11/04/2026
🐴 Knieprobleme beim Pferd – warum „viel Galopp“ keine Reha ist
Immer wieder begegnen mir Pferde mit Knieproblemen, bei denen es nach der tierärztlichen Diagnose nur eine grobe Empfehlung gibt: „Einfach mehr Galopp reiten.“
Doch genau das führt in vielen Fällen zurück in die Lahmheit. Warum? Weil Heilung und funktioneller Aufbau nicht durch Belastung allein entstehen – sondern durch gezielte, strukturierte Rehabilitation.
👉 Das Knie ist ein komplexes Gelenk, das eng mit Hüfte, Rücken und sogar der Hufmechanik zusammenarbeitet. Wird hier unkontrolliert Belastung erhöht, ohne die stabilisierenden Strukturen vorzubereiten, entsteht schnell eine Überforderung statt Verbesserung.
Mein Ansatz als Pferdephysiotherapeutin ist daher ein anderer:
🔹 Analyse statt Schema F
Jedes Pferd wird individuell betrachtet: Bewegungsmuster, muskuläre Defizite, Kompensationen.
🔹 Funktioneller Aufbau
Bevor an Galopp zu denken ist, müssen Stabilität, Koordination und Tragfähigkeit im Schritt und Trab wiederhergestellt werden.
🔹 Gezielte Übungen statt „mehr machen“
– Aktivierung der Hinterhand
– Verbesserung der Gelenkstabilität
– Förderung der propriozeptiven Kontrolle
🔹 Kombination aus Therapie & Training
Manuelle Behandlung allein reicht nicht – genauso wenig wie reines Reiten. Erst die Kombination aus Physiotherapie und angepasstem Rehaplan bringt nachhaltigen Erfolg.
🔹 Progression wie im Humanbereich
Die Belastung wird systematisch gesteigert – basierend auf Reaktion, Heilungsverlauf und Trainingszustand. Genau so, wie wir es aus der Humanphysiotherapie kennen.
💡 Das Ziel:
Ein Pferd, das nicht nur wieder „läuft“, sondern funktionell stabil, belastbar und langfristig gesund bleibt.
Denn echte Rehabilitation ist kein Zufall – sie ist ein durchdachter Prozess.
TrainingMitPlan