17/08/2025
Der heutige Newsletter von Edubily
Hallo Angelika,
wir schreiben das Jahr 2000. Lang ist’s her.
Lithium macht das Hirn größer
Damals wurde eine scheinbar banale Studie im renommierten Fachmagazin The Lancet publiziert.
Man liest:
Tierversuche haben gezeigt, dass Lithium das Wachstum und den Schutz von Nervenzellen fördern kann. Mit Hilfe einer speziellen 3D-Magnetresonanztomographie haben wir bei Menschen mit bipolarer Störung untersucht, wie sich das Gehirn unter einer längerfristigen Lithiumtherapie verändert.
Schon nach vier Wochen Behandlung war mehr graue Substanz im Gehirn messbar. Diese Zunahme hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass Lithium das Wachstum und die Erneuerung von Nervenzellen anregt.
Die Zunahme betrug 3 %, also rund 24 cm³. Nur durch Lithium. Gezielt vergrößert wurde die graue Substanz, in der grundsätzlich unsere Denk- und Schaltzentralen des Gehirns (“Höhere Zentren”) liegen.
Lithium verbessert den Energiestoffwechsel
In den vergangenen Jahrzehnten wurde Lithium intensiv erforscht. Eine bemerkenswerte Eigenschaft dieses Metalls ist, dass es die Wirkung von Insulin und anderen Faktoren, die helfen, Glukose – also Zucker – in die Zellen aufzunehmen, stark verbessert. (Mehr dazu hier.)
Natürlich gilt das auch für das Gehirn. Das Gehirn braucht die Insulinwirkung und Glukose als Treibstoff – Menschen, bei denen sich diese Wirkung im Gehirn verliert, haben ein deutlich erhöhtes Risiko für demenzielle Erkrankungen (Q).
Im besonderen Fokus steht hierbei ein Enzym, das von Lithium (und Insulin) gehemmt wird, nämlich GSK3ß. Bleibt dieses Enzym inaktiv, werden Entzündungen unterdrückt, der Energiestoffwechsel läuft flüssig und das Gehirn kann wachsen und lernen.
Studien: Lithium gegen Alzheimer
Eine erste bahnbrechende klinische Studie, die viel Aufsehen erregt hat, wurde 2016 publiziert. Niedrig dosiertes Lithium stoppte in dieser Studie mit Alzheimer-Patienten den kognitiven Verfall, während er in der Kontrollgruppe weiter zunahm.
Ganz aktuell wurde eine Studie im renommierten Fachmagazin Nature publiziert, die in den sozialen Medien sogar von unserem ehemaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach geteilt wurde 😉
Ziel der Studie war es, noch mehr über die Lithiumwirkung auf das demenziell veränderte Gehirn zu erfahren.
Hierfür hat man zunächst Gehirne toter Menschen, die an Alzheimer erkrankt waren, untersucht. Das einzige Metall, das nennenswert verringert war, war Lithium. Es zeigte sich, dass Lithium durch die Erkrankung gebunden und dadurch unbrauchbar wird – die positive Wirkung geht verloren.
Weitere Experimente zeigten, dass ein Mangel an Lithium bei Tieren die Alzheimer-typischen Veränderungen stark beschleunigte und das Denk- und Erinnerungsvermögen deutlich beeinträchtigte. Auf Zellebene sah man, dass ein Lithiummangel die Gehirngesundheit in Richtung Alzheimer veränderte.
Abschließende Worte
Lithium scheint ein für den Körper sehr wichtiges Mineral zu sein – speziell für das Gehirn. Leider, leider kommt Lithium nur in sehr niedrigen Mengen in heutigen Lebensmitteln vor, weshalb Europäer grundsätzlich sehr niedrige – also nicht schützende – Spiegel aufweisen.
Nennenswerte Mengen, die für eine physiologische Wirkung ausreichend sind, finden sich vor allem in bekannten Heilwässern. Die Top 3 sind:
Hirschquelle (1,31 mg/l)
Heppinger „Extra“ (0,84 mg/l)
Staatl. Fachingen Still (0,77 mg/l)
Lithium ist als Nahrungsergänzungsmittel in Deutschland (noch) nicht zugelassen. Möglicherweise ist es im Ausland bestellbar 😉 Die Form der Wahl ist Lithiumorotat, da diese Verbindung die beste Wirkung zeigt.
PS: Wir berichten über Lithium seit fast einem Jahrzehnt – wir bitten daher, davon abzusehen, uns mitzuteilen, dass “Experte X schon seit Ewigkeiten darüber aufklärt”. Danke!
Beste Grüße:
Phil Böhm
Chris Michalk