18/01/2026
Führung, Organisation und Macht – warum Denken auch hier entscheidend ist
Führung wird häufig als Frage von Persönlichkeit, Methoden oder Organisationsmodellen verstanden.
In der Praxis zeigt sich jedoch: Führung scheitert selten an fehlendem Wissen, sondern an fehlerhaften Denkprozessen unter Druck. Entscheidungen werden verzerrt, Verantwortung falsch verteilt, Konflikte vermieden oder eskaliert – nicht aus Unfähigkeit, sondern aus unklarem Denken.
▶️ Zum Beispiel:
Eine Führungskraft merkt, dass ein Leistungsträger seit Monaten nachlässt.
Termine werden verschoben, Zusagen verwässert, Verantwortung wird weitergereicht.
Sie denkt:
„Ich sollte das jetzt nicht zu hart ansprechen – das demotiviert nur.“
Also bleibt sie vage. Wartet ab. Hofft, dass es sich von selbst regelt.
Was tatsächlich passiert: Das Team spürt die Unklarheit. Leistung wird relativ.
Und die Führungskraft verliert an Autorität – obwohl sie es gut meint.
Moderne Organisationen greifen dabei gerne auf systemische Modelle zurück. Diese sind hilfreich, um Strukturen, Rollen und Wechselwirkungen zu beschreiben. Sie erklären, wie Organisationen funktionieren – nicht jedoch, wie Menschen in Organisationen erleben, denken und leiden.
Führung findet jedoch nicht im System statt, sondern in Köpfen. Entscheidungen werden von Menschen getroffen, Macht wird von Menschen ausgeübt, Druck von Menschen erlebt.
In der Praxis heißt das:
Zwei Führungskräfte stehen im gleichen System, mit den gleichen Restriktionen.
Die eine erlebt Dauerstress, Ärger und innere Blockade. Die andere bleibt handlungsfähig. Der Unterschied liegt nicht im System – sondern in der Art, wie gedacht, bewertet und entschieden wird.
Der kognitive Ansatz, der unseren Leadership-Programmen und Coachings zugrunde liegt, setzt genau hier an. Er betrachtet Führung als Denkdisziplin: als Fähigkeit, automatische Reaktionen zu erkennen, emotionale Verzerrungen zu begrenzen und Entscheidungen bewusst zu treffen – unabhängig von Rolle, Hierarchie oder Organisationslogik.
+++Erst dann wird Führung nicht nur wirksam – sondern auch tragbar.
Für andere. Und für einen selbst.+++