Naturheilpraxis für Hunde - Tierheilpraktikerin Sabine Bernardy

Naturheilpraxis für Hunde  - Tierheilpraktikerin Sabine Bernardy Tierheilpraxis für Hunde – Spezialisierung auf Ernährung und komplexe chronische Erkrankungen

„Nach den Medikamenten würde ich erstmal ENTGIFTEN“Der Rat taucht in Hundegesundheitsgruppen häufig auf. Gemeint sind me...
22/05/2026

„Nach den Medikamenten würde ich erstmal ENTGIFTEN“

Der Rat taucht in Hundegesundheitsgruppen häufig auf. Gemeint sind meist Kräuter, Algenprodukte oder sogenannte Leber-Detox-Mischungen.
Interessant wird es, wenn man sich anschaut, was nach einem Medikament biologisch überhaupt passiert.
Nach dem Schlucken wird der Wirkstoff im Darm aufgenommen und gelangt über die Pfortader direkt zur Leber. Dort beginnt sofort der enzymatische Umbau.
Viele Arzneistoffe sind fettlöslich. Fettlösliche Stoffe lassen sich schlecht ausscheiden. Würde die Niere sie unverändert filtrieren, könnten sie teilweise wieder rückresorbiert werden.
Die Leber verändert deshalb ihre chemische Struktur Schritt für Schritt. Erst dadurch entstehen besser wasserlösliche Verbindungen, die anschließend ausgeschieden werden können.
Das bedeutet: Die Leber arbeitet nicht wie ein „Giftlager“, das irgendwann geleert werden muss. Der Umbau und die Ausscheidung laufen die ganze Zeit.
Für Hundehalter wird dieser Unterschied wichtig, sobald Produkte versprechen, die Leber zu „reinigen“ oder „Gifte auszuleiten“.
Bei einer echten Vergiftung dagegen wird z.B. Aktivkohle eingesetzt. Sie kann bestimmte Stoffe direkt im Darm binden, bevor sie aufgenommen werden.
Bei vielen „Entgiftungs“-Empfehlungen bleibt dagegen offen, ob überhaupt eine nachweisbare Belastung vorliegt.
Mariendistel ist davon zu unterscheiden. Silymarin wird nicht eingesetzt, um diffuse „Schlacken“ auszuleiten, sondern wegen möglicher Effekte auf oxidativen Stress und Leberzellen.

Quellen:
Merck Veterinary Manual – Principles of Toxicology

Peterson ME, Talcott PA: Small Animal Toxicology. Elsevier.

Loguercio C, Festi D. Silybin and the liver: from basic research to clinical practice. World J Gastroenterol. 2011.

Grafik:
Inhaltlich basierend auf: Merck Veterinary Manual – Principles of Toxicology
Peterson & Talcott: Small Animal Toxicology
Klaassen: Casarett & Doull’s Toxicology

13/05/2026

KI-gestützte VERGIFTUNGSBERATUNG für Hunde und Katzen geplant

Mit „Tox-help“ entsteht derzeit eine KI-gestützte Vergiftungsberatung speziell für Hunde und Katzen. Ziel ist es, die bisherige Versorgungslücke in der veterinärmedizinischen Toxikologie zu verbessern.

Das System soll Tierhalter*innen und tiermedizinischem Fachpersonal bei Vergiftungsverdacht eine schnelle Ersteinschätzung und Handlungsempfehlungen geben. Hintergrund ist, dass viele bestehende Giftnotrufe auf Humanmedizin ausgerichtet sind und veterinärtoxikologische Fälle nur eingeschränkt abdecken.

Geplant sind zwei Bereiche:
• „Vet Professional“ für Tierarztpraxen
• „Vet Home“ für Tierhalter*innen

Gerade bei Vergiftungen zählt oft jede Minute. Eine KI kann hier möglicherweise helfen, schneller Informationen bereitzustellen. Sie ersetzt aber keine tierärztliche Untersuchung oder Behandlung.

Link im ersten Kommentar.

„Habt ihr schon DARMAUFBAU gemacht?“Kaum ein Begriff wird in Gesundheits-Hundegruppen so häufig verwendet wie „Darmaufba...
11/05/2026

„Habt ihr schon DARMAUFBAU gemacht?“

Kaum ein Begriff wird in Gesundheits-Hundegruppen so häufig verwendet wie „Darmaufbau“. Ein Hund hat Durchfall, bekommt Antibiotika, zeigt wechselnden Kot oder frisst Gras – und sehr schnell kommt der Hinweis, man solle „erst einmal den Darm aufbauen“.

Problematisch ist, dass er selten genauer erklärt wird. Ohne Konkretisierung bleibt offen, ob damit Probiotika, Präbiotika, Schleimhautschutz, Ballaststoffe, Butyrat, Huminsäuren, Fermentprodukte, Fütterungsanpassung oder etwas anderes gemeint ist.

