Systemische Gesundheit

Systemische Gesundheit Lösungen. Selbst. Entwickeln.

📚 Systemischer Therapeut i.A.
🔮 Psychologe, M.Sc.
🏋️🏼

30/05/2026

ADHS bei Frauen ist keine »andere Diagnose«

Die Kernsymptome bleiben dieselben: Unaufmerksamkeit, Überaktivität, Impulsivität, dahinterliegend oft: emotionale Dysregulation (aus klinischer Sicht).

ABER: Wie sich Symptome zeigen, ob und wann sie sichtbar werden und auffallen, das kann sich unterscheiden. Dafür gibt es einig entscheidende Faktoren.

Mehr im 📍 Kommentar

25/05/2026

Wie kommt ihr mit euren Medis durch den Sommer? Lasst uns mal gegenseitig helfen.

Stimulanzien sind nicht automatisch ein „Sommerproblem“ aber viele da draußen werden aus meiner Sicht auch nicht richtig aufgeklärt.

Hier mal ein Versuch zwischen Panikmache und Verharmlosung.

Was wir wissen:
Stimulanzien können u.a. Puls, Blutdruck, Appetit und Thermoregulation beeinflussen. Relevant wird das vor allem in Kombination mit:

* Hitze
* Dehydrierung
* wenig Essen (zu selten)
* Schlafmangel oder unerbolsamer Schlaf
* Koffeinkonsum (Grüße gehen raus)
* Und bei körperlicher Belastung (Sport am Mittag?)

Und viele von uns mit ADHS merken Hunger, Durst oder körperliche Erschöpfung oft etwas spät. Das kann im Sommer auch nochmal mehr knallen.

Diese Faktoren wirken alle zusammen und jeder davon ist im Grunde eine Stellschraube. Nicht nur das Medikament, nicht nur das Glas Wasser.
Es geht hier um Kombinationsrisiken.

Das Ziel ist deshalb nicht Angst vor Medikamenten zu schüren, sie auch nicht zu verharmlosen, sondern einen vernünftigen Umgang mit Hitze, Belastung und den eigenen Körpersignalen zu entwickeln.

Warnzeichen wie Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Benommenheit oder Kreislaufprobleme sollte man ernst nehmen und ggf. ärztlich abklären. Und wenn die eigenen Maßnahmen nicht helfen, muss man unter Umständen auch medikamentös anders schauen.

Für mich funktioniert: Schlaf beachten im Sommer, Schwellen niedrig halten um Flüssigkeit zu mir zu nehmen, ggfls Elektrolyte.

22/05/2026

Medical Gaslighting beschreibt Erfahrungen, bei denen Menschen mit ihren Beschwerden, Symptomen oder Wahrnehmungen von medizinischem Personal nicht ernst genommen werden.

In meiner Praxis sind es vor allem autistische Frauen oder jene mit ADHS, die solche Sätze schon häufig zu hören bekommen haben:

»Du bist zu sensibel. Frauen sind hal emotionaler«, »Du musst dich einfach mehr anstrengen« oder »Wir haben doch alle mal Probleme, uns zu konzentrieren.«

Das führt zu Fehlbehandlungen, falschen Diagnosen und es macht etwas mit den Menschen. Mit Vertrauen.

Viele Frauen erhalten ihre ADHS oder Autismus Diagnose erst im Erwachsenenalter, nicht selten nach Jahren voller Fehldiagnosen, Selbstzweifel, Scham, Erschöpfung und psychischen Störungen.

Wer immer wieder erlebt, dass die eigene Wahrnehmung relativiert oder belächelt wird, beginnt irgendwann isjch selbst zu misstrauen. Man lernt, das Problem bei sich zu suchen.

Medical Gaslighting ist dabei nicht einfach nur das A*** im weißem Kittel.

Es entsteht auch in einem Gesundheitssystem, das unter ökonomischen Druck gesetzt wird, auf Durchschnittswerte und Effizienz ausgerichtet ist und Komplexität oft reduzieren muss. Wenn Zeit knapp ist und Empathie nicht die Basis, sondern eine Kostenstelle ist, bleibt für subjektive Erfahrungen ein Raum.

Die neuen Gesetze zur Fließbandisierung unseres Gesundheitswesens wird das verschärfen.

Mit fatalen Folgen:
Menschen suchen sich irgendwann keine Hilfe mehr, ziehen sich zurück oder erkennen grade körperliche und psychische Erkrankungen erst spat. Besonders bei sensiblen Themen kann wiederholtes Nicht-Ernstgenommen-Werden zu tiefem Misstrauen führen.

Deshalb braucht Medizin und Psychotherapie mehr Raum für echtes Zuhören, für Unsicherheit, für Beziehung und Kooperation.

