25/01/2026
Das größte Setup-Problem sitzt zwischen Schulter und Abzug
Viele Probleme im Schuss entstehen nicht, weil etwas am Setup fehlt.
Sie entstehen, weil wir zu viel von ihm erwarten.
In der Praxis beobachten wir häufig, dass technische Lösungen gesucht werden,
wo eigentlich mentale Ursachen wirken.
Ein anderer Abzug, eine neue Optik, ein verändertes Zubehör –
in der Hoffnung, dass sich damit Unsicherheit erledigt.
Der Gedanke dahinter ist verständlich:
„Wenn das Setup passt, wird der Schuss sauber.“
Doch genau hier beginnt die Verschiebung der Verantwortung.
Je mehr wir dem Setup zutrauen,
desto weniger übernehmen wir selbst die Kontrolle über Ablauf, Ruhe und Entscheidung.
Das Setup soll regeln, was eigentlich im Kopf geklärt werden müsste.
In der Ausbildung sehen wir das besonders oft bei Fortgeschrittenen.
Schützen, die technisch sauber arbeiten,
aber innerlich unter Spannung stehen.
Sie wissen viel, können viel –
und beginnen genau deshalb, sich selbst zu hinterfragen.
Interessanterweise werden manche Schützen nach einer Aufrüstung zunächst schlechter.
Nicht, weil die Technik schlechter wäre –
sondern weil sich Erwartungen verändert haben.
Das Vertrauen in den eigenen Ablauf wird leiser,
während die Aufmerksamkeit auf die Ausrüstung wächst.
Sauberes Schießen beginnt nicht mit Ausstattung.
Es beginnt mit Klarheit, Verantwortung und Vertrauen in den eigenen Prozess.
Technik kann unterstützen –
sie kann dieses Vertrauen aber nicht ersetzen.
Community-Frage:
Wo glaubt ihr, beginnt sauberes Schießen –
im Kopf oder im Setup?