Diese Maßnahmen wirken allerdings nicht über denselben Mechanismus und teilweise nicht einmal am selben Ort im Verdauungstrakt. Ein Präparat zur Unterstützung der Schleimhaut verfolgt ein anderes Ziel als Ballaststoffe, ein Probiotikum oder Verdauungsenzyme. Trotzdem wird in Diskussionen häufig so argumentiert, als handele es sich um austauschbare Varianten derselben Behandlung.

Hinzu kommt, dass sehr unterschiedliche Erkrankungen unter demselben Schlagwort zusammengefasst werden: akuter Durchfall, chronische Enteropathien, Parasiten, Folgen einer Antibiotikatherapie, Futterunverträglichkeiten oder unspezifische Verdauungsprobleme.

Dabei braucht nicht jede Situation dieselbe Unterstützung.

Gerade nach Antibiotikagaben kann der Einsatz bestimmter probiotischer Stämme sinnvoll sein. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass jede Auffälligkeit im Magen-Darm-Bereich automatisch einen pauschalen „Darmaufbau“ erfordert.

Entscheidend ist die Ursache der Beschwerden.

Ein Hund mit Parasiten braucht eine gezielte Behandlung der Parasiten. Ein Hund mit chronischer Darmentzündung benötigt eine gründliche Diagnostik und ein strukturiertes therapeutisches Vorgehen. Und bei manchen Hunden stabilisiert sich der Verdauungstrakt bereits durch passende Fütterung, Ruhe und Zeit deutlich besser als durch ständig wechselnde Zusätze.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob „Darmaufbau“ gemacht wurde, sondern:
Was soll im konkreten Fall überhaupt unterstützt werden – Mikrobiom, Schleimhaut, Verdauung, Regeneration nach Medikamenten oder etwas ganz anderes?

Erst dann lässt sich sinnvoll entscheiden, ob überhaupt eine Ergänzung notwendig ist – und welche.

Quellen:
Schmitz S, Suchodolski JS. Understanding the canine intestinal microbiota and its modification by pro-, pre- and synbiotics. Vet Med Sci. 2016.
Pilla R, Suchodolski JS. The Gut Microbiome of Dogs and Cats, and the Influence of Diet. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2021.
Redfern A et al. The role of probiotics in gastrointestinal disease in dogs and cats. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2017.

DYSBIOSE - WAS IST DAS EIGENTLICH?Wenn ein Hundehalter den Begriff „Dysbiose“ hört, klingt das nach Diagnose. Tatsächlic...
05/05/2026

DYSBIOSE - WAS IST DAS EIGENTLICH?

Wenn ein Hundehalter den Begriff „Dysbiose“ hört, klingt das nach Diagnose. Tatsächlich ist es keine.

Dysbiose bedeutet zunächst nur:
Die Zusammensetzung der Darmbakterien unterscheidet sich von dem, was in einem Labor als Vergleich herangezogen wird.

Der entscheidende Punkt ist, wie solche Befunde überhaupt entstehen. In der Praxis werden Mikrobiom-Analysen entweder über Sequenzierung oder über gezielte PCR-Verfahren durchgeführt. Beide Methoden erfassen nur einen Teil der vorhandenen Bakterien. Entweder breit, aber grob (Sequenzierung), oder sehr gezielt, aber auf wenige Gruppen begrenzt (PCR).

Ein vollständiges Bild des gesamten Mikrobioms entsteht dabei nie.

Das hat zwei Konsequenzen:
Erstens erfasst jede Mikrobiom-Analyse nur einen begrenzten Teil der tatsächlich vorhandenen Darmmikroorganismen.
Zweitens hängt die Bewertung davon ab, mit welchem Referenzbereich verglichen wird. Diese Referenzbereiche sind keine biologischen Idealwerte, sondern statistische Vergleichswerte aus bestimmten Populationen. Sie sagen nur, wie häufig bestimmte Bakterien in dieser Gruppe vorkommen.

Wenn ein Befund davon abweicht, wird das als „Dysbiose“ bezeichnet.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass der Darm krank ist. Es bedeutet nur, dass sich die gemessenen Bakteriengruppen anders verteilen.

Ob das für den einzelnen Hund relevant ist, lässt sich nur im Zusammenhang beurteilen:
Gibt es Symptome? Passt der Befund zum klinischen Bild? Gibt es eine Entwicklung im Verlauf?

Ohne diesen Zusammenhang bleibt „Dysbiose“ ein beschreibender Laborbegriff, keine Diagnose.

