu Rate ziehen
- Darauf achten, dass euer Pferd genug trinkt, um Verstopfungskoliken vorzubeugen