30/01/2026
„Papa ist gestorben.“
Es gibt kaum einen Satz, der schwerer auszusprechen ist.
Viele Eltern stehen in diesem Moment vor ihrem Kind und haben Angst, alles falsch zu machen. Zu viel zu sagen. Oder zu wenig. Zu ehrlich zu sein. Oder zu hart.
Was Kinder in dieser Situation aber am meisten brauchen, ist Klarheit in Beziehung.
Kinder spüren sofort, wenn etwas nicht stimmt. Sie merken die Stille, die Tränen, die veränderte Stimmung. Was ihnen Angst macht, ist nicht die Wahrheit – sondern das Gefühl, dass niemand sagt, was los ist. Deshalb dürfen wir den Satz aussprechen, auch wenn er uns selbst den Atem nimmt:
Papa ist gestorben.
Am besten ruhig. Einfach. Ohne Umschreibungen.
Nicht „eingeschlafen“. Nicht „weggegangen“.
Kinder nehmen Worte wörtlich und brauchen Worte, auf die sie sich verlassen können.
Vielleicht weint dein Kind. Vielleicht stellt es viele Fragen. Vielleicht geht es spielen. Vielleicht passiert erst einmal gar nichts. All das ist normal. Kinder trauern anders als Erwachsene. Ihre Trauer kommt in Wellen und sie dürfen selbst bestimmen, wie hoch diese Wellen sind.
Du musst dabei nicht stark sein. Du darfst traurig sein. Tränen machen deinem Kind keine Angst – sie zeigen, dass Liebe da war. Wichtig ist nur: Dein Kind bleibt nicht allein mit seinen Gefühlen. Du bleibst da. Du gehst nicht weg. Du hältst aus.
Manchmal reicht ein Satz wie:
Ich bin auch traurig. Aber wir sind zusammen.
Trost heißt nicht, alles erklären zu können.
Trost heißt: bleiben.
Neben deinem Kind stehen. Den Arm um es legen. Auch dann, wenn Worte fehlen.
Wenn du dein Kind so begleitest, machst du nichts falsch.
Du machst es menschlich. 💛
💬 Was hättest du dir als Kind gewünscht, als du von einem Verlust erfahren hast?
Und konntest du deinem Kind den Verlust erklären, als du selbst einen Trauerfall erlitten hast? Was hat dir in so einem Moment geholfen?