Ein Dysbiose-Befund allein legt keine konkrete Therapie fest. Behandelt wird nicht die veränderte Bakterienzusammensetzung als solche, sondern die Ursache, die zu dieser Verschiebung geführt hat oder sie unterhält.
Das kann je nach Fall eine unverträgliche oder unausgewogene Fütterung sein, eine chronische Darmentzündung, eine Maldigestion, eine Parasitenbelastung, eine vorausgegangene Antibiotikatherapie oder eine andere Grunderkrankung. Erst wenn die Ursache eingeordnet ist, lässt sich sinnvoll behandeln.

Quellen:
AlShawaqfeh MK et al. 2017 – Dysbiosis Index beim Hund (FEMS Microbiology Ecology)
Suchodolski JS – Mikrobiomanalytik beim Hund (Veterinary Clinical Pathology)

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BARF, Fertigfutter und der Dysbiose-Index: Warum diese Studie oft falsch gelesen wirdDie Studie von Schmidt et al. vergl...
27/04/2026

BARF, Fertigfutter und der Dysbiose-Index: Warum diese Studie oft falsch gelesen wird

Die Studie von Schmidt et al. vergleicht das Kotmikrobiom von roh gefütterten Hunden mit dem von Hunden, die kommerzielle Diäten erhalten. Gefunden wurden deutliche Unterschiede in der bakteriellen Zusammensetzung sowie ein höherer Dysbiose-Index in der BARF-Gruppe. Diese Ergebnisse werden häufig so verkürzt, als zeige die Studie eine Störung der Darmgesundheit durch Rohfütterung. Das lässt sich aus den Daten jedoch nicht ableiten.

Entscheidend ist, wie der verwendete Dysbiose-Index zu verstehen ist. Dieser Index wurde nicht entwickelt, um unterschiedliche Fütterungsformen zu bewerten, sondern um Mikrobiomprofile gesunder Hunde mit denen von Hunden mit chronischer Enteropathie zu vergleichen. Das Referenzprofil stammt aus einer Population klinisch gesunder Haushunde, die in der Praxis überwiegend kommerziell gefüttert werden. Ein höherer Wert bei BARF-Hunden bedeutet daher zunächst eine stärkere Abweichung von diesem Referenzprofil, nicht automatisch eine krankhafte Dysbiose.
Die beobachteten Unterschiede entsprechen den unterschiedlichen Nährstoffprofilen der Rationen. Die BARF-Rationen enthielten mehr Protein und Fett, während kommerzielle Futter typischerweise mehr Kohlenhydrate und Ballaststoffe liefern. Damit verändert sich auch das Substratangebot im Dickdarm. Bakterien, die stärker mit Ballaststofffermentation verbunden sind, wie Faecalibacterium, waren bei BARF-Hunden niedriger. Bakterien, die unter proteinreicheren Bedingungen häufiger auftreten können, darunter E. coli, Streptococcus spp. und Clostridium perfringens, waren höher nachweisbar. Das beschreibt zunächst eine ernährungsbedingte Verschiebung des Mikrobioms.
Aus dieser Verschiebung folgt nicht, dass die Hunde krank waren oder dass BARF grundsätzlich schädlich ist. Die Studie untersuchte Kotproben, bakterielle Profile und Stoffwechselprodukte, aber keine klinischen Langzeitverläufe, keine Entzündungsmarker im Darm, keine Toxinexpression von Clostridium perfringens und keine Frage, ob die beobachteten Hunde später häufiger erkrankten. Der Nachweis potenziell problematischer Bakterien ist deshalb nicht gleichzusetzen mit einer Erkrankung.

Fazit:
Die Studie zeigt, dass roh gefütterte Hunde ein anderes Kotmikrobiom aufweisen als kommerziell gefütterte Hunde und dass dieses Profil im verwendeten Dysbiose-Index stärker vom Referenzmuster abweicht. Sie zeigt nicht, dass dieses abweichende Profil bei klinisch gesunden BARF-Hunden automatisch pathologisch ist. Dafür wären andere Studiendesigns erforderlich.

Quellen
Schmidt M, Unterer S, Suchodolski JS, Honneffer JB, Guard BC, Lidbury JA, Steiner JM, Fritz J, Kölle P. The f***l microbiome and metabolome differs between dogs fed Bones and Raw Food (BARF) diets and dogs fed commercial diets. PLOS ONE. 2018;13(8):e0201279.

AlShawaqfeh MK, Wajid B, Minamoto Y, Markel M, Lidbury JA, Steiner JM, Serpedin E, Suchodolski JS. A dysbiosis index to assess microbial changes in f***l samples of dogs with chronic inflammatory enteropathy. FEMS Microbiology Ecology. 2017;93(11):fix136.
OUP Academic

13/04/2026

𝗦𝘁𝘂𝗱𝗶𝗲𝗻𝗮𝘂𝗳𝗿𝘂𝗳:
𝗛𝘂𝗻𝗱𝗲 𝗺𝗶𝘁 𝗰𝗵𝗿𝗼𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗠𝗮𝗴𝗲𝗻-𝗗𝗮𝗿𝗺-𝗣𝗿𝗼𝗯𝗹𝗲𝗺𝗲𝗻 𝗴𝗲𝘀𝘂𝗰𝗵𝘁!