Und falls du solche Erfahrungen gemacht hast:
Du bist nicht schuld daran, dass deine Wahrnehmung keinen Platz hatte. Deine Wahrnehmung zählt.

Es ist mal wieder zeit für eine neue vorstellung. Hi, ich bin Lukas. Ich bin Psychotherapeut in eigener Praxis in Köln. ...
21/05/2026

Es ist mal wieder zeit für eine neue vorstellung.

Hi, ich bin Lukas. Ich bin Psychotherapeut in eigener Praxis in Köln. Ich arbeite schwerpunktmäßig mit ADHS und Autismus und hab selbst ADHS.

Auf diesem Account geht es um ADHS, Autismus, Psyche und Gesellschaft.

Niveauflexibel. Also Mini-Essays in Kacheln, die vielleicht manchmal zu verkopft sind oder spontane Videos in meine Kopfhörer gesprochen, wo es dann auch mal zu flapsig sein kann.

Hier findest du in der Regel keine »Das sind die Top-5-Tipps für XY«

Aber vielleicht etwas zum nachdenken, eine neue Perspektive oder Korrektur eines Mythos.

Also nicht nur Psychoedukation, sondern Einordnung, Kritik, manchmal Wut und natürlich Einblicke in den chaotischen Alltag eines Anfang-30-jährigen ADHS-Psychotherapeuten.

Für Betroffene, Angehörige, Fachleute und alle, die Mental Health nicht nur als Mindset-Thema verstehen wollen.

Schön, dass ihr da seid.

20/05/2026

Körperliche Aktivität am besten freudvolle Bewegung ist nicht nur ein nice to have, sondern kann ADHS Symptome verbessern.

Meta-Analysen zeigen das auch. Besonders was Aufmerksamkeit, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Unruhe und Emotionsregulation.

Das merke ich bei mir selbst im Alltag jeden Tag.

Neben diesen Effekte gibt’s dazu auch noch die übergreifenden „antidepressiven“ Effekte von Bewegung, die wir auch bei Nicht-ADHSlern sehen.

Für das warum gibt es verschiedene Theorien. Die kann ich gerne mal an anderer Stelle aufgreifen und diskutieren.

Wichtiger ist hier:
nachhaltige und freudvolle Bewegung ist besser als rigide „Optimierungsprogramme“.
Freude, Motivation und intrinsische Beteiligung sind relevant dafür, ob wir Aktivität auch langfristige umsetzen.
Deshalb: wenns bock macht und dein Körper in Bewegung ist - do it.

Ich kenne einige dieser Adjektive selbst sehr gut. Sie haben damals weh getan und lösen auch heute noch etwas aus. Damal...
17/05/2026

Ich kenne einige dieser Adjektive selbst sehr gut. Sie haben damals weh getan und lösen auch heute noch etwas aus.
Damals hatte ich, wie viele meiner spätdiagnostizierten Klient:innen keine Erklärung für das »warum«.

Aber auch jene mit früherer Diagnose erleben solche Wörter als eingebrannte Dauerbezeichnungen. Als Etikette, die man nicht mehr entfernen kann.

In der Psychotherapie mit neurodivergenten Klient:innen ist das Umschreiben solcher Erzählungen ein zentraler Bestandteil. Ein mühsamer, nicht immer vollendeter Weg aber einer, der sich oft lohnt.

Medical Gaslighting beschreibt Erfahrungen, bei denen Menschen mit ihren Beschwerden, Symptomen oder Wahrnehmungen von m...
07/05/2026

Medical Gaslighting beschreibt Erfahrungen, bei denen Menschen mit ihren Beschwerden, Symptomen oder Wahrnehmungen von medizinischem Personal nicht ernst genommen werden.

In meiner Praxis sind es vor allem autistische Frauen oder jene mit ADHS, die solche Sätze schon häufig zu hören bekommen haben:

»Du bist zu sensibel« , »Frauen sind halt emotionaler« ,  »Du musst dich einfach mehr anstrengen« oder »Wir haben doch alle mal Probleme, uns zu konzentrieren.« 

Das führt zu Fehlbehandlungen, falschen Diagnosen und es macht etwas mit den Menschen. Mit Vertrauen.

Viele Frauen erhalten ihre ADHS oder Autismus Diagnose erst im Erwachsenenalter, nicht selten nach Jahren voller Fehldiagnosen, Selbstzweifel, Scham, Erschöpfung und psychischen Störungen.

Wer immer wieder erlebt, dass die eigene Wahrnehmung relativiert oder belächelt wird, beginnt irgendwann, sich selbst zu misstrauen. Man lernt, das Problem bei sich zu suchen.

Medical Gaslighting ist dabei nicht einfach nur das A*** im weißem Kittel.