Ihr Hund leidet seit längerer Zeit an Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Gewichtsverlust oder Fressunlust?

Um chronische Magen-Darm-Symptome beim Hund besser zu verstehen und gezielter behandeln zu können, führen wir derzeit eine Studie durch. Unser großes Anliegen ist es, betroffenen Hunden nachhaltig zu helfen und ihre Lebensqualität zu verbessern – daher möchten wir Sie und Ihren Vierbeiner als Studienteilnehmer gewinnen und gemeinsam einen wichtigen Beitrag leisten.

Wir suchen:
- Hunde > 1 Jahr
- Chronische Magen-Darm-Symptome > 3 Wochen

Ziel der Studie: Welche Wirkung haben Immunmodulatoren auf Magen-Darm-Symptome?
- Verbesserung der Symptome Ihres Hundes mittels hypoallergener Diät
- Bei Bedarf zusätzliche Fütterung von natürlichen Immunmodularen (u. a. aus Karotten und Algen)
- Bestätigte Verträglichkeit der Diät sowie der Zusätze

Wie läuft die Studie ab?
- Erstberatung sowie zwei Kontrolltermine im Abstand von jeweils zwei Wochen in unserer Tierklinik – bitte zu jedem Termin eine Kotprobe mitbringen!
- Fütterung einer kostenfreien hypoallergenen Diät ab Tag 1
- Bei ausbleibender oder nur teilweiser Besserung nach zwei Wochen zusätzliche Gabe von Immunmodulatoren
- Evaluierung der Symptome zu Hause in einem Tagebuch

Für weitere Informationen oder bei Fragen melden Sie sich gerne per E-Mail unter Kleintier.Gastroenterologie@lmu.de bei uns!

Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse!

10/04/2026

EPIGENETIK beim Hund – große Versprechen, reale Grenzen
Eine Einordnung

Epigenetik ist eines dieser Schlagworte, das gerade überall auftaucht. In Büchern, in Fortbildungen, in der Beratung. Oft klingt es so, als stünde man kurz davor, Gesundheit gezielt über Gene zu steuern. Als ließe sich mit der richtigen Ernährung oder bestimmten Maßnahmen direkt in die Biologie eingreifen.

Der Ausgangspunkt ist dabei durchaus seriös. Auch durch Arbeiten von Peter Spork ist bekannt geworden, dass Gene kein starres Programm sind. Ob sie aktiv sind oder nicht, hängt auch davon ab, unter welchen Bedingungen ein Organismus lebt. Ernährung, Stress, Bewegung, Umwelt, all das kann beeinflussen, wie genetische Informationen genutzt werden.
Das ist wissenschaftlich gut belegt. Vor allem aus der Humanmedizin und aus experimentellen Modellen weiß man, dass solche Zusammenhänge existieren. Der Körper reagiert auf seine Umwelt, und diese Reaktionen gehen tiefer, als man lange angenommen hat.

Beim Hund beginnt die Forschung, dieses Bild zu ergänzen. Es gibt inzwischen Arbeiten, die zeigen, dass sich biologische Alterungsprozesse über solche Regulationsmechanismen abbilden lassen. Andere untersuchen Zusammenhänge mit Verhalten, etwa im Bereich Stress oder Aktivität. Auch bei Erkrankungen wird geforscht.
Was diese Studien leisten, ist wichtig, aber begrenzt. Sie zeigen Muster und Zusammenhänge. Sie erklären, was im Organismus passiert. Sie liefern jedoch keine konkreten Anleitungen dafür, wie man diese Prozesse gezielt steuert.

Hier entsteht in der Praxis oft ein Missverständnis. Aus der Tatsache, dass Umweltfaktoren biologische Prozesse beeinflussen, wird schnell abgeleitet, dass man diese Prozesse auch gezielt nutzen kann. Dass es bestimmte Fütterungen, Zusätze oder Programme gibt, mit denen sich Gene „anschalten“ oder Krankheiten verhindern lassen.
So weit ist die Forschung nicht. Es gibt beim Hund derzeit keine belastbaren Konzepte, mit denen sich epigenetische Mechanismen gezielt therapeutisch einsetzen lassen. Auch die oft diskutierte Frage, ob Erfahrungen über Generationen weitergegeben werden, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Gerade bei komplexen Organismen wie Hund oder Mensch bleibt das ein offenes Forschungsfeld.

Und trotzdem ist das Thema nicht bedeutungslos, im Gegenteil. Wenn man die Ergebnisse nüchtern betrachtet, ergibt sich ein klares Bild: Umwelt und Lebensbedingungen wirken tiefer auf den Organismus ein, als lange angenommen.

Das betrifft vor allem die frühen Lebensphasen. Was ein Hund als Welpe erlebt, unter welchen Bedingungen er aufwächst, wie stabil sein Umfeld ist, all das hat langfristige Auswirkungen. Auch chronischer Stress ist kein abstrakter Faktor, sondern greift messbar in körperliche Prozesse ein. Ernährung wirkt nicht als gezielter Schalter, aber sie gehört zu den grundlegenden Einflussgrößen, die den Organismus prägen. Bewegung und Lebensstil ebenfalls.
Das alles ist nicht neu. Neu ist eher die Bestätigung, wie weitreichend diese Einflüsse sind.

Was sich daraus für den Alltag mitnehmen lässt, ist deshalb erstaunlich bodenständig: Die Ernährung, der Tagesablauf, das Stressniveau, die Aufzucht und das Lebensumfeld sind keine Nebensachen. Sie gehören zu den Faktoren, die Gesundheit langfristig mitprägen. Wahrscheinlich stärker, als vielen bewusst ist.

Quellen (Auswahl)
Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Epigenetics Overview
National Institutes of Health (NIH): Epigenomics
Epigenetik – Wie unsere Erfahrungen vererbt werden
Frontiers in Psychology (2022): Epigenetik und Verhalten beim Hund
Frontiers in Epigenetics and Epigenomics (2024): Transgenerationale Effekte – aktueller Forschungsstand

DIE UNVOLLENDETEWARUM AUSSCHLUSSDIÄTEN SO OFT SCHEITERNWenn in der Praxis der Verdacht auf eine futtermittelbedingte Rea...
21/03/2026

DIE UNVOLLENDETE
WARUM AUSSCHLUSSDIÄTEN SO OFT SCHEITERN

Wenn in der Praxis der Verdacht auf eine futtermittelbedingte Reaktion besteht, braucht es ein Verfahren, das mehr leistet als einen bloßen Futterwechsel. Dafür wird die Ausschlussdiät eingesetzt. Sie soll unter kontrollierten Bedingungen klären, ob sich klinische Symptome unter einer definierten Ration bessern und nach erneuter Exposition wieder auftreten. Damit ist sie kein allgemeiner Therapieversuch, sondern ein diagnostisches Instrument.

Im Alltag wird der Begriff allerdings oft unscharf verwendet. Mehrere Futterwechsel hintereinander sind noch keine Ausschlussdiät. Eine echte Ausschlussdiät verlangt eine gezielt ausgewählte Testdiät, den konsequenten Ausschluss zusätzlicher Futterquellen, eine ausreichende Dauer und eine anschließende klinische Bewertung des Verlaufs. Bei futtermittelbedingten Reaktionen gilt dabei eine Dauer von mindestens acht Wochen als relevanter Richtwert, um den Großteil der Fälle zu erfassen.

Warum scheitert dieses Verfahren so häufig? Einer der zentralen Gründe liegt in der klinischen Dynamik während der Testphase. Der Hund entwickelt unter der Testdiät wieder dünnen Kot, Erbrechen, Juckreiz, Otitis oder Appetitprobleme. Darauf folgt oft die nächste Umstellung, dann die nächste und danach wieder eine andere. Aus einem diagnostischen Verfahren wird so eine Abfolge neuer Futterversuche. Das Problem ist nicht mangelnde Sorgfalt, sondern dass die Bedingungen im Verlauf nicht mehr konstant bleiben. Sobald fortlaufend gewechselt wird, lässt sich der Verlauf nicht mehr sauber zuordnen.

Gerade bei Hunden mit chronischen Magen-Darm-Problemen ist das besonders ungünstig. Eine definierte, konstante Diät soll dem Darm überhaupt erst die Möglichkeit geben, sich zu stabilisieren und eine Reaktion auf die Testnahrung beurteilbar zu machen. Wenn bei jeder Verschlechterung sofort neu angesetzt wird, fehlt diese Ruhephase. Damit fehlt diagnostische Klarheit und eine verlässliche Beurteilung der Verträglichkeit. Neuere Arbeiten zu chronischer Enteropathie unterstreichen, dass strukturierte Diätversuche ein zentraler Bestandteil des Managements sind.

Hinzu kommen praktische Störfaktoren, die in der täglichen Arbeit leicht unterschätzt werden. Schon kleine zusätzliche Futterquellen können einen Diätversuch verfälschen: Leckerchen, Kauartikel, aromatisierte Medikamente, Zahnpflegeprodukte, Nahrungsergänzungen oder Futterquellen im Mehrtierhaushalt. Auch deshalb ist die Ausschlussdiät so anspruchsvoll. Sie verlangt nicht nur die richtige Diät, sondern auch ein konsequent kontrolliertes Umfeld.