Es entsteht auch in einem Gesundheitssystem, das unter ökonomischen Druck gesetzt wird, auf Durchschnittswerte und Effizienz ausgerichtet ist und Komplexität oft reduzieren muss. Wenn Zeit knapp ist und Empathie nicht die Basis, sondern eine Kostenstelle ist, bleibt für subjektive Erfahrungen  ein Raum.

Die neuen Gesetze zur Fließbandisierung unseres Gesundheitswesens wird das verschärfen.

Mit fatalen Folgen:

Menschen suchen sich irgendwann keine Hilfe mehr, ziehen sich zurück oder erkennen körperliche und psychische Erkrankungen erst spät. Besonders bei sensiblen Themen kann wiederholtes Nicht-Ernstgenommen-Werden zu tiefem Misstrauen führen. 

Deshalb braucht Medizin und Psychotherapie mehr Raum für echtes Zuhören, für Unsicherheit, für Beziehung und Kooperation.

Und falls du solche Erfahrungen gemacht hast:Du bist nicht schuld daran, dass deine Wahrnehmung keinen Platz hatte. Deine Wahrnehmung zählt.

03/05/2026

Schaut für mehr und aktuelle Informationen und für Demo-Termine bei .psychotherapie vorbei.

Das »GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz« (deutsch: Lebenserwartungsvernichtungsgesetz) wird jetzt auf den Weg gebracht. Das ist tolle »Gesundheitsreform« (deutsch: Krankheitsreform).

Neben den vielen Einschnitten, die ich bereits in einem anderen Post diskutiert habe, trifft es uns Psychotherapeut:innen besonders hart, da die meisten unserer Leistungen, die wir abrechnen drohen aus der »extrabudgetären Vergütung« herauszufallen. Dh die kommen in einem Topf mit anderen medizinischen Leistungen und wenn man mehr arbeitet, als der Topf voll ist, gibt es weniger Geld.

Das Problem: man weiß vorher nicht, wie voll der Topf ist. Das heißt man arbeitet entweder for free oder bietet präventiv weniger Termine an, damit das nicht passiert. Das ist auch das Ziel dieser Reform.

Im Detail erkläre ich euch das im nächsten Video.

Zur Transparenz: ich möchte einen Kassensitz kaufen (100.000€ aufwärts) aber habe keinen. Ich selbst bin von der Reform nicht bis kaum betroffen, da ich über das Kostenerstattungsverfahren abrechne oder eben privat. Ich habe neben der Therapie noch 5 weitere Geschäftsfelder. Ich setze mich aber trotzdem dafür ein, weil ich nicht anders kann und weil ich die Ressourcen dafür habe. Ich weiß, wie scheiße es anderen Kolleg:innen geht, die um ihre Praxis fürchten müssen und trotzdem jede Woche 30 Patient:innen da sitzen haben. I got you.

Zum  »Kampftag der Arbeiterbewegung«  (01. Mai) greife ich mal auf, warum nicht nur der Kanzler zur Zeit viel  »ertragen...
01/05/2026

Zum »Kampftag der Arbeiterbewegung« (01. Mai) greife ich mal auf, warum nicht nur der Kanzler zur Zeit viel »ertragen« muss.

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen und stellt nur eine Auswahl aus meinem kleinen Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung dar.

Mit Honorarkürzungen bei gesetzlich Versicherten, einer drohenden. Budgetierung, bei der unklar bleibt, wie viel wir am Ende verdienen, wird Psychotherapie mehr und mehr an den Rand des Gesundheitswesens gedrängt.

Der eklatante Mangel verstärkt sich dadurch noch mehr. Und der Nachwuchs sitzt im Wartezimmer, weil immer noch nicht klar ist, wer die neue Weiterbildung für Psychotherapeut:innen bezahlen soll.

Besonders hart trifft das Kinder, Jugendliche, Menschen in ländlichen Regionen und alle, die eine spezialisierte Behandlung benötigen. Ich denke da auch an meine autistischen Klient:innen und Klient:innen mit ADHS.

Also ja, nicht nur Friedrich Merz muss grad viel aushalten.

24/04/2026

Weniger Geld für Kinder und Jugendliche, weniger Sozialstaat, weniger Geld für Gesundheit - vor allem für psychische Gesundheit.

Gleichzeitig reformiert ein Bundesland nach dem nächsten sein Psychisch-Kranken-Gesetz. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Unterbringung ohne klare Prognose, Labels wie »Dauergefährder«, Kontrolle statt Versorgung.

Psychische Krise wird nicht mehr primär als etwas gesehen, das Unterstützung braucht, sondern als etwas, das früh erkannt, bewertet und im Zweifel kontrolliert werden muss.

Dass wir beides gleichzeitig sehen, ist kein Zufall.

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72070

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