Ein weiteres Problem liegt auf Produktebene. Für kommerzielle Diäten, die als Monoprotein, Novel Protein oder Limited Ingredient vermarktet werden, sind Fehlkennzeichnungen und Kontaminationen beschrieben worden. Damit kann selbst ein formal korrekt geplanter Diätversuch an der Testdiät selbst scheitern. Das erklärt, warum manche Ausschlussdiäten in der Praxis deutlich schwieriger zu interpretieren sind, als es die Etiketten vermuten lassen.

Viele dieser Diäten scheitern schleichend. Erst kommt eine Reaktion, dann die nächste Umstellung, dann ein weiterer Versuch. Irgendwann ist vieles verändert, aber nichts mehr sauber beurteilbar. Genau darin liegt das eigentliche Problem.

Hier liegt das Missverständnis rund um die Ausschlussdiät: Sie wirkt nach außen wie ein einfacher Futterversuch, ist in Wirklichkeit aber eine der strengsten Formen klinischer Diätetik.

Quellen
Jackson HA, Dembele V. Conducting a successful diet trial for the diagnosis of food allergy in dogs and cats. Veterinary Dermatology. 2024.
Valentine B et al. Review of critically appraised topics on adverse food reactions of companion animals. Frontiers in Veterinary Science. 2020.
Tham HL. Elimination Diet Trials. Today’s Veterinary Practice. 2024.
Olivry T, Mueller RS, Prélaud P. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets. BMC Veterinary Research. 2015.
Olivry T, Mueller RS. Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (5): discrepancies between ingredients and labeling in commercial pet foods. BMC Veterinary Research. 2018.
Rodrigues SD et al. Association of Diet With Treatment Response in Dogs With Chronic Enteropathy. Journal of Veterinary Internal Medicine. 2025.



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ÄTHERISCHE ÖLE IN DER NATURHEILKUNDE FÜR HUNDE – MÖGLICHKEITEN UND GRENZENÄtherische Öle sind flüchtige Pflanzenstoffe, ...
13/03/2026

ÄTHERISCHE ÖLE IN DER NATURHEILKUNDE FÜR HUNDE – MÖGLICHKEITEN UND GRENZEN

Ätherische Öle sind flüchtige Pflanzenstoffe, die aus zahlreichen unterschiedlichen Molekülen bestehen. Hauptbestandteile sind Terpene und verwandte Naturstoffe, die Pflanzen unter anderem zur Kommunikation, zum Schutz vor Mikroorganismen oder zur Abwehr von Fraßfeinden bilden. Diese Substanzen können biologisch aktiv sein und wurden in vielen Bereichen untersucht. Welche Eigenschaften im Vordergrund stehen, hängt immer vom jeweiligen Öl, seiner Zusammensetzung und der Art der Anwendung ab.

Ein gut untersuchter Bereich betrifft die mikrobielle Belastung der Raumluft. Studien aus dem Klinikbereich zeigen, dass bestimmte ätherische Öle bakterielle und fungale Keime in Innenräumen reduzieren können. Auch antivirale Effekte wurden experimentell beschrieben. In Innenräumen oder Praxisumgebungen kann eine vorsichtige Raumbeduftung deshalb dazu beitragen, die Luftqualität bei infektiösen Belastungen zu verbessern.

Auch für die Atemwege sind einige ätherische Öle von Interesse. Bestimmte Inhaltsstoffe besitzen entzündungsmodulierende und sekretlösende Eigenschaften. Besonders gut untersucht ist 1,8-Cineol, ein Bestandteil von Eukalyptusöl, das in Humanstudien eine Verbesserung entzündlicher Atemwegssymptome zeigen konnte. In der Praxis kann eine sehr milde Raumbeduftung daher unterstützend wirken, etwa wenn die Atemwege durch saisonale Belastungen gereizt sind.

Gerade im Frühjahr spielen Umweltallergene eine große Rolle. Pollen, Staub oder trockene Luft können die Schleimhäute empfindlicher Hunde zusätzlich reizen. Eine angepasste Raumluft kann in solchen Situationen manchmal entlastend wirken. Dabei geht es nicht um eine Behandlung der Allergie selbst, sondern um eine unterstützende Maßnahme, die die Atemwege ruhiger werden lässt.

Ein weiterer Bereich betrifft Verhalten und vegetative Regulation. Duftstoffe können über das Riechsystem direkt auf Gehirnregionen wirken, die an emotionaler Verarbeitung beteiligt sind. Studien zeigen, dass bestimmte ätherische Öle Angst und Unruhe reduzieren können. Auch beim Hund gibt es Hinweise, dass Duftanwendungen Aufregung in belastenden Situationen abschwächen können, etwa bei Transport oder in Tierheimumgebungen.

Auch im Zusammenhang mit Unruhe im Alter werden Duftanwendungen untersucht. In Studien aus Pflegeeinrichtungen wurden ätherische Öle bei Menschen mit Demenz eingesetzt, teilweise mit einer Reduktion von Agitation und Unruhe. Diese Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf Hunde übertragen, zeigen aber, dass Geruchsreize das Verhalten beeinflussen können. Bei älteren Hunden mit kognitiven Veränderungen wird deshalb diskutiert, ob eine ruhige Duftumgebung unterstützend wirken kann.

Ein weiterer Forschungsbereich betrifft Übelkeit. In der Humanmedizin zeigen mehrere Studien, dass bestimmte ätherische Öle die Stärke von Übelkeit verringern können. Untersucht wurden dabei vor allem Pfefferminz- und Ingweröl. Für Hunde wird dies als unterstützender Ansatz bei Reisebelastung diskutiert, etwa bei Autofahrten.

Auch gegen Ektoparasiten wird mit pflanzlichen Wirkstoffen geforscht. In experimentellen Studien zeigen verschiedene ätherische Öle repellierende Effekte gegenüber Zecken.

Ein persönliches Beispiel aus meinem Alltag: Mein Hund Mats hatte über Jahre in der Pollenzeit häufig sogenanntes Rückwärtsniesen, besonders draußen. Seit ich in Innenräumen eine stark verdünnte Raumbeduftung mit Nadelholzölen wie Kiefer, Fichte oder Zirbelkiefer verwende, tritt das deutlich seltener auf. Das ist eine einzelne Beobachtung und keine wissenschaftliche Studie, passt aber zu den bekannten Eigenschaften vieler Nadelholzöle, deren Inhaltsstoffe entzündungsmodulierende Effekte haben und die Atemwege unterstützen können.

Wichtig ist dabei immer die Art der Anwendung. Ätherische Öle dürfen beim Hund niemals unverdünnt eingesetzt werden. Ebenso entscheidend ist die Qualität der Produkte. Für therapeutische Anwendungen sollten ausschließlich naturreine ätherische Öle verwendet werden, also Öle ohne synthetische Zusätze oder Duftstoffe. Möglichst aus kontrolliert biologischem Anbau, weil Rückstände aus Pestiziden oder Lösungsmitteln in minderwertigen Produkten ein zusätzliches Risiko darstellen können. In Kombination mit einer sachkundigen Auswahl des Öls, einer geeigneten Verdünnung und einer zurückhaltenden Anwendung kann ihr Einsatz in der naturheilkundlichen Begleitung sinnvoll sein.

Quellen
Lanzerstorfer A et al. Influence of air-dispersed essential oils on airborne bacteria and fungi in hospital rooms. Journal of Environmental Science and Health, 2019
Juergens UR et al. Anti-inflammatory activity of 1,8-cineole in airway diseases. Respiratory Medicine, 2003
Tan L et al. Essential oils for anxiety: systematic review and network meta-analysis. Phytomedicine, 2023
Wells DL. Aromatherapy for travel-induced excitement in dogs. Journal of the American Veterinary Medical Association, 2006
Wang JY et al. Aromatherapy for postoperative nausea and vomiting: systematic review and meta-analysis, 2024
Molaba T et al. Plant-derived acaricides for ticks associated with dogs, 2025
MSD Veterinary Manual. Essential oil toxicosis in animals








Foto: Fotolia

WENN EIN HUND ZUM „MÄKLER“ WIRDIch höre häufig: „Mein Hund ist ein totaler Mäkler.“ Dann folgt die Futtergeschichte. Ers...
06/03/2026

WENN EIN HUND ZUM „MÄKLER“ WIRD

Ich höre häufig: „Mein Hund ist ein totaler Mäkler.“ Dann folgt die Futtergeschichte. Erst dieses Futter, dann ein anderes. Neue Marke, neue Proteinquelle, anderes Konzept. Viele Halter haben bereits mehrere Futtersorten ausprobiert, manchmal innerhalb weniger Monate. Der Hund frisst kurz besser, dann beginnt das Ganze wieder von vorn. Der Napf bleibt stehen.

Was dabei fast nie thematisiert wird, ist eine viel naheliegendere Möglichkeit: Dem Hund könnte schlicht übel sein.

In der Verhaltensbiologie gibt es für dieses Phänomen einen klar beschriebenen Mechanismus: konditionierte Futteraversion (engl. conditioned taste aversion). Dieses Lernprinzip wurde bereits in den 1960er-Jahren experimentell untersucht, vor allem durch Arbeiten von John Garcia und Kollegen. Dabei zeigte sich ein bemerkenswert stabiles Lernmuster: Wenn ein Tier eine Nahrung aufnimmt und danach Übelkeit erlebt, verknüpft das Gehirn Geschmack und Geruch dieser Nahrung mit dem unangenehmen körperlichen Zustand. Beim nächsten Kontakt wird sie gemieden.

Dieses Lernen unterscheidet sich von vielen anderen Konditionierungsprozessen in zwei entscheidenden Punkten. Erstens reicht häufig eine einzige negative Erfahrung, um eine dauerhafte Aversion auszulösen. Zweitens kann zwischen Nahrungsaufnahme und Übelkeit ein mehrstündiger zeitlicher Abstand liegen, ohne dass die Verknüpfung verloren geht. Für das Gehirn bleibt der Zusammenhang bestehen.

Biologisch ist das hoch sinnvoll. In freier Wildbahn schützt dieser Mechanismus Tiere davor, giftige oder verdorbene Nahrung erneut aufzunehmen. Geschmack und Geruch werden zu Warnsignalen.

In der Praxis mit Haushunden entsteht derselbe Mechanismus jedoch oft aus einem anderen Grund. Viele Hunde leiden an Magen-Darm-Problemen, die Übelkeit verursachen: etwa chronische Enteropathien, Magenschleimhautreizungen, Pankreasprobleme, Dysbiosen, Parasiten, Nebenwirkungen von Medikamenten oder andere Erkrankungen des Verdauungstrakts. Wenn einem Hund übel ist, wird Fressen unangenehm, und der Napf wird gemieden.

Von außen sieht dieses Verhalten schnell wie Mäkeligkeit aus. Also wird das Futter gewechselt. Eine andere Sorte, ein anderes Konzept. Doch solange die Übelkeit als eigentliche Ursache nicht erkannt wird, ändert sich am Problem nichts.

Deshalb beginnt die eigentliche Arbeit nicht bei der nächsten Futtersorte, sondern bei einer anderen Frage:
Warum ist dem Hund überhaupt übel?

Literatur (Auswahl)
Garcia J., Koelling R.A. (1966) – Relation of cue to consequence in avoidance learning. Psychonomic Science
Houpt K.A. – Domestic Animal Behavior for Veterinarians and Animal Scientists
Yamamoto T., Ueji K. (2011) – Brain mechanisms of taste aversion learning. Neuroscience Research

Bild: Fotolia

OMEGA-3 AUF DEM ETIKETT = OXIDATION IM BEUTEL„Mit Omega-3“ liest sich auf der Zutatenliste für Fertigfutter wie ein Qual...
28/02/2026

OMEGA-3 AUF DEM ETIKETT = OXIDATION IM BEUTEL

„Mit Omega-3“ liest sich auf der Zutatenliste für Fertigfutter wie ein Qualitätsmerkmal. Und genau so ist es gedacht. Der Begriff steht für Entzündungshemmung, Herzschutz, Hautgesundheit. Er verkauft sich hervorragend.

Was dabei kaum jemand bedenkt: Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA sind chemisch instabil. Sie reagieren sehr leicht mit Sauerstoff. Genau diese Reaktivität macht sie biologisch wirksam. aber auch technologisch empfindlich.

Trockenfutter wird unter hoher Hitze und Druck extrudiert. Anschließend wird es mit Fett besprüht und oft monatelang gelagert. In dieser Zeit laufen Oxidationsprozesse ab. Dabei entstehen sogenannte Lipidperoxide sowie sekundäre Abbauprodukte wie Aldehyde. Diese Stoffe sind nicht einfach wirkungslos. Sie gelten als pro oxidativ und können im Organismus oxidativen Stress verstärken.

Erstens ist unklar, wie viel des ursprünglich zugesetzten Omega-3 am Ende tatsächlich noch intakt ist. Zweitens können oxidierte Fette im Körper oxidativen Stress verstärken, Zellmembranen schädigen und entzündliche Prozesse fördern. Sie wirken damit nicht schützend, sondern potenziell belastend.

Antioxidantien im Futter können Oxidation verzögern, aber nicht verhindern. Je länger Lagerzeit, je größer Oberfläche, je häufiger der Beutel geöffnet wird, desto weiter schreitet dieser Prozess fort.

Dasselbe Prinzip gilt auch für Nassfutter. Zwar entfällt hier die monatelange Lagerung im Futtersack, jedoch werden auch Dosen- oder Tetra-Pak-Produkte thermisch stark erhitzt (Sterilisation/Autoklavieren), um Haltbarkeit zu gewährleisten. Diese Hitzeeinwirkung beschleunigt ebenfalls die Oxidation mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Auch in hermetisch verschlossenen Verpackungen ist Sauerstoff nicht vollständig eliminierbar, und während der Lagerzeit laufen oxidative Prozesse weiter ab. Der deklarierte Omega-3-Gehalt sagt daher auch im Nassfutter nichts darüber aus, in welchem strukturellen Zustand sich EPA und DHA tatsächlich befinden.

Grundlage dieses Artikels sind etablierte Erkenntnisse zur Lipidoxidation mehrfach ungesättigter Fettsäuren unter thermischer Verarbeitung und Lagerung.





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